Ludwigshafen Nach Anschlag in Magdeburg: Gedenkminute in LU, Weihnachtsmarkt-Programm abgesagt
Der Endspurt des Ludwigshafener Weihnachtsmarkts wird bis Montag durch Stille gekennzeichnet sein: Das Musikprogramm, sämtliche Veranstaltungen sowie das am Samstagabend geplante Feuerwerk werden als Reaktion auf den Anschlag mit Toten und zahlreichen Verletzten am Freitagabend auf den Markt in Magdeburg abgesagt. Das teilte Christoph Keimes, Geschäftsführer der Stadtmarketinggesellschaft Lukom, am Samstagmorgen auf Anfrage mit. Diese Entscheidung sei in Absprache mit Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) getroffen worden. „Ich habe angeordnet, dass die Flaggen auf Halbmast gesetzt werden“, informierte die 62-Jährige. Um 13 Uhr wird es auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Platz eine Gedenkminute für die Opfer des Anschlags geben, zu der auch Stadtratsmitglieder und die Öffentlichkeit eingeladen seien. Damit wolle Ludwigshafen seine Anteilnahme ausdrücken, erklärte Steinruck. Sie hat sich auch mit ihrem Mannheimer Amtskollegen Christian Specht (CDU) ausgetauscht, um ein möglichst gemeinsames Vorgehen abzustimmen.
„Unser Weihnachtsmarkt steht in dieser Zeit im Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität“, betonte die OB. „Wir möchten innehalten und denjenigen gedenken, die durch diese schreckliche Tat betroffen sind.“
„Unfassbar, schrecklich“
Keimes sprach von einer „schrecklichen Tat“ und einer „Tragödie“. Die „brutale Gewalt“ des mutmaßlichen Täters, ein 50-jähriger Arzt, der aus Saudi-Arabien stammt, sei „unfassbar“. Der Mann, der gefasst wurde, war gegen 19 Uhr mit einem gemieteten Auto in eine Menschenmenge des Magdeburger Weihnachtsmarkts gerast. Sein Motiv ist unklar. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Die traurige Bilanz bisher: mindestens fünf Tote, darunter ein Kleinkind, und mehr als 200 Verletzte.