Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Mundenheim: Wie soll der Zedtwitzplatz gestaltet werden?

Der Wochenmarkt ist laut Lukom mittwochs und samstags auf dem Zedtwitzplatz zu finden.
Der Wochenmarkt ist laut Lukom mittwochs und samstags auf dem Zedtwitzplatz zu finden.

Mitten in Mundenheim liegt der Zedtwitzplatz. Das Areal rund ums Hofgut wird nicht nur von den Bewohnern des Stadtteils, sondern auch von vielen Pendlern zum Parken genutzt. Außerdem macht der Wochenmarkt hier Station. Warum sich gleich zwei Fraktionen im Ortsbeirat an dieser Stelle Veränderungen wünschen.

Einen Antrag auf Neugestaltung des Parkplatzes auf dem Zedtwitzplatz hatten die Sozialdemokraten für die Sitzung am Donnerstagabend gestellt. Die Parkplätze sollten nach dem Wunsch von SPD-Sprecher Holger Scharff neu gekennzeichnet werden. Und zwar so, dass die Flächen der Größe der heutigen Pkw auch entsprechen. Ein Teil der Parkplätze sollte nur zeitweise belegt werden können, etwa für die Dauer von ein oder zwei Stunden. Denn derzeit werde das Areal vielfach als Park-and-Ride-Platz benutzt, was mitten im Ort nicht gewollt sei, beklagt Scharff.

Der Parkplatz sollte stattdessen den Bürgern vor Ort ausreichend zur Verfügung stehen, da die Parkplätze im Innenbereich von Mundenheim für die vielen Fahrzeuge sehr knapp bemessen seien, argumentiert die SPD. Die Taxiplätze hingegen sollten von der Rheingönheimer Straße auf den Platz verlegt werden. Schließlich fordert Scharff, dass bei der Neugestaltung auch das Thema Sauberkeit eine Rolle spielen sollte. Denn die Probleme mit wildem Müll rund um die Glascontainer seien bisher nicht gelöst worden.

Parkzeit begrenzen

Die CDU-Fraktion will Kurzzeitparkplätze auf dem Marktplatz ausweisen. Die Notwendigkeit von Taxiplätzen auf dem Marktplatz ist nach Ansicht von Sprecherin Wilhelma Metzler weiterhin unklar. Zumal weitere Taxi-Plätze entlang der Rheingönheimer Straße frei gehalten würden. Metzler erinnert daran, dass schon in einer Ortsbeiratssitzung im September 2019 einstimmig vorgeschlagen worden sei, auf dem Areal eine begrenzte Parkzeit von zwei Stunden von Montag bis Freitag, 8 Uhr bis 18 Uhr, für 20 bis 25 Plätze einzurichten.

Die Christdemokratin will daher bei der Verwaltung wissen, warum bisher keine Kurzzeitparkplätze ausgewiesen worden seien. Außerdem plädiert die CDU für die Schaffung von Anwohnerparkplätzen für die vier Wohnungen im Zedtwitzhof an der Parkseite. Großen Wert legen die Christdemokraten auch auf den Erhalt des kleinen Mundenheimer Wochenmarktes. Die Händler sollten keinesfalls von dem Platz verdrängt werden.

Ein Privatgrundstück

Nach den Angaben der Verwaltung handelt es sich bei dem Zedtwitzplatz nicht um einen für die Öffentlichkeit gewidmeten Platz, sondern ein Privatgrundstück der Stadt. Dennoch werde der Bereich als Parkplatz genutzt. Die Verwaltung gibt zu bedenken, dass bei einer Neugestaltung insbesondere auf die Belange des Wochenmarktes und der Ludwigshafener Kongress- und Marketinggesellschaft (Lukom) als dessen Betreiberin Rücksicht genommen werden müsse. Auch die Kerwe finde traditionell auf dem Platz statt, heißt es weiter aus dem Rathaus.

Zugunsten des Hofguts müssten 25 und für ein Grundstück in der Saarlandstraße 16 weitere Pkw-Parkplätze sowie fünf für das Deutsche Rote Kreuz zur Verfügung stehen, beschreibt die Verwaltung die Situation. Daher empfiehlt sie, dass man die restliche Fläche der Öffentlichkeit widmen und den Platz als Parkplatz bewirtschaften sollte. Dies sollte dann der Lukom übertragen werden.

Bürger sollen diskutieren

Ortsvorsteherin Anke Simon (SPD) schlug am Ende vor, über die Neugestaltung des Zedtwitzplatzes in einer Bürgerversammlung zu diskutieren – und erhielt dafür die Zustimmung des Gremiums. Einen Termin gibt es coronabedingt zunächst noch nicht.

Einwurf: Wie im Hallenbad

Das mit der Beteiligung und Mitbestimmung verschiedener Gremien ist in der Pandemie kompliziert. Längst haben sich viele Akteure daran gewöhnt, dass Sitzungen als Videokonferenzen im virtuellen Raum stattfinden. Tatsächlich sitzt dabei jeder Teilnehmer zu Hause am Schreibtisch vor seinem Bildschirm und hat Kopfhörer auf den Ohren. Neuerdings jedoch darf die Öffentlichkeit, also Interessierte und Medienvertreter, nicht mehr per Einladungslink an diesen Sitzungen teilnehmen. Stattdessen können die Debatten im Ratssaal verfolgt werden. Bei der Sitzung des Ortsbeirates Mundenheim waren die meisten Politiker per Kamera zugeschaltet. Vor Ort saßen neben drei Mitgliedern der CDU-Fraktion noch Hans-Peter Berg (FWG) und Ortsvorsteherin Anke Simon (SPD) vor einem Mikrofon hinter einer Plexiglasscheibe. Zu verstehen war die Sitzungsleiterin jedoch im Saal nicht. Der Hall aus dem Lautsprecher erinnerte ans Getöse in einer gut besuchten Schwimmhalle. So geht Demokratie im 21. Jahrhundert.

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