Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Frauen der TSG Haßloch besiegen Wörth und finden neuen Trainer

Anouk Hagedorn warf die ersten drei TSG-Tore. Dann hatte sie etwas Pech, traf die Latte und vergab einen Siebenmeter.
Anouk Hagedorn warf die ersten drei TSG-Tore. Dann hatte sie etwas Pech, traf die Latte und vergab einen Siebenmeter.

„Schön war’s nicht.“ Marc-Robin Eisel schüttelt nach dem 24:15 (11:7)-Erfolg des Frauen-Handball-Oberligisten TSG Haßloch gegen den TV Wörth den Kopf. Der Wörther Coach Gerd Götz hat mit seinem Team nicht nur das Spiel verloren.

Drei Sekunden vor dem Pausenpfiff fällt die Wörtherin Anne Pfirrmann auf den Boden und schluchzt laut auf. Sie kann nicht mehr alleine aufstehen. „Sie ist bei einer Täuschbewegung mit dem Knie weggeknickt“, erzählt Götz später. Pfirrmann habe schon zwei Kreuzbandrisse hinter sich, ergänzt er. „Sie ist sehr schlecht gelaunt – es sieht nicht gut aus.“

Ina Bühl kennt diese Situation bestens. „Fast genau vor einem Jahr ist mir das Kreuzband gerissen“, sagt der TSG-Neuzugang, der nach der langen Zwangspause gegen Wörth das erste Heimspiel im Haßlocher Trikot absolviert. Und im Spielaufbau die Position der verletzten Lucie Krein einnimmt – die kuriert gerade einen Kreuzbandriss aus. Krein ist vor Weihnachten operiert worden. „Dabei ist auch ein Knorpelschaden behoben worden“, erzählt sie. Sie habe nun zwei Schrauben im Knie. Ihr Ziel sei es, „wenn alles gut läuft“, im Oktober/November wieder Handball spielen zu können.

Bühls Aufgabe

Bühl, die für die Kurpfalz-Bären auch in der Bundesliga eingesetzt worden ist, ist im September von der TSG Ketsch nach Haßloch gewechselt. Marc-Robin Eisel habe ihr gesagt, ihre Aufgabe sei es, Ruhe ins Spiel zu bringen. „Man lässt sich einlullen“, sagt sie aber ebenfalls unzufrieden über die Partie gegen Wörth. „Wörth hat so lange Angriffe gespielt – das Spiel zieht sich wie Kaugummi.“

Fakt ist aber: Das Spiel der Haßlocherinnen ist ruhiger geworden. Ihre Hektik in den Partien vor Weihnachten hatte zu vielen Fehlern geführt. „Es wird Stück für Stück besser“, sagt Eisel. Gegen Wörth führen die Gastgeberinnen immer. Doch zu Beginn hält der Gast gut mit, kommt auf 4:5, 5:6 und 6:7 heran. „Wir haben mitgehalten, waren aber nicht präsent genug“, kritisiert Götz. „Wir haben uns von der harten Gangart der Haßlocherinnen den Schneid abkaufen lassen.“

Pfosten und Latte

Die TSG-Frauen stehen gut in der Abwehr, erobern dort mehrfach den Ball. Dass sie nicht gleich einen großen Vorsprung herausspielen, liegt vor allem an vergebenen Großchancen. Anouk Hagedorn und Marlena Schilling treffen Pfosten und Latte des TV-Tores. Hagedorn vergibt einen Siebenmeter ebenso wie Jessica Glaser – Gästetorfrau Laura Offermann pariert die Würfe. „Die Torfrau hat gut gehalten“, gibt Eisel zu. „Sie ist sehr stark“, sagt Götz und ergänzt, dass sie schon so manchen Strafwurf gehalten habe. „Die tun weh“, sagt Ina Bühl zu den verpassten Chancen. „Und jedes Gegentor tut dann doppelt weh.“

Weil aber die Haßlocherinnen konditionell überlegen sind, ziehen sie bereits Ende der ersten Hälfte davon. Nach der Pause erhöht sich die Anzahl an Fehlpässen und Fangfehlern auf Wörther Seite. Mirjam Stumpf, mit vier Toren beste Wörther Schützin, Eva Rütten und Kim-Julia Mayer seien nach langer Verletzungspause wieder zurück, hätten erst ein oder zwei Trainingseinheiten absolviert, erklärt Götz die konditionellen Probleme. Und Kathrin Pfirrmann sei krank, habe aber helfen wollen. Das Saisonziel der Wörtherinnen sei einfach nur, nicht abzusteigen.

Ausgeglichenes Punktekonto

Die Haßlocherinnen indes nutzen nun konsequent ihre Chancen. Allen voran Anouk Hagedorn (7) und Marlena Schilling (8) aus dem Rückraum oder im Spiel eins gegen eins. „Jetzt haben wir uns freigetreten“, ist Marc-Robin Eisel dann doch zufrieden. Nach dem Rücktritt von Trainer Peter Motz hatte die TSG fünfmal in Folge verloren. Jetzt hat sie wieder ein ausgeglichenes Punktekonto.

Neuer TSG-Trainer

Der Sportliche Leiter der Haßlocher, Peter Wingerter, hat derweil mit Benedikt Hettich einen neuen Trainer für die nächste Saison gefunden. „Eine Traumlösung. Er passt zu 100 Prozent zu uns und wird nächste Saison mit Robin Eisel das Trainerteam bilden“, freut sich Wingerter über die Zusage. Hettich sei gerade vereinslos gewesen. Im letzten Spiel 2022 beim TSG-Sieg in Mundenheim sei er schon als Coach eingesprungen, als Eisel und Interimscotrainer Philip Rogawski verhindert gewesen seien. Der Kontakt zu Hettich sei über Peter Motz entstanden. Wingerter: „Benedikt Hettich kennt die Mannschaft aus vielen Freundschaftsspielen.“

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