Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Sparkasse Vorderpfalz: System für Bargeldausgabe wird umgestellt

Olaf Maurus von der Sparkasse Vorderpfalz zeigt in Rheingönheim, wie der Cash Recycler funktioniert.
Olaf Maurus von der Sparkasse Vorderpfalz zeigt in Rheingönheim, wie der Cash Recycler funktioniert.

Schon seit einigen Jahren stellt die Sparkasse Vorderpfalz ihr Kassensystem für Bargeld um. Bis Mitte des Jahres gibt es in sechs weiteren Filialen keine Scheine mehr am Schalter. Stattdessen können Kunden an den Automaten rund um die Uhr Geld einzahlen und abheben.

Die Zeit der traditionellen Kasse ist bei der Sparkasse schon lange vorbei. Vor einer dicken Glasscheibe stehen und nach Geld fragen, das dann vom Konto abgehoben und ausgezahlt wird – das gebe es schon seit mindestens zehn Jahren nicht mehr, sagt Olaf Maurus, Leiter Privatkunden bei der Sparkasse Vorderpfalz. Als Zwischenschritt gab und gibt es den sogenannten Automatischen Kassentresor. Damit können Bankmitarbeiter auch an Schaltern Geld auszahlen – unter hohen Sicherheitsvorkehrungen.

Dass in Filialen Geldautomaten stehen, aus denen sich die Kunden ihr Geld holen, ist parallel dazu schon seit Jahren üblich. Neuer, aber ebenfalls bald in allen Filialen der Sparkasse einführt, sind sogenannte Cash Recycler (übersetzt etwa: „Bargeld wiederverwenden“). Das sind Automaten, an denen Geld abgehoben, aber auch eingezahlt werden kann. Was in zahlreichen Filialen der Sparkasse schon üblich ist, soll bis Mitte des Jahres auch in fünf weiteren Filialen in Ludwigshafen und in einer in Schifferstadt Normalität werden: Bargeld befindet sich nur noch im gesicherten Bereich des Geldautomaten. Es am Schalter abzuheben, ist nicht mehr möglich. Auch in Böhl-Iggelheim, Limburgerhof und Dannstadt-Schauernheim ist das seit einigen Wochen so, wie die Sparkasse auf Nachfrage mitteilt.

Kein Personalabbau

In Rheingönheim gibt es dieses Kassensystem schon seit 2015. Beim Besuch vor Ort widerspricht Sparkassen-Sprecher Albert Schlarp einer naheliegenden Vermutung vehement: Es gehe bei der technischen Neuerung nicht darum, Personal abzubauen. Die Anzahl der Mitarbeiter in den Geschäftsstellen ändere sich durch die Cash Recycler nicht. „Es ist immer jemand da, der den Kunden helfen kann“, sagt Tobias Brandenburger. Der 39-Jährige ist Leiter der Geschäftsstelle Rheingönheim. Außerdem hätten die Mitarbeiter künftig mehr Zeit für Beratung. Geld müssen sie ja nicht mehr auszahlen. Die Kunden wiederum hätten sich innerhalb von zwei bis drei Wochen an die Neuerung gewöhnt, berichtet Tobias Brandenburger aus seiner Erfahrung vor Ort in der Filiale.

Wirklich neu sei das Ganze ohnehin nur für die wenigen Menschen, die bislang noch kein Geld an Automaten abgehoben haben. Denn: Mit der Einführung von Cash Recyclern werde definitiv kein Bargeld mehr an Schaltern und im Servicebereich ausgegeben, heißt es von der Sparkasse. Aber Brandenburger sagt, beispielsweise in Hinblick auf ältere Kunden: „Wir erklären das und gehen mit dem Kunden zusammen an den Automaten.“ Wer noch ein Sparbuch besitzt, könne an den Schalter kommen und dann mit einer kontounabhängigen Geldkarte abheben.

Sicherheit und Diskretion

„Der klassische Geldautomat stirbt aus“, sagt Maurus. Das Gerät, das nur auszahlen kann, würde nach und nach durch den Cash Recycler ersetzt. Weil man in diese rund um die Uhr – also auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten – eben auch einzahlen könnte, seien sie „perfekt für Geschäftskunden“.

Als weitere Vorteile nennt Maurus vor allem Sicherheitsaspekte und Diskretion. „Niemand muss mehr den Geldbetrag erwähnen, der ausbezahlt werden soll“, sagt der 54-Jährige. „Man hat keine Scheine offen irgendwo liegen“, ergänzt Brandenburger. Denn die meisten Überfälle würden passieren, wenn der Täter mitbekommt, wie viel Geld über den Tresen gewandert ist. Auch offen gezählt werde auf diese Weise nicht mehr.

Cash Recycler heißen die Automaten übrigens, weil sie das eingezahlte Geld – nach Prüfung auf Echtheit – einem anderen Kunden wieder auszahlen. Das Geld wird sozusagen recycelt. Für die Banken hat das wiederum den Vorteil, dass die Automaten nicht so oft befüllt werden müssen. Schließlich machen das die Kunden ja selbst.

Bis Jahresmitte sollen laut Sparkasse Vorderpfalz 24 der 31 Geschäftsstellen umgestellt sein. Langfristig sollen in allen Filialen die neuen Automaten die Bargeldaus- und -einzahlung am Schalter ersetzen. Dass es bis dahin noch ein bisschen dauern könnte, habe bauliche und technische Gründe. Etwa, weil ein spezieller 24-Stunden-Bereich eingerichtet werden muss, so wie es ihn auch in Rheingönheim gibt.

Zur Sache: Die Umstellung

Die Sparkasse Vorderpfalz hat insgesamt 31 Filialen in Ludwigshafen, Speyer und dem Rhein-Pfalz-Kreis. In folgenden Filialen wird bis Juni auf das neue System – nur noch Geld am Automaten – umgestellt: Gartenstadt, Süd, Oggersheim, Oppau, Edigheim.Die Filiale in Schifferstadt am Schillerplatz wird bereits am 24. März umgestellt.

Für folgende Filialen wird noch geprüft, wann sie umgestellt werden sollen: Mundenheim, Friesenheim, Ludwigshafen-Nord, Ernst-Reuter-Siedlung, Hauptstelle Ludwigsplatz, Rathaus-Center, Schifferstadt Salierstraße.

Alle anderen 18 Filialen, darunter alle in Speyer, arbeiten bereits mit neuem System.

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