Neustadt Große Vergangenheit

Seit 1885 gibt es Pferderennen im Großdorf. 1886 gilt als das Gründungsjahr des Pfälzischen Rennvereins Haßloch. Einen prominenten Fan gewann die Haßlocher Bahn im Jahr 1902: Damals war seine königliche Hoheit Prinz Ludwig von Bayern zu Besuch und sprach sich äußerst anerkennend über die Bahn aus. Selbst die schwierigen Jahre der beiden Weltkriege und die damit verbundenen Zwangspausen konnten nicht die stetige Weiterentwicklung und die Popularität der Rennveranstaltungen verhindern. Neben Flachrennen waren vor allem Hürden- und Jagdrennen sehr beliebt. So fand Europas einst wertvollste Steeplechase, das Mannheimer Badenia Jagdrennen, bedingt durch Bombenschäden auf der Mannheimer Bahn, von 1957 bis 1972 in Haßloch eine neue Heimat. Zum Start in eine neue Zukunft für Haßloch wurde vor allem die Anschaffung einer neuen Startmaschine und die Einführung des Elektronentotos. Um den stetig wachsenden Zuschauerzahlen gerecht zu werden, wurden 1978 eine moderne Stahlkonstruktionstribüne und 1993 eine zweite, teilverglaste Tribüne erbaut, die inzwischen nach umfangreichen Umbauten eine internationale Wettannahmestelle beheimatet. Bis zu 15.000 Zuschauer finden auf der idyllisch am Waldrand gelegenen Bahn Platz. Mit einer Gesamtlänge von rund 1820 Metern und einer Zielgerade, die 560 Meter misst, gehört die Haßlocher Strecke neben Baden-Baden, München und Frankfurt zu den vier großen Rennbahnen in Süddeutschland. Im Boxendorf auf der Gegenseite befinden sich Stallungen mit circa 150 Pferdeboxen, von denen rund 100 als Gastboxen an Renntagen zur Verfügung stehen. Hier ist auch die Haßlocher Trainingszentrale angesiedelt. Zum täglichen Training stehen neben einer 2050 Meter langen Sandbahn, die neben der Rennbahn im angrenzenden Wald liegt, eine Grastrainierbahn sowie ein weites Netz an Waldwegen zur Verfügung. (ast)