Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Job gibt Traineramt beim Drittligisten Haßloch auf

Tobias Job war im Oktober auf Wunsch der Mannschaft zur TSG Haßloch zurückgekehrt. Jetzt hat er sein Traineramt niedergelegt.
Tobias Job war im Oktober auf Wunsch der Mannschaft zur TSG Haßloch zurückgekehrt. Jetzt hat er sein Traineramt niedergelegt.

Drittligist TSG Haßloch kommt nicht zur Ruhe. Wenige Tage nach der knappen Niederlage in Pforzheim hat Trainer Tobias Job sich überraschend von der Mannschaft verabschiedet. Der Grund ist nicht die sportliche Talfahrt der vergangenen Wochen. Und es gibt noch andere Sorgen in Haßloch.

Unmittelbar nach der Partie des Handball-Drittligisten TSG Haßloch beim Tabellendritten SG Pforzheim-Eutingen war zwar die Enttäuschung über die 26:25 (14:13)-Niederlage noch da. Aber die Mannschaft konnte sich fast sicher sein, dass Trainer Tobias Job seinen – nach dem desolaten Auftritt gegen die SG Leutershausen – angedrohten Rücktritt nicht vollziehen wird. Dies bestätigte er im Gespräch mit der RHEINPFALZ am 12. Dezember. Denn die TSG zeigte in Pforzheim ein anderes Gesicht als noch drei Tage zuvor im Nachholspiel gegen die „Roten Teufel von der Bergstraße“. Der 42-jährige Familienvater, der seine Jungs heftig nach dieser Partie kritisiert und sie zu ihrer Einstellung hinterfragt hatte, spürte in Pforzheim, dass sie weiterhin hinter ihm standen und gewillt waren, seine Vorgaben auf dem Spielfeld umzusetzen.

Daran änderte sich nichts, obwohl die TSG vor dem Jahreswechsel die letzten fünf Spielen verloren hatte. Zuvor hatte die TSG seit der Rückkehr von Tobias Job drei Siege und ein Unentschieden gefeiert. Die Bilanz: 7:11 Punkte aus den jüngsten neun Spielen. Tobias Job war nach seiner schweren Corona-Erkrankung und einer persönlich auferlegten Auszeit erst am 14. Oktober 2021 kurz vor der Haßlocher Partie gegen die TGS Heilbronn-Horkheim zur TSG zurückgekehrt. Vor dem Gang in die Weihnachtspause befindet sich das Team auf Platz acht in der 12er-Staffel. Der Weg in die Aufstiegsrunde und damit der vorzeitige Klassenverbleib scheinen aktuell mit drei Punkten Rückstand auf den rettenden sechsten Platz schwierig. Zumindest in der Abstiegsrunde soll der Klassenverbleib gesichert werden.

Unerwartete Entscheidung

Aber hier wird Tobias Job nicht mehr das Sagen haben. Er hat sich von der Mannschaft verabschiedet. Das kam für die Spieler völlig unerwartet. „Wir waren alle überrascht, damit hat bei uns in der Mannschaft niemand gerechnet“, äußerte sich Linksaußen Florian Kern gegenüber der RHEINPFALZ. „Mal abwarten, wie sich auf die Schnelle ein neuer Trainer finden wird“, so der 28 Jahre alte Routinier.

Job hatte nach eigenen Angaben seine Entscheidung zuvor der Abteilungsleitung und dem Sportlichen Leiter Thomas Müller mitgeteilt. Dies bestätigte auf Nachfrage Thomas Müller. Den Grund für sein vorzeitiges Ausscheiden sieht Job in der unterschiedlichen und teilweise emotionalen Bewertung des Saisonverlaufs vom Sportlichen Leiter. „Der Schritt ist mir nicht leichtgefallen, denn ich bin im Oktober auf Wunsch der Mannschaft gekommen, um ihr zu helfen. Das habe ich bisher gerne gemacht und ich hätte es bis zum Saisonende auch durchgezogen“, sagte Job. „Jetzt geht es leider nicht mehr.“

Gestörtes Vertrauensverhältnis

Der studierte Bankbetriebswirt, der zum Ende der Saison 2019/2020 auf eigenem Wunsch nach sechs Jahren als TSG-Trainer aufgehört hatte, sah in den vergangenen Wochen das Vertrauensverhältnis zwischen sich und Müller als gestört. „Es gibt gewisse Dinge, die kann ich nicht akzeptieren“, sagte Job, ohne auf Details eingehen zu wollen. Thomas Müller, der Sportliche Leiter, der bei der Verabschiedung Jobs von der Mannschaft nicht anwesend war, will sich zu dem Sachverhalt auf RHEINPFALZ-Nachfrage nicht äußern. Er bat um Verständnis, dass er erst bei der Vorstellung des neuen Trainers eine Stellungnahme abgeben werde.

Impfdurchbrüche im Team

Ohnehin ist es für den 58-Jährigen, der auch auf ärztlichen Rat das Traineramt aufgegeben hatte, keine einfache Zeit. Aktuell sind einige Spieler der TSG Haßloch von Impfdurchbrüchen betroffen. Deshalb ist der Trainingsbetrieb in Haßloch ausgesetzt worden. Alle Akteure sind regelmäßig auf das Coronavirus getestet worden. Schon vor Wochen hatte die TSG mitgeteilt, dass alle Akteure geimpft seien. Indes ist die Zeit für die Trainersuche knapp. Bereits am 15. Januar geht die Saison weiter. Mit einem Heimspiel gegen den TuS Dansenberg.

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