Ludwigshafen Sonnig im Gemüt
Akkordeon, Gitarre, Saxophon: Diese Besetzung passt gut zu einem Glas Wein in einem Café. Trilogy heißt das kleine Ensemble, das in Thomas Sifflings Reihe „Nightmoves“ im Mannheimer Theatercafé zu Gast war. Saxophonist Olaf Schönborn hatte zwei Musikerfreunde aus Frankreich mitgebracht, den Akkordeonisten Vincenzo Carduccio und den Gitarristen und Sänger Bertrand Le Guillou.
Der in Ludwigshafen lebende Saxophonist hat seine Mitstreiter vor zwei Jahren kennengelernt und seither spielt er immer wieder mal mit ihnen. Auch eine gemeinsame CD ist in Planung. Schönborn, der sonst mit seinem Trio Variety einen expressiven bop-betonten Jazz spielt, fand in den beiden Franzosen Gefährten für eine eher entspannte Musik. Titel von Django Reinhardt, dem Begründer des europäischen Jazz, geben neben französischen Chansons und schwungvollen Musette-Walzern den Ton an. „Indifference“ ist einer dieser Walzer mit vital sich drehenden Melodien und einem Akkordeon, das Sehnsucht und Lebenslust eins werden lässt. „Nuages“ (Wolken) heißt eine der schönsten Balladen von Django Reinhardt. Sanft ließ der Akkordeonist die Melodien tremolieren, ließ Schönborn sie gefühlvoll himmelwärts entschweben. Ein zweiter Django Reinhardt ist der Gitarrist Bertrand Le Guillou nicht unbedingt, aber er hat viel Gefühl und sublime Technik. In Freinsheim wohnt der französische Musiker inzwischen, spielte des öfteren mit Wesley G. und anderen. Und er hat eine wunderbare Singstimme, warm und charismatisch, was den Chansons viel Authentizität verleiht. „Que reste-t-il?“ war eines dieser Chansons, eine französische Ausgabe von „I wish you love“. Locker und entspannt swingend hörte sich dies bei Trilogy an, und sehr sonnig im Gemüt. Launige Pirouetten drehte der Akkordeonist dazu. Und weil Franzosen gerne englische Lieder singen, wie Schönborn verriet, gab es einen Song von Stevie Wonder gleich hinterher: vital tanzend und swingend, mit intensiven Melodien. Lebhafte rhythmische Muster wob der Akkordeonist zu den Soli von Schönborn, der seinem Spiel gerne eine starke Bluesfärbung beigab und dabei auch in leisen Registern überzeugte. Auf virtuose Kabinettstückchen konnte das Trio dabei verzichten, etwa bei seiner Version von Chick Coreas „Spain“. Umso mehr wussten die Musiker die schönen Melodien zu genießen, ließen sich diese geradezu auf der Zunge zergehen. Im Improvisationsteil ließ Vincenzo Carducccio seine leichtgängige Fingerschnelligkeit und Spiellust noch einmal zu bester Wirkung kommen. Raum für Soli und Improvisationen bot das Triospiel reichlich, und dabei zeigte Olaf Schönborn immer wieder seine große spielerische Klasse. Intensiv war sein Spiel auf dem Altsaxophon, seelenvoll glühten seine weitgeschwungenen Tonlinien. Sonnig und federleicht geriet der Auftritt dieser drei Musiker, Melodien und Rhythmen brachten sie in schönster Inspiration zum Tanzen.