Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Trotz Coronavirus: Saisonvorbereitungen im Freibad laufen

Kai Arnold entfernt die Schläuche nach dem Befüllen des Beckens.
Kai Arnold entfernt die Schläuche nach dem Befüllen des Beckens.

Die Vorbereitungen für die Freibad-Saison laufen auf Hochtouren. Dabei weiß wegen des Coronavirus derzeit niemand, wann sich die Pforte am Willersinnweiher öffnen darf. Trotzdem werden Becken gereinigt, Tore gestrichen, Hecken geschnitten – und das sogar mit deutlich mehr Personal als sonst.

Acht bis neun Wochen dauert es, das Freibad am Willersinnweiher aus dem Winterschlaf zu erwecken und vollständig in Betrieb zu nehmen. Eigentlich hätte die Saison am Samstag, 9. Mai, beginnen sollen. Doch das ist wegen der Einschränkungen durch das Coronavirus nun alles ungewiss, Anfang Mai als Startschuss unwahrscheinlich. „Wir hoffen, dass es bald los geht“, bringt es Wolfgang Köllner, Abteilungsleiter Bäder, auf den Punkt. Doch sein Team ist trotz unklarer Situation derzeit alles andere als im Wartemodus. Im Gegenteil: Schon seit Anfang März – etwa demselben Zeitpunkt wie im Vorjahr – wird im Freibad an allen Fronten intensiv gearbeitet. Drinnen, draußen, auf Gerüsten, im Becken, wer derzeit ins Freibad kommt – unser RHEINPFALZ-Fotograf durfte mit ausreichend Abstand einen Blick hinein werfen – sieht die fleißigen Mitarbeiter überall. Die Aufgaben sind dabei jedes Jahr ähnlich.

Auffüllen dauert sieben Tage

Zunächst werden alle Becken geleert. Im Nichtschwimmerbereich ist das in der ersten Aprilwoche passiert, im Schwimmerbecken um Ostern herum. Alle Becken und Wasserspeicher werden anschließend mit der Hand und mit dem Hochdruckreiniger sauber gemacht, wie Bäderchef Köllner und Stadt-Pressesprecherin Sandra Hartmann beschreiben. Neben diesen 3000 Quadratmetern Fläche, die zu reinigen sind, kommen noch etwa 300 Meter an Überlaufrinnen, fast dieselbe Länge an Einströmungskanälen und die Rinnenroste dazu. Auch die Rutschen werden auf Vordermann gebracht, die Duschen gesäubert. Alle leeren Becken anschließend wieder mit 3500 Kubikmeter neuem Wasser zu füllen, dauert sieben Arbeitstage. Und das alles ist nur ein Teil der anstehenden Aufgaben. „Wenn die Saison näher rückt, gibt es weitere Arbeiten“, sagt Hartmann. Etwa: Sonnensegel installieren, Beregnungsanlage prüfen und 200 Müllbehälter aufstellen.

Das Besondere: Dieses Jahr sei man mit mehr Personal im Einsatz als sonst und könne auch Arbeiten erledigen, die sonst erst einmal liegen geblieben oder von Fremdfirmen übernommen worden wären, sagt Köllner. Denn durch die plötzliche Schließung der Hallenbäder im März ist dort Personal frei geworden. Dieses ist nun teilweise am Willersinnweiher im Einsatz. Laut Pressesprecherin Hartmann helfen einige Kassierer aus den Hallenbädern aber auch bei der städtischen Corona-Telefonhotline aus.

„Wissen nicht, wie’s weitergeht“

Es ist eine ungewöhnliche Zeit für das Bäder-Team. Schließlich wird derzeit so gearbeitet, dass das Bad Anfang Mai zur Eröffnung bereitstünde. Erst kurz vor dem tatsächlichen Termin anzufangen, wäre zeitlich bei so vielen Vorarbeiten nicht zu schaffen, sagt Köllner. Die unklare Zukunft macht das alles aber nicht einfach. „Die Mitarbeiter sind gewohnt, einen Dienstplan für Wochen im Voraus zu haben“, sagt er über sein Team, das üblicherweise im Schichtbetrieb arbeitet. Derzeit sei oft spontanes Handeln gefragt. Wie etwa, als es plötzlich hieß, der öffentliche Badebetrieb werde eingestellt, aber die Schulen bleiben offen. Darauf hatten sich gerade alle eingestellt, als plötzlich auch der Schulsport wegbrach, da die Bildungseinrichtungen wegen Corona dicht machen mussten. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, so Köllner.

Bei den Vorbereitungen im Bad würden die Mitarbeiter vor Ort darauf achten, Kontakte zu vermeiden. Das sei relativ einfach umzusetzen, erklärt Köllner. „Im Freibad kann man sich aus dem Weg gehen und man ist an der frischen Luft.“

Parkplatz ist fertig

Wenn es endlich losgeht, werde sich für die Besucher im Vergleich zum Vorjahr nichts ändern. „Der Parkplatz wurde in zwei Bauabschnitten saniert und ist fertig“, sagt der Bäderchef. Und von einem Provisorium, dass nun schon länger bei der Badtechnik im Einsatz ist, merken die Besucher ohnehin nichts. Weil diese nach der Badsanierung nicht wie gewünscht funktionierte, läuft ein juristisches Verfahren, in dem es laut Stadtsprecherin aber „nichts Neues“ gebe. Man warte auf den Bericht eines Gutachters. Mit dem Provisorium wird nun laut Köllner eine Anlage umgangen, die eigentlich Wasser nach der Filterspülung wieder aufbereiten sollte, was aber zu lange dauert. Doch es geht provisorisch auch ohne diese Anlage. Der Saison stünde also nichts im Wege, wäre da nicht das Coronavirus. „Sonst entscheiden wir, wann geöffnet wird. Jetzt entscheiden andere über uns“, fasst Wolfgang Köllner die Situation zusammen.

Der Zaun am Freibad wird entrostet und frisch gestrichen.
Der Zaun am Freibad wird entrostet und frisch gestrichen.
Auch in den Innenräumen wird gearbeitet: Der Filter einer Pumpe wird entleert und gereinigt.
Auch in den Innenräumen wird gearbeitet: Der Filter einer Pumpe wird entleert und gereinigt.
Ein andere Mitarbeiter schneidet die Hecken. Auch die Grünanlagen müssen auf Vordermann gebracht werden.
Ein andere Mitarbeiter schneidet die Hecken. Auch die Grünanlagen müssen auf Vordermann gebracht werden.
Das Becken wird geleert und dabei Laub entfernt.
Das Becken wird geleert und dabei Laub entfernt.
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