Neustadt Am Rande der Bande:

Heute empfangen die Drittliga-Handballer der TSG Haßloch die HG Oftersheim/Schwetzingen (19.30 Uhr). Der Eintritt ins Sportzentrum wird für Erwachsene wie immer zehn Euro kosten. Warum schreibt der das, ist doch selbstverständlich, werden manche jetzt denken. Ist es eben nicht. Zumindest nicht bei allen pfälzischen Handballvereinen. Am vergangenen Wochenende empfing der Haßlocher Ligakonkurrent TV Hochdorf ebenfalls die HG Oftersheim/Schwetzingen. Und die Überraschung an der Kasse: „Elf Euro, bitte“, sagte die dort sitzende Dame. „Warum elf, sonst kostet’s doch immer zehn“, so der verdutzte Schreiber dieser Zeilen, der häufiger Drittliga-Handballspiele in der Region besucht und den Zehn-Euro-Schein schon parat hielt. „Derbyzuschlag“, lautete die Antwort. Nachfrage: „Was für’n Derby?“ Antwort: „Rhein-Neckar-Derby.“ Aha! Okay, die Spielorte der beiden Vereine liegen nur rund 40 Kilometer voneinander entfernt. Aber ist Hochdorf gegen Oftersheim/Schwetzingen wirklich ein Derby, wie man es sich so vorstellt? Haßloch gegen Hochdorf, Haßloch gegen Zweibrücken oder Hochdorf beziehungsweise Haßloch gegen Mundenheim – das sind Derbys, wie sie im Buche stehen! Pfälzische Duelle mit viel Feuer drin. Da zahlt der Handballfreund, wenn’s denn sein muss, auch mal einen Euro mehr als sonst. Wobei man über einen solchen Zuschlag ganz allgemein natürlich trefflich streiten kann: Die TSG Haßloch verlangt für kein Spiel einen Derbyaufpreis, sei es auch noch so brisant. „Wir wollen unsere Leute ja nicht veräppeln. Zehn Euro sind genug“, sagt klipp und klar der Haßlocher Teammanager Thomas Müller auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Da wir hier aber grad am Nörgeln sind: Einen Wermutstropfen gibt es für Besucher des TSG-Sportzentrums leider doch: Bei gefühlten acht von zehn Heimspielen sind die grünen Papiertücher zum Händeabtrocknen in der Herrentoilette aus. Dann hilft nur kräftiges Abschütteln und den Rest an der Hose abwischen. Das nervt ein bisschen. In Hochdorf gibt’s einen Warmluft-Handtrockner, der bislang sogar immer funktioniert hat, was man von den Teilen ja nicht grundsätzlich behaupten kann. Aber einen Euro mehr zu zahlen, damit man auch sicher die Hände trocken bekommt, das kann’s ja auch nicht sein… Eigentlich hätten auch die Gewichtheber der TSG Haßloch heute um 19.30 Uhr antreten sollen, in der Oberliga gegen den KSV Grünstadt. Doch Beginn ist nun schon um 18 Uhr. Man wollte vermeiden, dass der Wettkampf zeitgleich zum Handball-Drittliga-Spiel stattfindet, sagt Gewichtheber-Abteilungsleiter Rudi Einholz: „Der Konditionsraum grenzt direkt an den Teil der Tribüne, auf dem am meisten Lärm gemacht wird. Daher ist es für die Sportler dann schwierig, sich während des Wettbewerbes auf die Versuche zu konzentrieren.“ Hat den Vorteil für die Zuschauer, dass nun etwa drei Stunden lang hochkarätiger Sport im TSG-Sportzentrum zu sehen ist. |ffg