Nahe-Glan-Region RHEINPFALZ Plus Artikel Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald wird auch außerhalb der Saison viel geboten

Die Wildkatze ist ein Symboltier des Nationalparks Hunsrück-Hochwald.
Die Wildkatze ist ein Symboltier des Nationalparks Hunsrück-Hochwald.

Er ist so groß wie etwa 14.000 Fußballfelder und erstreckt sich über zwei Bundesländer: der Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Vom tiefsten Punkt an der Kirschweiler Brücke auf 380 Metern bis zur höchsten Erhebung mit 816 Metern am Erbeskopf können Besucher Natur pur erleben.

„Natur Natur sein lassen“ ist das Leitziel des Nationalparks. Auf möglichst großer Fläche soll eine natürliche Entwicklung zugelassen werden. So finden sich auf den 10.193 Hektar Wald, Wiesen, Moore und Halden.

Rund 2400 Personen nahmen im vergangenen Jahr an Touren durch den Nationalpark teil. Nach Angaben von Pressesprecher Guido Lotz waren es ähnlich viele wie 2018. Neben den Touren des Nationalparkamtes gibt es weitere Angebote zertifizierter Nationalparkführer, die – ebenso wie Wanderer und Spaziergänger, die den Nationalpark eigenständig auf den sechs Traumschleifen oder den Etappen des Saar-Hunsrück-Steigs erkunden –, nicht in der Statistik aufgehen. Beschäftigt seien im Nationalparkamt 60 Mitarbeiter, davon 28 Ranger und drei im Freiwilligen Jahr.

100 Wildkatzen dokumentiert

Die wissenschaftliche Beobachtung und Umweltbildung sind wichtige Eckpfeiler des Nationalparks. So konnte mit einer Lockstock-Methode nachgewiesen werden, dass etwa 100 Wildkatzen den Nationalpark durchstreifen. Nicht umsonst findet sich die Wildkatze im Logo des Nationalparks, auch ein neues Maskottchen, das derzeit ermittelt wird, soll auf die Katze verweisen. Schwarzstorch, Fledermäuse, Moorlibellen sowie der Rothirsch, Rehwild und Schwarzwild sind in der Fauna weit verbreitet. Die Flora bietet unter anderen seltene Orchideenarten. Auch Wilde Narzisse und Arnika wachsen dort. Laubbäume sind die häufigste Baumart, am meisten sind im Nationalpart Buchen zu finden. Mehr als ein Viertel aller Bäume sind sogar älter als 120 Jahre.

Drei Nationalpark-Tore

Anlaufstellen für Besucher sind das zukünftige Nationalpark-Tor Wildenburg bei Kempfeld, das Keltendorf bei Otzenhausen sowie das Nationalpark-Tor Erbeskopf in Hilscheid, wie Lotz weiter erläutert. Am Hunsrücktor am Erbeskopf ist täglich die Ausstellung „Willkommen im Urlaub von morgen“ von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Kostenlos werden dort dienstags bis sonntags um 13 Uhr ein Rangertreff sowie um 14 Uhr ein Rangerspaziergang angeboten. Freitags findet anstatt des Rangerspaziergangs eine „Gipfeltour“ statt.

Viele Ranger- und Erlebnistouren

Am Wildfreigehege Wildenburg findet jeden Sonntag, 14 Uhr, eine kostenpflichtige Erlebnistour zu bizarren Felsen und alten Wäldern statt. Parallel wird in der Zeit vom 31. März bis 31. Oktober eine Junior-Wildkatzen-Tour für Kinder angeboten. Zu den „Wilden Kelten“ führt eine kostenpflichtige, samstägliche Tour (14 Uhr) am Keltendorf.

Jeweils vom 31. März bis 31. Oktober, 14 Uhr, finden eine barrierefreie Inseltour dienstags am Rangertreff Thranenweier, mittwochs eine Grenztour am Sauerbrunnen in Oberhambach sowie donnerstags eine Waldtour am Rangertreff Muhl in Neuhütten statt.

Fester Programmpunkt sind auch Rangertouren für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen. Sie werden in Gebärdensprache angeboten. Weitere Touren gibt es für Teilnehmer mit Bewegungs- oder Sehbeeinträchtigungen. Das Jahresprogramm sieht ferner weitere Angebote in leichter Sprache vor.

Paradies für Wanderer

Auf dem Saar-Hunsrück-Steig oder den insgesamt 111 Traumschleifen lässt sich der Nationalpark zu Fuß erkunden. Vier Etappen des Saar-Hunsrück-Steigs verlaufen von Nonnweiler nach Idar-Oberstein quer durch den Nationalpark. Sie führen über den keltischen Ringwall, durch Buchenwälder, über die verwunschenen Dollberge, zu den Hangmooren rund um den Erbeskopf und auf die Ruine Wildenburg.

Zudem wird der Park von sechs Premium-Rundwanderwegen erschlossen. Die Hubertusrunde umfasst 9,5 Kilometer und beginnt in Nonnweiler. Der Trauntal-Höhenweg mit 12,4 Kilometern startet am Forellenhof in Börfink. Zehn Kilometer lang ist die Börfinker Ochsentour, und die Dollbergschleife mit gut elf Kilometern beginnt an der Köhlerhütte in Neuhütten. Mit 7,5 Kilometern ist die Tour Gipfelrauschen vom Erbeskopf aus die schnellste vor der Tour Kirschweiler Festung, die gut neun Kilometer umfasst.

Ab April Trekking-Camps

In der Umsetzung befindet sich noch die 80 Kilometer lange Radroute zwischen Nonnweiler und Mörschied. Die Tour sei befahrbar, aber noch nicht ausgeschildert.

Ferner bietet der Nationalpark ab 1. April für Wanderer mit eigenem Zelt Übernachtungsmöglichkeiten im Nationalpark in Trekking-Camps an. Die drei Plätze liegen zwar außerhalb von Ortschaften versteckt im Wald, sind aber gut über Wanderwege erreichbar. Ergänzt werden die drei Camps durch die Wander-Servicestation am Bürgerhaus Muhl. Auch dort sind Zeltübernachtungen möglich. Reservierungen sind vorab notwendig.

Kostenlose Bildungsangebote können Schulen und Kitas buchen. Zudem werden in der Nationalpark-Akademie meist am Umwelt-Campus Birkenfeld monatlich Vorträge, Workshops oder Diskussionen mit Experten angeboten.

Nicht zuletzt bietet der Nationalpark auch kirchliche Angebote. So werden religiöse und kulturelle Sinn- und Selbstfindungsangebote in der Nationalparkkirche Muhl vom ökumenischen Projekt „Kirche im Nationalpark“ organisiert. Mehrmals im Jahr werden überdies Pilgertouren angeboten.

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