Neustadt Null-Acht spielt gegen 08
Hassloch. Der 1. FC 08 Haßloch bildet die Vorhut. Mit dem Heimspiel heute (19 Uhr) gegen die FG 08 Mutterstadt eröffnet die Elf von Trainer Christian Lederle an der Adam-Stegerwald-Straße die neue Saison der Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz.
Ein Saisonziel formulieren? Nein, darauf möchte Christian Lederle lieber verzichten. Mag sein, dass intern eine zu erreichende Tabellenposition klar definiert worden ist – nach außen hin jedoch übt sich der Trainer des 1. FC 08 Haßloch in Zurückhaltung. „Definitiv“ wolle man unter die besten zehn Teams der Spielklasse, sagt er, er wisse, dass dies „relativ vorsichtig“ sei. Doch man habe in der vergangenen Saison Konstanz vermissen lassen, und ehe nicht klar sei, dass dieser Malus beseitigt werden konnte, tue man besser daran, öffentlich nicht nach mehr zu streben. Das Umfeld hegt stets große Erwartungen an den FC 08, manch einer glaubt noch, der Verein gehöre doch eigentlich in die Verbandsliga, zu deren Inventar er jahrzehntelang zählte. Obendrein schlossen die „Nullachter“ die vergangenen beiden Spielzeiten auf den Rängen elf und zwölf ab. Hochmut, eh ein schlechter Berater, verbietet sich da von selbst. Und: Mit dem SV Büchelberg und Phönix Schifferstadt haben die Verantwortlichen der Liga die beiden Top-Favoriten längst auserkoren, die Plätze eins und zwei scheinen vergeben zu sein, noch ehe der Ball überhaupt rollt. Lederle allerdings sagt: „Ich wäre vorsichtig. Klar, auf dem Papier sind das zwei sehr starke Mannschaften. Doch ich denke, es wird Überraschungen geben.“ Etwa den 1. FC 08? Immerhin scheint die Mannschaft durch die offensiven Zugänge Pascal Beyer und Jonas Riesbeck gefährlicher geworden zu sein. Und in Andreas Brill, dem neuen, in zig Oberliga-Schlachten mit dem TuS Mechtersheim gestählten spielenden Co-Trainer, hat die Elf einen Fixpunkt erhalten. Der 30-jährige Brill werde auf dem Rasen „auf jeden Fall eine zentrale Rolle“ einnehmen, sagt Lederle. In den Testpartien spielte er zumeist in der Innenverteidigung, was nicht zwangsläufig bedeute, dass dies in den Pflichtspielen ebenfalls so sein müsse. „Wir sind vom Alter her nicht weit auseinander, besprechen alles“, sagt Lederle, „wir haben eine relativ flache Hierarchie.“ Entscheiden wird allerdings Lederle; darüber, wie die Spielideen am besten umzusetzen sind. „Wir wollen variabler und kreativer sein, versuchen, das Spiel mehr selbst zu eröffnen. Wobei mir schon bewusst ist, dass wir gegen die Top-Mannschaften nicht 90 Minuten werden das Spiel machen können.“ Der Auftaktgegner zählt nicht zu dieser Kategorie. Zuletzt hatte die FG Tabellenplatz 13 inne. Der Vergleich in Haßloch endete 0:0. Droht abermals eine Nullnummer? „Ausschließen kann man im Fußball nie etwas“, sagt Lederle, „aber seit ich hier bin, haben wir in den ersten Heimspielen immer viele Tore geschossen.“ In der Tat: Zweimal hieß der Gegner SG Steinfeld, einmal gelangen dem FC 08 vier, einmal drei Treffer. Beim 4:1 in der Vorsaison traf unter anderem Christian Rebres. Das Mittelfeld-Schwungrad wird nun aufgrund muskulärer Probleme in der Wade nicht mitwirken können. Auch der etatmäßige Torwächter Kai Anschütz muss passen, ihn behindern Oberschenkelprobleme, die bis gestern nicht genau definiert waren. Lukas Schütz und Simon Knoll haben den Club relativ spontan in Richtung VfB Iggelheim verlassen. Im Falle Knolls hatte Lederle „fast damit gerechnet“. „Es ist schade, denn er war ein großartiger Teamplayer“, sagt Lederle, „aber ich glaube nicht, dass er uns in dieser Saison sportlich viel hätte helfen können.“ Knoll war gerade erst von einem Achillessehnenriss genesen. |aboe