Ludwigshafen Trainerwechsel bewirken nichts

SCHIFFERSTADT/LUDWIGSHAFEN. In der Fußball-B-Junioren-Regionalliga wird es in der kommenden Saison kein Derby mehr geben. Phönix Schifferstadt beendete ein sorgenfreies Jahr auf Rang acht, dagegen muss der Ludwigshafener SC als Tabellenvorletzter in die Verbandsliga Südwest absteigen.

„Das Ziel, früh mit dem Abstiegskampf nichts zu tun zu haben, wurde erreicht. Aber wir sind weit unter dem geblieben, was möglich war“, zieht Phönix-Trainer Jürgen Grimm ein zwiespältiges Fazit. In der Vorrunde hatte Phönix 22 Zähler geholt und Rang fünf belegt. Diese Platzierung habe Grimm zufolge auch den Qualitäten der Mannschaft entsprochen. „Nach der Winterpause hatten wir nie mehr den Kader aus der Vorrunde zur Verfügung“, konstatiert der Coach. Dafür gab es etliche Gründe: Die besten Spieler halfen bei den A-Junioren aus, die in der Regionalliga (erfolglos) gegen den Abstieg kämpften. Dazu wurde die in der Verbandsliga erfolgreich um den Ligaverbleib ringende B2 unterstützt. Schließlich kamen etliche Verletzungen dazu. So wurde die über Jahre eingespielte und durchweg gut besetzte Formation auseinandergerissen. Gegen Mannschaften auf Augenhöhe wie FK Pirmasens (1:4), TuS Koblenz (2:3) und SV Gonsenheim (2:3) wurde in der Rückserie verloren. Dazu gab es überraschende Niederlagen gegen schwächere Teams wie SG Betzdorf (1:3) oder JFV Rhein-Hunsrück (0:2). „Die Mannschaft hat die Gegner oft unterschätzt. Sie ist mitunter zu leichtfertig in die Spiele gegangen und hat dann den Hebel nicht mehr umlegen können“, bemängelt der scheidende Trainer. Zu den Stärken haben die Geschlossenheit und das Umschaltspiel gezählt. Der Übungsleiter bezeichnet „Ausnahmefußballer“ Marc Rech, die Innenverteidiger Ugo Nobile und Jonas Dietrich sowie die Offensivkräfte Jawad Zein und Jannik Styblo (wie Rech fünf Saisontore) als die stärksten Akteure. Erfolgreichster Torschütze war Trainersohn Marco Grimm (6). Allerdings wenden sich Dietrich (Tennis) und Grimm (Football) anderen Sportarten zu. Jürgen Grimm konzentriert sich auf seinen Job als Co-Trainer von Frauen-Bundesligist Hoffenheim und wird von Jürgen Socher abgelöst. Der Ludwigshafener SC hätte nicht absteigen müssen, denn in den meiste Partien fehlte nicht viel. Achtmal verlor das Team mit einem Tor Differenz, sechsmal waren es zwei. Nur beim 1:4 in Koblenz gab es eine höhere Niederlage. Die Gründe für den Abstieg sind woanders zu suchen. „Drei Trainer in einer Saison, das sagt eigentlich alles“, betont der Sportliche Leiter Jakob Brunn. Üzdal Duman warf nach atmosphärischen Störungen früh das Handtuch. Der damalige Jugendleiter Reiner Holzapfel übernahm das Team, stieg aber im März aus privaten Gründen aus. Coach Nummer drei war Goran Barisic. „Als ich kam, war der Rückstand zu groß. Zudem haben wir zu wenige Tore geschossen und hatten kaum Alternativen auf der Bank“, verdeutlicht der Kroate. So rutschte der LSC immer tiefer in den Abstiegssumpf. Die Hochfelder erzielten die wenigsten Treffer (31), obwohl sie in Furkan Sahan den fünftbesten Schützen der Liga in ihren Reihen hatten. Ihm gelangen 15 Tore. „Ich wollte talentierte Spieler aus der B2-Mannschaft hochziehen und habe versucht, deren Coach Mike Drüke mit ins Boot zu nehmen. Doch das hat nicht geklappt“, bedauert Barisic. Drüke ist inzwischen zu Wormatia Worms abgewandert. Barisic, der frühere Trainer von Frauen-Zweitligist FFC Niederkirchen, will den „Betriebsunfall“ beheben. Er bleibt auch in der Verbandsliga Coach der B-Junioren. (thl)

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