Neustadt
Handball: Drittligist TSG Haßloch im Pfalzderby gegen Dansenberg
Nur eine Woche nach der Niederlage beim Drittliga-Aufsteiger HC Erlangen II steht die TSG Haßloch vor einer ganz schweren Aufgabe. Die Mannschaft von Trainer Tobias Job erwartet zum Pfalzderby den TuS Dansenberg (Samstag, 19.30 Uhr, TSG-Sportzentrum). Es ist auch die Rückkehr von Kreisläufer Sebastian Bösing, der noch bis zum Ende der Saison 2015/2016 das TSG-Trikot getragen hat. „Ich freue mich sehr auf Haßloch, denn meine Kontakte bestehen immer noch“, erzählt der 25 Jahre alte Student.
Gerne erinnert sich der gebürtige Wormser Bösing an die beiden Jahre bei der TSG: „Wir sind damals aus der Oberliga aufgestiegen und haben dann sensationell den Verbleib in der Dritten Liga geschafft.“ Aus seiner Sympathie zur TSG macht er auch nach drei Jahren bei der HSG Konstanz und nun beim TuS Dansenberg keinen Hehl. „Ich bin damals aufgrund der besseren sportlichen Perspektive nach Konstanz gewechselt und nicht, weil es mir in Haßloch nicht mehr gefallen hat“, betont er.
TuS mit neuem Trainer
Der Student für Personalentwicklung an der Universität Landau, der derzeit seine Bachelorarbeit verfasst, hat die Entwicklung der TSG verfolgt. „Mit vielen pflege ich eine sehr gute Freundschaft“, verrät der inzwischen in Mannheim lebende Rechtshänder. Dass sich die Bären derzeit im unteren Tabellendrittel befinden, kommt für ihn etwas überraschend: „Ich bin mir sicher, die Mannschaft hat so viel Qualität, dass sie den Ligaverbleib aus eigener Kraft schaffen wird.“ Nur am Samstag möchte Bösing mit den Westpfälzern die Punkte aus dem Sportzentrum mitnehmen. „Wir haben nach der Niederlage im vergangenen Jahr noch eine offene Rechnung“, meint er augenzwinkernd. „Es ist ein Derby, und ich weiß, dass Haßloch alles in die Waagschale werfen wird, um wieder zu punkten.“ Da spielt es keine Rolle, dass die TuS-Mannschaft mit ihren Routiniers Kevin Klier, Jan Claussen und Robin Egelhoff in den jüngsten beiden Partien als Sieger das Spielfeld verlassen hat. Dass die TSG bisher unter ihren spielerischen Möglichkeiten geblieben ist, will der Wahl-Mannheimer keinesfalls überbewerten: „Bei einem Derby spielt die aktuelle Tabellensituation keine Rolle.“ Auch bei den Westpfälzern, die Tabellenfünfter sind, lief bisher nicht alles nach Plan. Zuletzt kam noch Unruhe auf, nach der deren Spielmacher Loic Laurent den Verein verlassen musste. „Wir haben einen neuen Trainer. Da gibt es eine andere Spielphilosophie und neue Abläufe. Das dauert eine Weile, bis jedes Rädchen ineinandergreift“, weiß der aus der Jugend der HSG Worms stammende Kreisläufer.
Nach dem Bachelor soll der Master folgen
Derzeit befindet er sich gesundheitlich wieder in sehr guter Verfassung. Gleich zwei schwere Schulteroperationen hatten ihn während der Zeit am Bodensee lange gestoppt. „Mit 21 Jahren so weit weg von zu Hause solche Rückschläge zu verkraften, war sehr hart. Dadurch bin ich menschlich gereift“, erzählt Bösing. In Dansenberg macht er einen Neustart, etabliert sich in der Liga und hofft, dass der Verein in dieser Saison einen weiteren Schritt nach oben macht. Das Wort Aufstieg nimmt er nicht in den Mund. „Dansenberg ist ein Dorfverein, da gibt es auch allein wegen der Halle Grenzen.“ Mit Blick auf seine bisherigen Leidenszeit möcht er nicht langfristig planen.
Zwei Dinge hat er aber fest im Visier: Nach dem Bachelor will er noch den Master machen. Und sportlich soll es weiter aufwärts gehen. Dazu sind die nächsten beiden Punkte in Haßloch fällig. „Entscheidend wird sein, dass wir den Kampf annehmen und den Kopf dabei nicht verlieren, wenn es nicht so richtig läuft“, rechnet Bösing mit einer bis zur Schlussminute umkämpften Partie.