Neustadt Die hohen Ziele des Jamie Green

Neustadt. Neue Saison, neues Glück. Nach diesem Motto startet das Rosberg-Team am kommenden Sonntag, 4. Mai, auf dem Hockenheimring in die neue DTM-Saison. Und Arno Zensen strahlt nach der verpatzten Saison 2013 wieder Optimismus aus. „Ich bin guter Dinge“, sagt der Teamchef. Dazu tragen vor allem die beiden neuen Fahrer, die Felipe Albuquerque und Edoardo Mortara ersetzt haben, bei: Jamie Green und Nico Müller. „Mit den beiden bin ich absolut glücklich.“ Doch vor dem Neustart war erst einmal Manöverkritik angesagt. Pleiten, Pech und Pannen kennzeichneten den gesamten Saisonverlauf 2013. Das Rennteam aus Neustadt konnte nie an die guten Leistungen der Saison 2012 anschließen. „Vielleicht sind wir nach 2012 ein wenig zu hochnäsig an die Aufgaben herangegangen“, bekennt Zensen selbstkritisch, „nun sind wir wieder konzentrierter.“ Auch in der täglichen Arbeit wurde alles hinterfragt und manche Struktur geändert. Nichts Grundlegendes. Aber auch Kleinigkeiten können einen Betrieb, in dem jedes Rädchen ins andere greifen soll, hemmen. Und ein neuer, realistischerer Boxenstoppsimulator soll den Räderwechsel sicherer machen. Denn mit nur einem Boxenstopp, wie es das neue DTM-Reglement nur noch vorsieht, fällt diesem eine noch größere Bedeutung zu. Nun also mit Zuversicht in die Saison 2014. Die strahlt auch Jamie Green aus. Sein Ziel definiert der Brite klar und unmissverständlich: „Ich will die Meisterschaft.“ Vor einem Jahr war der 31-Jährige nach acht Jahren in Mercedes-Diensten zu Audi gewechselt. Nach einem Jahr beim Team Abt erfolgt nun der Wechsel zu Rosberg. „Jamie wollte unbedingt zu uns“, sagt Zensen, „die Chemie hat sofort gestimmt.“ Auch Greens erste Eindrücke sind positiv: „Ich fühle mich sehr wohl, das Team hat Kompetenz.“ Und es sei hungrig nach dem schwierigen letzten Jahr. „Bei mir ist das ähnlich“, ergänzt er. Für die Rosberg-Truppe ist das Engagement von Green, der in 93 DTM-Rennen achtmal siegreich war, ein zusätzlicher Ansporn. „Wir haben seit 2000 zum ersten Mal einen erfahrenen Fahrer“, sagt Zensen. Aber auch einen absoluten Neuling. Der Schweizer Nico Müller kommt aus Formel Renault. „Nico ist heiß, ist sehr sachlich und macht gute Aussagen“, beschreibt der Teamchef den Neueinsteiger. Schon nach wenigen Wochen bilden die beiden Fahrer ein eingeschworenes Duo. Beispiele: „Jamie gibt sehr viel preis, hilft Nico mit seiner Erfahrung“, erzählt Zensen. Doch das ist keine Einbahnstraße. „Vor den Tests in Budapest hat Nico, der den Hungaroring sehr gut von seinen Formelrennen her kennt, bei Jamie angerufen und ihm angeboten, dass sie gemeinsam die Strecke abgehen.“ Für den 22 Jahre alten Müller ist Green der ideale Teamkollege. „Ich kann von einem so erfahrenen Kollegen viel lernen“, sagt der Thuner, „er gibt mir viele Tipps, die bei der limitierten Fahrzeit an einem Rennwochenende sicherlich unheimlich nützlich sein werden.“ So will er seinem Ziel, sich in der DTM zu etablieren, schnell näher kommen. Denn die Erwartungen sind ambitioniert. „In der zweiten Saisonhälfte möchte ich mich regelmäßig auf den Punkterängen zeigen.“ Dass dies nicht ausgeschlossen ist, zeigten die Testfahrten, die das Team mit Müller im April in Hockenheim machte. Der Schweizer hat dabei einen guten Eindruck hinterlassen. Jamie Green untermauert noch einmal seine höheren Ambitionen: „Ich bin zu Audi gewechselt, weil ich Meister werden will“, hatte der Brite seinen Arbeitgeberwechsel begründet. Und nun sagt er: „Nach allem, was ich erreicht habe, ist die Meisterschaft eine realistische Möglichkeit.“ Davon ist auch Arno Zensen überzeugt. „Wir hatten noch keinen Fahrer, der sich so intensiv auf die Saison vorbereitet hat“, berichtet er, „Jamie ist sehr penibel, sehr detailverliebt. Auch wir konnten davon lernen.“ Jetzt muss die komplette Rosberg-Truppe dies lediglich auch umsetzen. Bis zum Happy End.

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