Handball Drei junge Pfälzerinnen spielen in Landesauswahl

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Drei Tage, 30 Mannschaften, 78 Spiele: Am Wochenende haben Nachwuchs-Handballer in Aerzen, Rohrsen, Afferde und Emmerthal beim Gastgeber Handballverband Niedersachsen-Bremen um den Select-Cup gespielt. Drei Talente aus Diedesfeld waren ebenfalls dabei. Für die Eltern bedeutete dies einigen Aufwand.

Im Turnier um den Select-Cup sind die Auswahlmannschaften der Bundesländer angetreten. Zum Rheinland-Pfalz-Kader der Mädchen vom Jahrgang 2008 gehörten Annika Kutschera, Lara Hauenstein und Jette Dürk. Alle drei haben das Handballspielen im TV Kirrweiler begonnen, wo Hauenstein und Dürk mit ihrer Mannschaft erstmals in die Oberliga aufgestiegen sind. Annika Kutschera spielt inzwischen in der B-Jugend der HSG Dudenhofen-Schifferstadt.

Von klein auf spielen Lara Hauenstein und Jette Dürk Handball. Über Stützpunkttraining und Pfalzauswahl gingen sie ihren Weg in den Rheinland-Pfalz-Kader. „Das Training ist montags in Wittlich zirka zwei Stunden Fahrzeit von Neustadt entfernt“, betont Laras Vater Michael Hauenstein den Aufwand. „Ohne eine funktionierende Fahrgemeinschaft wäre dies nicht zu schaffen.“ Um sich dort unter den älteren Spielerinnen zu behaupten, fingen die Pfälzerinnen vor einigen Monaten unter Anleitung ihres Landestrainer sogar an, regelmäßig Krafttraining zu machen.

Sommercamp auf Sylt

Das Engagement hat sich ausgezahlt. Höhepunkt war für sie bisher eine Woche im Handball-Sommercamp auf Sylt. Jetzt kam das Turnier um den Select-Cup in der Landesauswahl hinzu. Dürk und Hauenstein erhielten einiges an Spielzeiten in den insgesamt fünf Partien während des dreitägigen Turniers. Während Jette Dürk meist aufgrund ihrer Schnelligkeit und Annika Kutschera als Linksaußen eingesetzt worden sind, war Lara Hauenstein im rechten Rückraum oder am Kreis zu finden. Die Rheinland-Pfälzerinnen schlossen ihre Gruppenspiele auf Platz drei ab. Im folgenden Überkreuzspiel mit Teams anderer Gruppen besiegten sie die Auswahl aus dem Saarland und gewannen das Spiel um Platz neun gegen die Auswahl Nordrhein Süd. Gewonnen hat die Auswahl aus Mecklenburg-Vorpommern vor der Vertretung aus Sachsen. Insgesamt haben 14 Mädchenmannschaften am Turnier teilgenommen.

„Aus Elternsicht bleibt ein Wermutstropfen“, fügt Michael Hauenstein kritisch an. „An diesem Turnier konnten nur die Kinder teilnehmen, deren Eltern 130 Euro für Trainingsanzüge und Trikots sowie weitere rund 100 Euro für Verpflegung und Busfahrt zu zahlen bereit waren.“ Grundsätzlich werde kein Kind wegen seiner finanzielle Lage zu Hause ausgeschlossen, betont Nina Schmall, Geschäftsführerin des Teams Rheinland-Pfalz-Handball. Wenn Eltern das Geld für Ausrüstung oder Verpflegung ihrer talentierten Kinder nicht hätten, „müssen sie sich an uns wenden“. In der Vergangenheit habe es aber in dieser Hinsicht keine offiziellen Anfragen gegeben. Schmall: „Wir können nicht alle Kosten übernehmen – das ist in anderen Landesverbänden genauso.“

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