Worms RHEINPFALZ Plus Artikel Preisträger des Wormser Jazz Preises in All Star Besetzung

Die Preisträger des Wormser Jazz Preises.
Die Preisträger des Wormser Jazz Preises.

Es war ein außergewöhnliches Konzert in All Star Besetzung, die es exklusiv für den Blue Nite Abend gab. Preisträger des Wormser Jazz Preises spielten eigene Kompositionen.

Das Interesse war groß, 300 Jazz Fans kamen laut Volker Wengert, dem Vorsitzenden der Jazzinitiative Blue Nite, ins Wormser Theater. Und denen wurde auch ein besonders tolles Konzert geboten. Wie Wengert bei der Begrüßung sagte, haben sich alle Preisträger zu Größen der Jazzszene entwickelt – und damit hat er Recht: Das sind alles Musiker auf Champions League Niveau. Und dass aus allen „was geworden ist“, zeigt auch, dass die Preise mit Sachverstand an die richtigen Leute vergeben wurden.

Auch der einzige „Ersatzmann“ ist eine echte Größe: Weil Kontrabassist Arne Huber, Preisträger von 2015, nicht dabei sein konnte, ist Dietmar Fuhr eingesprungen. Er spielt schon lange im Trio der ersten Jazzpreisträgerin von 2003, Anke Helfrich, die an diesem Abend sich das Klavier mit Volker Engelberth (2017) geteilt hat.

Geboten wurde viel an diesem Abend: Es gab ausschließlich Originale der Preisträger, ausgenommen einen Standard, den Saxophonist Fabian Schöne (2019) neu und anders arrangiert hat. Er nutzte dabei die Gelegenheit, mal richtig aus dem Vollen schöpfen zu können.

Spaß und Spielfreude

Das hat auch Trompeter Marko Mebus (2023), der den Opener komponiert hat für die komplette All Star Besetzung und dafür sich die Personifikation des Jazz vorgestellt hat. „Ich sehe da einen älteren Herrn in einem zerknitterten Anzug, der ein bisschen verschroben ist und nie Geld für sein letztes Bier hat“, sagte Mebus. Immerhin scheint der alte Herr Jazz in Kopf und Gemüt noch jung und frisch zu sein und auch Spaß und Spielfreude zu haben - so klang das nämlich.

Etwas schräg begann „Uff de Schnerr“ von Christof Thewes (2007). Der saarländische Posaunist erklärte, dass junge Leute „uff de Schnerr“ sind, wenn sie Freitag abends auf die Kerwe gehen und erst am Sonntag wieder heimkommen. Nach den lebhaften Stücken wurde es ein wenig ruhiger mit Steffen Webers „Hymn for Christine“, einem Stück, dass er schon vor 30 Jahren seiner Frau gewidmet hat. Weber wurde 2005 mit dem Preis geehrt.

Suite über Farben

Pianist Volker Engelberth hat „V - Yellow“ im Kontext einer Suite über Farben geschrieben. Hier konnte im Intro Dietmar Fuhr mit spannenden Farben seines Kontrabasses beeindrucken, bevor dann die Rhythmusgruppe mit dem Pianisten eingestiegen ist. Schlagzeuger Tobias (2021) hat ein Stück einer Marke von Schlagzeug-Fellen gewidmet, die ihm offenbar wirklich gut gefallen. Anke Helfrich sprach vermutlich aus, was viele Kollegen und Zuhörer denken: Musik kann man eigentlich nicht direkt vergleichen - aber so einen Preis zu gewinnen, sei schon was Tolles.

Nun ist der Wormser Jazz Preis auch nicht an einen Wettbewerb gebunden. Vielmehr schlagen die Mitglieder der Jury junge Musiker vor, die sie für besonders talentiert und förderwürdig halten. Inzwischen ist der Wormser Preis ein echter Bürgerpreis geworden und, wie Volker Wengert erklärte, damit auch bundesweit einzigartig. Das Preisgeld kommt aus Spenden zusammen. Saxophonist Stefan Karl Schmid (2013) berichtete, wie sehr ihn der Preis, den er kurz nach Veröffentlichung seines Debüt-Albums bekam, angespornt und bestätigt habe.

Beeindruckendes Zusammenspiel

Flötistin Stefanie Wagner (2011) spielt eigentlich in Duo- und Trio-Besetzungen. Sie nutzte hier die Gelegenheit, ein Duo-Stück ganz neu und für große Besetzung mit allen anwesenden Bläsern zu arrangieren. Und wie sich zeigte, kann sie das auch richtig gut. Mit dabei und dritter Saxophonist im Bunde war ein echter Wormser, nämlich Gary Fuhrmann, der 2009 mit dem Preis geehrt wurde.

Geprobt und eingespielt haben die Preisträge am Mittag vor dem Konzert – aber bei dem hohen Niveau an Musikalität braucht es offensichtlich nicht mehr. Das Zusammenspiel war beeindruckend, die Arrangements klangen durchweg eindrucksvoll und die Rhythmusgruppe war bestens zusammen und sorgte für guten Groove und Unterstützung der Solisten.

Das Konzert hat auch den Zuhörern großen Spaß gemacht und so war eine große Zugabe, ein Blues mit viel Improvisation, unbedingt geboten.

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