Neustadt Hochwasserschutz an vielen Stellen anzupacken

Bei mehreren Gewässern hat sich der Bau oder Ausbau zum Zwecke des Hochwasserschutzes verzögert. Der Zweckverband Isenach-Eckbac
Bei mehreren Gewässern hat sich der Bau oder Ausbau zum Zwecke des Hochwasserschutzes verzögert. Der Zweckverband Isenach-Eckbach ist darüber nicht glücklich.

Baubeginn für Südspange und Regenrückhaltung im Dürkheimer Bruch, Ausbau des Belchgrabens und Verbesserungen am Grabensystem bis Eppstein: Beim Gewässerzweckverband Isenach-Eckbach stehen mehrere Projekte vor dem Start.

Die Bündelung sei nicht geplant gewesen, sie sei durch Verzögerungen an einzelnen Projekten passiert, erläuterte der Geschäftsführer des Gewässerzweckverbands, Hans Peter Theiß, kürzlich dem Verbandsausschuss. Bei der Südspange gehe es voran, betonte Theiß und verwies auf eine Versammlung Ende Juni für betroffene Eigentümer und Pächter, die für das Projekt Land hergeben sollen. Im August soll mit archäologischen Vorleistungen begonnen werden. Bevor Anfang 2018 mit dem eigentlichen Bau der Südspange begonnen werden könne, müssten im kommenden Winter Beregnungsleitungen verlegt werden. Für die Südspange, einen Graben vom Zusammenfluss Stechgraben, Marlach, Riedgraben und Floßbach bis zum Rehbachunterlauf, stehen im aktuellen Haushalt des Zweckverbands zirka 2,2 Millionen Euro und 2018 rund 8,2 Millionen Euro zur Verfügung. Die Südspange gehört zum wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzept für das Einzugsgebiet von Isenach und Eckbach und soll Hochwasser vorbeugen. Aufgabe des Zweckverbands ist es, die „Sünden“ der Vergangenheit, sprich verfüllte Gräben und Gewässerabschnitte im Abflusssystem, wiedergutzumachen. Dass zeitgleich die Arbeiten für die Regenrückhaltung im Dürkheimer Bruch starten sollen, sei schon heftig, aber: „Wir sind froh, dass es jetzt vorangeht“, sagt der Geschäftsführer. Für dieses Projekt sind im kommenden Jahr rund zwei Millionen Euro an Ausgaben veranschlagt. Für den Hochwasserrückhalteschutz Marlachwiesen östlich von Deidesheim soll die Genehmigungsplanung nach den Sommerferien eingereicht werden. Für die Optimierung des Gewässerabflusses auf der Frankenthaler Terrasse seien die Arbeiten vorangeschritten. 26 Durchflüsse und Brücken, die den Abfluss des Wassers behinderten, seien erneuert worden. Der Belchgrabenausbau zwischen Landesstraße 527 und Isenach werde vermutlich Ende des Jahres oder Anfang 2018 beginnen. Dafür stehen 1,3 Millionen Euro im Haushalt. Geplant ist laut Theiß im Frühjahr/Sommer 2018 ein zweiter Schutzdeich am Landeshafen, federführend sei hier die Stadt Ludwigshafen. Für die Nordspange auf Frankenthaler Gemarkung, also den neuen Abschlag von der Isenach zum Rhein, soll nach Angaben des Geschäftsführers ein Pflegekonzept erstellt werden, damit dort die wasserwirtschaftlichen Aufgaben erfüllt werden können. Hans Peter Theiß berichtete vom Teilnehmermangel bei den Gewässerschauen in den Gemeinden. Die vom Zweckverband angebotenen Termine seien laut den Betroffenen immer ungünstig, sagte Theiß. „Die Nachbetrachtung einer Maßnahme ist aber auch nicht immer zielführend“, sagte der Verbandsvorsteher und Frankenthaler Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU), um Theiß’ Kritik zu unterstreichen. Landwirte sollten nicht im Nachhinein meckern, sondern sich früh einbringen. Insgesamt müsse geschaut werden, wie die Pflegemaßnahmen optimiert werden könnten. Mit Blick auf den Naturschutz seien diese Arbeiten oft sehr mühsam, weil sie oft nur auf kleinen Abschnitten erfolgen könnten. Der Gewässerzweckverband Isenach-Eckbach, der 2019 sein 50-jähriges Bestehen feiert, benötigt Büroflächen für die wachsende Anzahl seiner Mitarbeiter. Hier sei wohl einst beim Bau des Verbandsgebäudes in Lambsheim zu knapp geplant worden, bemängelte Theiß. Dem Zweckverband gehören acht Städte und Gemeinden, sieben Verbandsgemeinden, darunter Deidesheim, und der Rhein-Pfalz-Kreis an. Diese finanzieren den Verband mittels einer Umlage, die sich im nächsten Jahr wegen Kostensteigerungen um 70.000 Euro auf 1,98 Millionen Euro erhöht.

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