Hassloch
Hannah-Arendt-Gymnasium punktet in Schulsport-Stafette
Lars Urich ist Leichtathlet des LC Haßloch. Der Dreispringer startet nun aber für das Team des Hannah-Arendt-Gymnasiums im Weitsprung. Und freut sich über eine Steigerung seiner Bestweite um 48 Zentimeter auf 5,68 Meter. Ein skeptischer Blick zu Sportlehrerin Iris Klein: Wurde korrekt gemessen? „Auf jeden Fall“, betont sie. Es werde nicht geschummelt, auch wenn es um die Platzierung in einem Ranking gehe. „Wir messen vom Punkt, wir haben nur kein Plastilin eingelegt. Aber wir schauen genau, ob übertreten wird. Vielleicht wollen die Schüler mal beruflich etwas im Bereich Sport machen. Da müssen sie jetzt schon lernen, dass alles korrekt gemessen wird“, sagt Klein. Plastilin ist eine Modelliermasse, die in den Absprungbalken gelegt wird. Tritt ein Weitspringer über, hinterlässt er dort einen Abdruck. Der Sprung ist ungültig.
Sport war lange wegen der Einschränkungen in der Corona-Pandemie in den Schulen ein Stiefkind. Sporthallen blieben geschlossen oder durften nur mit Masken genutzt werden. Selbst im Freien wurden Mannschaftssportarten eingeschränkt, war der Individualsport wie Leichtathletik stark reglementiert. Unter diesen Bedingungen fielen Bundesjugendspiele oder Wettbewerbe wie „Jugend trainiert für Olympia“ aus. Ein Ersatzprojekt gibt es 2021 mit der Schulsport-Stafette.
Virtueller Vergleich
In unterschiedlichen Sportarten beteiligten sich die Schulen in einem virtuellen Vergleich. In den Sportstätten vor Ort absolvierten die Schüler die Disziplinen. Die Lehrer meldeten die Ergebnisse danach online. Alle Resultate sind in einem Ranking des Bundeslandes veröffentlicht worden.
Das Hannah-Arendt-Gymnasium (HAG) war mit 16 Schülern der Mittelstufe im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren in Disziplinen der Leichtathletik und im Duathlon dabei. Ganz klar, dass Schüler und Lehrer mit sportlichem Ehrgeiz an die Aufgabe herangegangen sind. „Wir haben die Schüler gefragt, wo ihre Stärken sind und nach ihren jeweiligen Leistungen bei den einzelnen Disziplinen geschaut“, erzählen die Sportlehrerinnen Iris Klein und Carolin Helfrich.
Aus dem Sportleistungskurs
Weil das Haßlocher Gymnasium seine Schüler bereits nach acht Jahren zum Abitur führt, gibt es hier schon in der zehnten Klasse die Oberstufe mit den jeweiligen Kursen. So sind unter den 16 Teilnehmern einige aus dem Sportleistungskurs der 10. Stufe. Wie etwa Mika Heck. Der 14-jährige Handballer hat einen kräftigen Wurfarm. Der 200 Gramm schwere Schlagball landet bei 45 Metern. Noch weiter kommt sein Stufenkollege Niklas Kapp. Der Fußballer schafft die 48-Meter-Marke. Beide starten auch über 800 Meter und liefern mit rund 2:49 und 2:43 Minuten achtbare Ergebnisse ab. „Die Grundausdauer kommt einfach vom Mannschaftssport“, verraten sie.
Team gut aufgestellt
Die vielen Punkte hamsterte das HAG schließlich dadurch, dass es die 16 Sportler optimal aufgestellt hat. So trat Lilly Hänlein im Kugelstoßen an. Die Schülerin aus Hanhofen war vor einer Woche Dritte bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften der Turner im Sechskampf geworden. Ihre Drei-Kilo-Kugel wuchtete sie für ihre Schule jetzt auf 9,15 Meter. In dem landesweiten Ranking in Rheinland-Pfalz landete das Leichtathletik-Team schließlich auf Rang vier, das Gymnasium Edenkoben belegte Platz drei. Mitgemacht haben elf weiterführende Schulen im Land.
Eine Besonderheit war der Duathlon, den es als Ersatz für den Triathlon gab. Weil Schwimmen beim Schulsport nicht einfach mal schnell noch an solch einem Aktionstag durchgeführt werden kann, ersetzte ein 400-Meter-Lauf diese Disziplin. Zudem gab es einen Lauf über 1000 Meter sowie Radfahren über drei Kilometer.
Duathlon mit Alltagsrädern
Die Gymnasiasten starteten mit Alltagsrädern, einige mit einem Mountainbike. Maya Gauweiler-Novoa und Felix Sellmeer, beide trainieren Leichtathletik in Vereinen, brannten die Beine beim Radfahren. Gauweiler-Nova: „Es war anstrengend, ich hatte vor dem Radfahren nur eine kurze Pause.“ Denn anders als bei einem echten Duathlon oder Triathlon ging der Wettkampf als Staffellauf über die Bühne. Die Schüler mussten nicht alle Disziplinen direkt hintereinander absolvieren. Sie warteten immer ab, bis der nächste ihres Teams seinen Part beendet hatte. Doch „für das Team, für unsere Schule geben wir alles“, lautete die Motivation von Felix und Maya.
Dennoch gab es für die beiden Starter am Nachmittag nur eine kurze Pause. Am Abend folgte das reguläre Vereinstraining: für Maya bei der TSG Neustadt, für Felix beim LC Haßloch. Im Duathlon waren landesweit nur drei Schulen gemeldet. Das HAG belegte hier Platz zwei.