Neustadt FFC am Ende ohne Gegenwehr

Willstätt. Die einzigen positiven Erkenntnisse, die Niko Koutroubis, Trainer des Frauen-Fußball-Zweitligisten 1. FFC Niederkirchen, nach der 0:4 (0:1)-Niederlage beim SC Sand II mit nach Hause nahm, waren, dass sich diesmal keine seiner Spielerinnen verletzt und keine einen Platzverweis erhalten hat.

Angesichts der schwachen Leistung in der zweiten Hälfte scheint es bei dem schweren Restprogramm des abstiegsbedrohten FFC zweifelhaft, ob noch ein Erfolgserlebnis in dieser Saison gelingt. Am Ostersonntag durften die Niederkirchenerinnen noch zufrieden feststellen, dass sowohl der TSV Crailsheim als auch der SV Weinberg ohne Punktgewinn blieben. „Wenn wir heute gewinnen, sind wir durch“, meinte FFC-Spielleiter Alois Schalk gestern vor dem Anpfiff in Sand noch zuversichtlich. Koutroubis überlegte sich derweil eine neue Variante im Angriff und nominierte Silvana Arcangioli als einzige Stürmerin. Dadurch stand Romina Bornschein erneut für das Mittelfeld zur Verfügung. Sie bewies neben der wieder genesenen Kathrin Becker in der Zentrale, dass sie dort am besten aufgehoben ist. Es sah zunächst nicht schlecht für die Pfälzerinnen aus: Die Südbadenerinnen hatten zwar von Beginn an die größeren Spielanteile, aber die Gäste hielten gut dagegen. In der 14. Minute wurde es erstmals für Niederkirchen gefährlich. Aber FFC-Torfrau Nadine Winckler entschärfte den ersten gefährlichen Schuss der Gastgeber ebenso souverän wie drei Minuten später den zweiten. Dann hatte sie jedoch Glück, als ein Schuss von Jennifer Schlee auf der Latte des FFC-Tors aufsetzte. Nach diesen drei guten Möglichkeiten wären die Gastgeberinnen fast für ihre Nachlässigkeit im Abschluss bestraft worden: Nach einem Freistoß von Kathrin Becker köpfte Innenverteidigerin Jasmin Mackert den Ball an den linken Torpfosten. Dies sollte jedoch die einzige Niederkirchener Torchance vor der Pause bleiben. Als sich alle auf eine torlose erste Hälfte eingestellt hatten, flankte die SC-Außenverteidigerin Marine Campos von links unbedrängt – die mitgelaufene Angela Migliazza schob den Ball zum 1:0 ein (45.). „Solche Spielzüge sind einstudiert“, meinte Koutroubis. In der Pause durften die Niederkirchenerinnen noch auf einen Punkt hoffen. Denn zu diesem Zeitpunkt war noch nicht absehbar, dass sie mit zunehmender Dauer immer mehr abbauen sollten. Nachdem Winckler einen Heber von Christine Veth noch entschärft (54.) und die Sander Spielführerin drei Minuten später nach tollem Zuspiel von Jenny Gaugigl das FFC-Tor knapp verfehlt hatte, brach das Unheil über die Gäste herein. Mit tollem Heber ins linke obere Eck gelang zunächst Migliazza das 2:0 (61.). Damit begann eine der schwächsten Phasen des FFC in dieser Saison. Er verstärkte nun die Offensive, wodurch sich aber für Sand Löcher in der Niederkirchener Abwehr öffneten. Und die wurden ausgenutzt. Das 3:0 entsprang jedoch einer Standardsituation: Jenny Gaugigl erkannte, dass die Niederkirchenerinnen bei einem direkten Freistoß noch nicht konzentriert waren. Weil der Ball schon freigegeben war, schoss sie ihn an den verdutzten Gästspielerinnen vorbei ins linke untere Toreck. Der letzte Sander Treffer war typisch für ein Spiel, in dem sich ein Kontrahent bereits aufgegeben hat: Ohne Gegenwehr zog die aus Ruppertsberg stammende Christine Veth von halbrechts ab und ließ Winckler keine Chance. Die Gastgeber nahmen es zwar mit der Abwehr auch nicht mehr sonderlich ernst, aber der FFC wusste damit nichts anzufangen. „Mit meinen vielen jungen Spielerinnen habe ich gegen so viel Erfahrung keine Chance. Trotz der hohen Niederlage haben wir von allen abstiegsbedrohten Teams das beste Torverhältnis. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir das Minimalziel Relegationsplatz erreichen“, sagte Koutroubis.

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