FUSSBALL
Standesgemäßer Erfolg zum Ausklang für die Arminia
Es waren noch nicht einmal fünf Minuten gespielt, da zeigte Schiedsrichter Veron Besiri nach einem Foul an Bastian Hommrich im Strafraum auf den Elfmeterpunkt. Torhüter Peter Klug machte sich in seinem 160. und letzten Oberligaspiel für den FC Arminia Ludwigshafen auf den Weg Richtung Tor von Mülheim-Kärlich. Er trat zum Strafstoß an und verwandelte mit etwas Glück ins rechte Eck, denn Kollege Tim Teschner war noch mit den Fingerspitzen am Ball. „Irgendwie ist immer etwas Glück dabei, wenn es um Elfmeter geht“, sagte der 31-jährige Schlussmann, der in der kommenden Saison für die TSG Deidesheim aufläuft.
Der Schlussmann räumte ein, dass „die Spannung raus war“. Das trifft nicht nur auf den Tabellenstand zu, denn die Rheingönheimer hatten den ersten Platz in der Abstiegsrunde vorher schon sicher und die Gäste standen als Absteiger fest. Auch die Partie selbst war früh entschieden. Die im ersten Abschnitt in allen Belangen überlegenen Gastgeber legten rasch drei Treffer nach. Beim 2:0 spielte David Braun sein enormes Tempo aus und bediente Mittelstürmer Matteo Monetta (12.). Dann wurde Braun im Strafraum gefoult und es gab erneut Elfmeter, den Hommrich verwandelte (22.), und schließlich krönte Monetta eine sehenswerte Kombination über Markus Schmitt, Yakup Polat und Hommrich mit einem für ihn typischen Lupfer (26.).
Elftes Saisontor für Monetta
„Wenn der Torwart auf einen zukommt, dann ist ein Chipball oft die beste Lösung, weil er nicht unbedingt damit rechnet“, erklärte der spielende Co-Trainer und grinste. Der 39-jährige Torjäger mit italienischen Wurzeln hat sein persönliches Ziel erreicht. „Ich wollte wieder zweistellig treffen. Das ist mir gelungen. Die Quote ist schon wichtig für einen Stürmer“, verdeutlichte Monetta, der einen unnachahmlichen Torriecher hat. Mit elf Saisontoren ist er der erfolgreichste Schütze der Arminia. Hinzu kommen sechs Assists. Bis zur Pause wirbelte der FCA weiter, doch zu einem fünften Treffer reichte es zunächst nicht, weil die Gäste mit einer Auswechslung ihre Schwachstelle in der Abwehr ausmerzten.
„In der ersten Halbzeit hatten wir viel Zug in unseren Aktionen, waren spielbestimmend und effektiv“, freute sich FCA-Coach Andreas Brill. Dabei hatte Mülheim-Kärlichs Trainer Pierre Gitzen vor der Partie noch Zuversicht verströmt: „Wir wollten nicht Letzter werden, das haben wir erreicht. Aber wir haben in der Abstiegsrunde noch keine Partie gewonnen. Das wollen wir ändern.“ Dieses Vorhaben zerstörte die Arminia binnen weniger Minuten. Brill hatte geplant, möglichst vielen Akteuren ausreichend Spielzeit einzuräumen. „Ich werde das Auswechselkontingent bestimmt früh ausschöpfen“, sagte Brill. Tatsächlich erfolgte der fünfte Wechsel schon nach 59 Minuten.
Schaulaufen nach der Pause
Die zweiten 45 Minuten hätten man sich schenken können. Die Laufbereitschaft ließ bei den Gastgebern erheblich nach, Zweikämpfe wurden gemieden, und phasenweise war es Sommer- und Standfußball, den die Rheingönheimer praktizierten. „Wir haben es auslaufen lassen, es gab einen Bruch im Spiel. Die beiden Gegentore sind Schönheitsfehler“, erläuterte Brill. Das letzte Saisontor erzielte Aleksander Biedermann nach Pass von Nico Pantano (79.). Doch das war nur noch eine Randnotiz.
Nach der Partie, die auf dem Stadionvorgelände stattfand, fuhren die Arminen zur Bezirkssportanlage Rheingönheim, ließ die Saison mit einem zünftigen Grillfest ausklingen und verabschiedeten die abwandernden Akteure. „Vielleicht komme ich irgendwann wieder zurück“, sagte Klug direkt nach dem Abpfiff. Klingt nicht so, als sei das Kapitel FC Arminia für ihn unwiderruflich beendet.