Neustadt Geschichten, die das Leben jeden Tag so schreibt, lustig verpackt

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Neustadt. Der Titel „Mo gugge“ des Programms des Begge Peder, hochdeutsch Peter Beck, müsste eigentlich „Mo lache“ lauten. Denn es wird während des Abends nur einmal gelacht – vom Beginn der Veranstaltung bis zum Ende. Am Samstagabend war Peter Beck, bekannt vor allem als Redner bei der Mainzer Fasnacht, zu Gast im Bürgerhaus in Maikammer. Der begeisterte Applaus zeigte, dass der Meenzer ankam.

Peter Beck kommt – eher ungewöhnlich - nicht in seiner Figur, sondern als er selbst auf die Bühne. Er plaudert mit den Leuten über Alltägliches, über das Wetter – „der Herbst beginnt nun langsam“ – und über seine Schwiegereltern, ganz goldige Leute, wie er betont. Vom Schwiegervater, der schon 90 Jahre auf dem Buckel habe und so manches vergesse. Die Zuschauer lachen, haben doch viele ähnliche Erfahrungen. Vor den Augen des Publikums verwandelt sich Peter Beck in „de Begge Peter“, zieht Hut und Brille auf, steckt die unschönen Zähne in den Mund. Zuvor erklärt er noch rasch, dass er selbst absolut nichts gemein habe mit diesem bissigen, schrulligen Ewignörgler. De Begge Peder ist von Beruf Hausmeister. Aber er ist auch sonst in seinem Stadtteil sehr engagiert – im Ortsbeirat, im Fasnachtsverein und bei den Kegelbrüdern. Jede Menge Freunde hat „de Peder“, die zum Teil seine Kollegen bei der Stadt oder im Ortsbeirat sind: de „Lidl-Joe“, „sei Frau arbeitet bei Lidl“, de Elektriker Flately, „der hat mal in die Stromleitung gefasst, seitdem hippt der wie der irische Tänzer“, de Bademeister Titanic oder de Wertstoff-Günther, der arbeitet bei der Müllabfuhr, und nicht zuletzt „de Borjemaster“, im Rheinhessischen heißt so der Bürgermeister. Und was de Peder mit all diesen übers Jahr erlebt, das erzählt er dem erwartungsvollen Volk. Es ist nichts Außergewöhnliches, nichts wirklich Spannendes, nichts Tiefgehendes. Es sind einfach Geschichte, die das Leben jeden Tag so schreibt, die Beck aber derart lustig verpackt bringt, dass selbst ein Griesgram lachen müsste. Natürlich schreckt der Kabarettist auch nicht vor manchen Derbheiten, ein- und zweideutigen Gags zurück, aber das nehmen ihm die Zuhörer nicht krumm, passt es doch zu diesem herrlich kauzigen Schwadronierer. Da berichtet de Peder vom Fasnachts-Ballett, bei dem jetzt „auch es Melanie, die Tochter vom Marlies“, beide recht schwergewichtig, mittanzt. Verständlicherweise „heben die zwei nur“ – wie schon die Oma, und die war Hebamme. Ja, auch Kalauer dürfen nicht fehlen, verleihen den Anekdoten manchesmal die besondere Würze. Das einjährige Jubiläum des Fasnachtsvereins soll herausragend begangen werden. Wie das aussehen wird, das erzählt de Begge Peder en detail: das Ein-Mann-Orchester wird den Tusch einbringen - in diesem Jahr soll der Organist, der „Gebenedeite“, der nicht ohne Noten spielen kann, diese Funktion übernehmen -, de Lidl-Joe wird nicht nur die Bütt“ schieben, nein der will unbedingt auch noch blöde, vom Internet heruntergeladene Witze erzählen, und de Borjemaster möchte speziellen Wein, „en Franzos, von de Sonne verschont oder Kopfweh in Flaschen“ servieren. Wer schon einmal einem Freund geholfen hat, eine Sauna zu installieren, wer mit Kegelbrüdern und –schwestern ein paar Urlaubstage – in einem Gasthof mit Etagendusche – verbracht hat, wer Lehrer oder eben Hausmeister an einer Schule ist oder zumindest vom Hörensagen weiß, was dort abgeht, kann sich in de Begge Peder hineinversetzen, kann über die urkomisch vorgetragenen mit Pointen gespickten Erzählungen herzhaft lachen. Zugaben werden lautstark eingefordert und in bewährter Manier gewährt. Am Ende verwandelt sich der Comedian wieder in Peter Beck und dieser sammelt noch Spenden für die Kinderkrebshilfe in Mainz. Dass einige Scheine und Münze in dem dafür aufgestellten Handwerkerkoffer landen, versteht sich von selbst nach diesem herrlich-witzigen Abend, der so sehr zum gesunden Lachen eingeladen hat.

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