Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Natalia Stulin über ihren Wechsel von Niederkirchen nach Sand

Natalia Stulin hat zwölf Jahre für den 1. FFC Niederkirchen gespiel.
Natalia Stulin hat zwölf Jahre für den 1. FFC Niederkirchen gespiel.

Die Edenkobenerin Natalia Stulin (29) ist nach zwölf Jahren beim 1. FFC Niederkirchen zum Bundesliga-Absteiger SC Sand gewechselt, der gerade mit einem 1:0-Sieg bei Fortuna Köln in die dritte Runde um den DFB-Pokal eingezogen ist. In 118 Zweitliga-, 63 Regionalliga- und 15 DFB-Pokal-Partien hat die Fachkraft für Kurier-, Express- und Postleistungen 25 Treffer erzielt.

Frau Stulin, Sie gehörten in Niederkirchen schon zum Inventar, oder?
Nach dieser langen Zeit beim selben Verein war für mich der Punkt gekommen, etwas Neues anzufangen. Der SC Sand strebt die Rückkehr in die Erste Bundesliga an. Ich will mithelfen, dieses Ziel zu erreichen. Es ist nämlich mein Traum, einmal in der Ersten Bundesliga zu spielen.

Wie kam es zum Kontakt?
Der neue Vereinskoordinator Helmut Behr hat den ersten Kontakt hergestellt. Ich habe ihn tatsächlich durch meine Arbeit näher kennengelernt. Ich stelle in Bellheim die Post zu, da kamen wir ins Gespräch.

Wie ist Ihr erster Eindruck?
Der SC ist ähnlich strukturiert wie Niederkirchen: ein kleinerer Verein, in dem es familiär zugeht. Deshalb habe ich mich gleich wohlgefühlt. Das sportliche Niveau ist höher, der Trainerstab breiter aufgestellt.

Ist der Weg nicht sehr weit?
Ich bin kürzlich von Edenkoben nach Landau umgezogen, da ist es nicht mehr ganz so weit. Dennoch ist die Fahrtzeit von einer Stunde sehr anstrengend. Wegen der Arbeit kann ich aktuell nicht an jedem Training teilnehmen. Deshalb trainiere ich noch in Freimersheim mit, um auf meine Einheiten zu kommen. Dort ist mein Vater Trainer. Ich strebe einen erneuten Umzug in die Nähe von Sand an.

Wie vereinbaren Sie das mit Ihrem Beruf?
Ich arbeite aktuell in Vollzeit und möchte das zunächst auch weiter tun. Doch ich habe schon das Gespräch mit der Deutschen Post als meinem Arbeitgeber gesucht. Es wird gerade geklärt, ob ich in die Nähe von Sand versetzt werden kann.

Wie kann der Frauenfußball vom Erfolg der EM in England profitieren?
Wir brauchen definitiv mehr Medienpräsenz. Wenn über das Fernsehen mehr Interesse erzeugt wird, kommen auch mehr Zuschauer ins Stadion. Die Liveübertragungen müssen zu einem besseren Zeitpunkt stattfinden und nicht an einem Wochentag um 16 Uhr. Wir betreiben unseren Sport genauso professionell und haben den gleichen Aufwand wie die Männer.

Was meinen Sie zum Thema „Equal Pay“?
Eine gleiche Bezahlung von Männern und Frauen ist unrealistisch, das sehe ich ein. Die Männern stoßen auf deutlich mehr Interesse und sorgen für wesentlich mehr Umsatz. Doch die Schere bei den Gehältern ist in den letzten Jahren zu weit auseinandergegangen.

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