Ludwigshafen
Menschenrechte im Fokus: Auszeichnung für THG im Stadtteil West
In jüngster Zeit gab es viel Negatives über Ludwigshafener Schulen zu lesen. Dass dies nur eine Seite der Medaille widerspiegelt, darauf macht das Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) im Stadtteil West aufmerksam. Anlässlich des weltweiten Tags der Menschenrechte am 10. Dezember bekam die Schule für ihre Bildungsarbeit von der Frauenvereinigung „Soroptimist International“ eine Tafel für Menschenrechte überreicht.
Mit der Auszeichnung soll die Bildungsarbeit der Schule in Sachen Demokratie und Menschenrechte gewürdigt werden. Im Eingangsbereich des Schulgebäudes sind nun gut sichtbar unter der Tafel aus Plexiglas Auszüge aus den ersten drei Artikeln des Grundgesetzes zu lesen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt …“, heißt es hier. Für die kurze Feier zur Überreichung der neuen Gedenktafel haben sich in der großen Pause am Mittwoch zahlreiche Schülerinnen und Schüler im Foyer versammelt, es gibt einen kleinen musikalischen Rahmen.
„Demokratie ist nicht selbstverständlich“
„Demokratie und Menschenrechte gehören untrennbar zusammen. Es ist großartig, dass ihr euch so intensiv mit diesen Themen auseinandersetzt und Menschenrechte hier nicht nur unterrichtet, sondern auch gelebt werden“, betont Gabi Mirgeler, Präsidentin des Soroptimist-Clubs Ludwigshafen, zur Begründung der diesjährigen Preisvergabe an das THG.
Es sind Worte, die Geschichtslehrerin Annette Wandslebe besonders freuen. Was in Sachen Demokratieerziehung am THG unternommen wurde, fassen Klara Bisson und Luise Jahn aus der 13. Jahrgangsstufe zusammen. Sie berichten von Aktivitäten wie Workshops am Demokratietag am 2. Oktober, einer Diskussion an der Schule mit einer Zeitzeugin aus der ehemaligen DDR, der Verlegung von „Stolpersteinen“ in Ludwigshafen für Opfer der Nazi-Zeit, einem Besuch im Mainzer Landtag oder der Gedenkstätte KZ Auschwitz.
„Demokratie ist nicht selbstverständlich, wir müssen für sie kämpfen und sie schützen“, trägt Luisa vor. Weil Frauen hierzulande zwar offiziell gleiche Rechte hätten, aber noch immer unter Nachteilen litten, sei der Einsatz für Gleichberechtigung weiter wichtig, sagen die beiden Schülerinnen. „Ich bin echt stolz auf unsere Schule“, meint Stufenleiterin Wandslebe und bedauert, dass in der aktuellen Diskussion alle Ludwigshafener Schulen unter „Generalverdacht“ stünden. „Dabei gibt es Schulen, die so tolle Arbeit machen“, fügt sie hinzu.
Zur Sache
Soroptimist International (SI) ist eine weltweit aktive Organisation berufstätiger Frauen, die sich für Menschenrechte, Gleichberechtigung und die Förderung von Frauen und Mädchen einsetzt. In Deutschland gibt es nach offiziellen Angaben derzeit 225 Clubs mit über 7000 Mitgliedern. Im SI-Club in Ludwigshafen engagieren sich 32 Frauen, die jedes Jahr eine Menschenrechtstafel an eine Bildungs- oder soziale Einrichtung überreichen, um deren Engagement sichtbar zu machen.