Wasserball
WSV Ludwigshafen bleibt Tabellenführer Cannstatt auf Fersen
„Uns fehlt im Moment die Puste“, erklärte WSV-Trainer Pierre Hilbich den doch schwachen Auftritt seiner Mannschaft. Er hatte dafür eine Erklärung, denn einige Spieler sind gerade erst von Corona genesen, andere, wie Mannschaftskapitän Benjamin Hettich, Zugang David Greine oder aber die Brüder Sommer hatten sich kurzfristig abgemeldet. Mit Lorenz Christahl und Marvin Manz standen zwei Jugendspieler in der Aufstellung. Das waren plausible Erklärungen für die zunächst schwache Vorstellung.
Und dann kam ja nur Darmstadt. Das abgeschlagene, weil noch sieglose Schlusslicht sollte schon irgendwie zu bezwingen sein. Entsprechend blutarm war die Vorstellung der Gastgeber, die nicht nur zu ungenau spielten, aber dafür immer wieder ohne Vorbereitung und nur mit sehr viel Optimismus in Richtung Tor warfen und Gästetorhüter Panagiotis Valasis die Arbeit leicht machten. Dann waren da noch die acht Pfostentreffer, die das Spiel zu einer zähen Hängepartie werden ließen. Trainer Hilbich fasste die Angriffsleistung so zusammen: „Was machen die da?“
Wende gelingt durch Doppelschlag
Das 4:3 durch Johannes Schmitz zehn Sekunden vor der Halbzeit war die erste Führung für die Gastgeber nach dem 1:0 durch Martin Görge (3.). Überhaupt bestand die WSV-Offensive in Halbzeit eins praktisch ausschließlich aus dem Routinier. Er hielt seine Mannschaft zumindest in Reichweite und glich die jeweiligen Führungstreffer der Gäste aus.
Die Wende gelang per Doppelschlag. Görge mit dem 3:3 und Schmitz mit dem 4:3 drehten innerhalb von 37 Sekunden die Partie. Das 4:4 konterte Görge mit seinem vierten Treffer und viel Wut im Bauch (19.). „Ab dem dritten Viertel hatten wir mehr Aggressivität und Sprungkraft“, freute sich Hilbich. Bei den Gästen machte sich die kurze Bank mit nur drei Wechselspielern bemerkbar. Bis zum Ende des dritten Abschnitts war mit 9:4 die Vorentscheidung gelungen. Ohne Glanz zwar, aber dafür mit zwei Punkten belohnt. Hilbich wusste die Leistung gut einzuschätzen. „Wir müssen uns steigern, werden in dieser Trainingswoche versuchen, wieder auf unser Niveau zu kommen.“ Immerhin stehen anstrengende Wochen an – unter anderem das Viertelfinale im Süddeutschen Wasserballpokal am 1. April gegen Tabellenführer Cannstatt.