Ludwigshafen
Theater im Pfalzbau begrüßt wieder Abonnenten
Es gibt nicht ein Abo am Theater. Sondern 28 ganz unterschiedliche Modelle. Da sind die ganz klassischen Schauspiel-, Ballett- oder Tanztheater-Abonnements, deren Inhaber immer auf dem gleichen Platz sitzen – manche schon seit Jahrzehnten. Es gebe treue Besucher, die seit 40 oder 50 Jahren ins Haus kommen, sagt Tilman Gersch, der Intendant des Theaters im Pfalzbau.Wer zum Beispiel Inhaber des „Schauspiel 1“-Abonnements im Ludwigshafener Theater ist, bekommt automatisch Karten für die Eigenproduktion „Macbeth“ am 13. Oktober, das Burgtheater-Gastspiel „Geschlossene Gesellschaft“ am 29. Oktober, sieht das Deutsche Theater Berlin mit der „Der zerbrochne Krug“ am 26. November, die Münchner Kammerspiele am 18. März mit „Effingers“, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg am 31. März mit „Richard the Kid & the King“ und schließlich „Engel in Amerika“ am 8. Juli vom Residenztheater München.
Preise nicht erhöht
Entsprechend gibt es auch ein Abo „Schauspiel 2“, den „Ballettring 1“ und „Ballettring 2“ und auch für Performance, Musiktheater und Komödie. Es gibt Abos speziell für Senioren und Abos speziell für junge Besucherinnen und Besucher. Dazu kommen das Wahlabonnement, bei dem man sich aus einem Angebot von 18 Vorstellungen sechs aussuchen kann. Und es gibt die Theatergemeinden. Da weiß man zwar im Voraus, welche Vorstellungen man besuchen wird, aber nicht, auf welchem Platz man sitzt. Acht Vorstellungen können zum Einheitspreis von zusammen 116 Euro angeschaut werden. Und schließlich gibt es noch die Möglichkeit, mit der Theater-Card, die 69 und mit RHEINPFALZ-Card 61 Euro kostet, acht Vorstellungen mit bis zu 50-prozentiger Ermäßigung zu besuchen.
Das Abo-System mit vielen unterschiedlichen Modellen gibt es in praktisch allen großen deutschen Theatern. „Uns erleichtert es die Planung, und die Besucher können sehr günstig hochkarätige Vorstellungen besuchen“, sagt Gersch. „Und den Menschen gibt es Struktur bei ihrer Kulturplanung. Wer berufstätig ist und wenig Zeit hat, muss sich nicht darum kümmern, unser Programm im Blick zu haben und rechtzeitig Karten zu kaufen.“ Stichwort Preise: Das „Schauspiel 1“-Abo, bei dem sechs hochkarätige Inszenierungen geboten werden, kostet in der teuersten Kategorie 126 Euro, der „Ballettring“ ist nur unwesentlich teurer. Das Haus habe die Preise zur kommenden Spielzeit nicht erhöht, sagt Gersch.
Kündigung bis 30. Juni möglich
Hinter dem Theater liegen wie hinter sämtlichen Kultureinrichtungen überhaupt zwei aufregende Jahre. Es gab Zeiten der kompletten Schließung. Zeiten der ständigen Absagen und Verschiebungen. Zeiten, in denen das Haus nicht komplett ausgelastet werden durfte, in denen man mit Maske im Theater saß. Nun planen Gersch und sein Team wieder den Normalbetrieb. Nachdem die Abonnements im Frühling 2020 eingefroren worden waren und sich Interessierte für Interims-Abos gezielt anmelden mussten, tauen die damaligen Abos – um im Bild zu bleiben – nun wieder auf. Alle Abonnenten werden wie früher angeschrieben und mit Karten versorgt. Wer zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen kein Abo mehr möchte, muss aktiv kündigen. Die Frist dafür läuft am 30. Juni ab. Genauso muss sich derjenige melden, der gerne auf einem anderen Platz sitzen würde. Neu-Abonnenten können sich bis zum Beginn der neuen Spielzeit anmelden. Das Programm wird am 14. Juni in einer Pressekonferenz vorgestellt.
Wie viele Menschen aktuell ein Abonnement des Theaters im Pfalzbau haben, ist für Gersch schwer zu sagen. „Wir haben 3000 Briefe geschrieben“, sagt der Intendant. „Aber das ist nicht der komplette Abonnentenstamm. Viele Menschen haben ja nicht nur ein Abo, sondern noch eins für ihren Partner oder ihre Partnerin.“ Wie das Interesse sein wird nach zwei Jahren Pandemie, in denen das kulturelle Leben zeitweise ziemlich brachlag und die Planung von Veranstaltungen nicht nur für Theater eine große Herausforderung war – Gersch ist selbst gespannt.
Die Erfahrungen mit Besucherinnen und Besuchern, sagt der 57-Jährige, seien in den zwei Jahren der Pandemie ganz überwiegend positive gewesen. „Viele haben sich solidarisch gezeigt und ihre Karten für ausgefallene Vorstellungen gespendet“, sagt er. „Und wir sind auch immer wieder gefragt worden, wie man am besten Künstler unterstützen kann.“