Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der FSV Schifferstadt eine bärenstarke Landesligarunde spielt

Zwei wichtige FSVStützen: Torjäger Sven Hoffmann und Abwehrmann Martin Berac (rechts) im Spiel beim SV Büchelberg.
Zwei wichtige FSVStützen: Torjäger Sven Hoffmann und Abwehrmann Martin Berac (rechts) im Spiel beim SV Büchelberg.

Eine herausragende Hinserie hat der FSV Schifferstadt in der Landesliga Ost trotz großer personeller Probleme mit dem dritten Tabellenplatz abgeschlossen. Die 13er zählen zu den aussichtsreichsten Aufstiegskandidaten.

Vor zwei Jahren erreichte der FSV dank eines Kraftakts die Aufstiegsrunde und hatte damit das Saisonziel quasi erreicht. Drei Runden vor dem Ende betrug der Rückstand auf Rang zwei sieben Punkte. Dennoch schafften es die Blau-Weißen, noch an Grünstadt vorbeizuziehen, und wurden Zweiter. In den Aufstiegsspielen zur Verbandsliga unterlag der FSV dem TuS Steinbach erst in der dritten Partie nach Elfmeterschießen, was die grandiose Leistung des Teams in der Serie 2021/22 nicht schmälert. In der vorigen Runde gab es für Schifferstadt eine sorgenfreie Saison, die auf Platz sieben endete. Der Verein hatte sich längst den Respekt der Konkurrenz erarbeitet und gilt inzwischen als fester Bestandteil der Liga.

Und in diesem Jahr? Da steigerte sich der FSV erneut. „Wir haben eine großartige Vorrunde gespielt. Das ist an der Tabelle mit nur einem Punkt Rückstand auf den Spitzenreiter abzulesen. Einher geht eine sichtbare spielerische Entwicklung. Es war der fußballerisch beste Auftritt in den zehn Jahren, die ich jetzt da bin“, sagt Coach Christoph Mehrl. Der Trainer ist der Baumeister dieser starken und stabilen Formation und Vater des Erfolgs. Sachverstand, Menschenführung und innovatives Arbeiten stempeln Mehrl zu einer Führungspersönlichkeit und zum wichtigsten Mann an der Portheide, ohne den der FSV nicht vorstellbar ist. Trotz der langen Zeit als Coach beim FSV sind keine Abnutzungserscheinungen erkennbar.

Ziel: Überzahl herstellen

„Es gelingt uns inzwischen dauerhaft gute Leistungen abzurufen. Wir spielen attraktiv, strukturiert nach vorne, und es lässt sich eine gute Umsetzung von Trainingsinhalten feststellen“, verdeutlicht Mehrl. Beispielsweise bei der Spieleröffnung, die meist über den spielstarken Torwart Mario Fohs ausgelöst wird. Ziel sei es, je nach Anlaufverhalten des Gegners eine Überzahl herzustellen. Laufwege der defensiven Mittelfeldspieler und Außenverteidiger seien automatisiert. „In diesem Bereich haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht“, hat der Übungsleiter festgestellt. Die Ausgeglichenheit im breiten Kader sei ein weiteres Plus.

24 Akteure hat Mehrl bislang eingesetzt. Alle 16 Partien bestritten die Defensivspieler Jonas Hild und Martin Berac. „Jonas hat den größten Sprung nach vorne gemacht und ist inzwischen unangefochtener Stammspieler“, betont der Trainer, der Hild in erster Linie als Außenverteidiger eingesetzt hat. Berac, der vom VfB Haßloch kam, habe von den Ausfällen in der Deckung profitiert, gefalle mit einer tollen Einstellung, sei topfit und gehe immer ans Limit. Auf 15 Einsätze kommen Lucas Fiederer, Sören Hengstberger, Sven Hoffmann, Daniel Kopf, Philipp Schwind und Samsidindino Sonko. Bester Torschütze ist – wie immer seit er beim FSV spielt – Torjäger Hoffmann, der zwölfmal traf. Sonko kommt auf acht, Fiederer auf vier Treffer.

Viele Ausfälle in Hinrunde

Die Erfolge der Schifferstadter sind erstaunlich, weil das Budget klein ist und der Kader von vielen schweren Verletzungen ausgedünnt ist. Stellvertretend genannt sei Kapitän Alex Hödl, der sich einen Kreuzbandriss zuzog. Doch es zeigt sich ein Silberstreif am Horizont, weil sieben lange ausgefallene Spieler zur Rückrunde wieder dabei sind. Das versetzt Mehrl in eine ungewohnte Situation, die er nur am ersten Spieltag hatte: „Damals musste ich drei Jungs streichen, obwohl sie es nicht verdient hatten.“

Für die Rückserie haben sich die Schifferstadter vorgenommen, das Verteidigen von gegnerischen Standards, eine Dauerschwäche der Mannschaft, zu verbessern. „Wir werden auch nicht über das Thema Aufstieg reden, sondern wollen weiter ohne Druck guten Fußball spielen“, verrät der Coach. Ein großes Ziel hat der FSV noch. Nach drei Niederlagen in den vergangenen drei Derbys und einer miesen Leistung im Hinspiel (0:2) soll endlich mal wieder ein Duell gegen Lokalrivalen Phönix gewonnen werden.

x