Ludwigshafen Knifflige Suche nach Einbrechern

91-91749340.jpg

Es ist stickig im Besprechungsraum der Inspektion in Oppau. 50 Polizisten bekommen um 14 Uhr Informationen zu ihrem Großeinsatz. Ruchheim ist das Ziel: An vier Stellen rund um den Stadtteil soll bis 20 Uhr der Verkehr kontrolliert werden. Das erledigen die Ludwigshafener nicht allein. Sie haben Verstärkung aus Speyer, Frankenthal und Schifferstadt bekommen. Der Auftrag an die Uniformierten: Verdächtige Autos rauswinken und kontrollieren. „In dieser Jahreszeit nutzen Einbrecher vor allem die Dämmerung und frühen Abendstunden“, erklärt der Oppauer Inspektionsleiter Kai Antes. Ruchheim habe man ausgewählt, weil der Stadtteil gut erreichbar ist von den Autobahnen und Landstraßen. In Fußgönheim habe es zuletzt mehrere Einbrüche gegeben – und der Fluchtweg der Täter könnte ja über Ruchheim führen. Da die Polizei eben kein genaues Bild von einem Einbrecher hat – was ja auch die niedrige Aufklärungsquote von gut zehn Prozent erklärt –, gibt es solche Großkontrollen wie gestern. Man begibt sich auf die knifflige Suche nach Einbrechern. Johannes Jeffries ist ab 15 Uhr derjenige, der am Kreisel am Römig Autos rauswinkt. Worauf er dabei achtet? Der Kommissar spricht von einem „gewissen Raster“, das beim Thema Einbrüche greife: etwa auswärtige oder ausländische Kennzeichen und wenn mehrere Männer im Wagen sind. „Und dann winke ich alle mit Mängeln am Wagen raus oder wenn sie nicht angeschnallt sind. Die normale Verkehrskontrolle machen wir ja gleich mit“, sagt Jeffries. Per Funk informiert er seine Kollegen, weshalb er ein Auto rausgewunken hat und was sie bei der Kontrolle zu beachten haben. Die Polizisten gehen immer zu zweit zu einem Auto: „Das ist das Absicherungskonzept“, erklärt Günther Karbstein. Durch die Bildung von Teams verhindere die Polizei, dass sie attackiert werde. Karbstein notiert alles: wie viele Autos kontrolliert worden sind und was entdeckt worden ist. Ist bei einem Führerschein oder Fahrzeugbrief etwas unklar, rufen die Polizisten in Oppau auf der Inspektion an. Dort steht ihnen ein Kollege zur Verfügung, der die Datenbank nach entsprechenden Informationen durchsucht. Kurios ist ein Fall von Katharina Haag und Tobias Bergdoll. Sie kontrollieren ein Auto mit litauischem Kennzeichen. Die Verständigung ist holprig, funktioniert aber. Die Papiere der vier Insassen sind in Ordnung, aber ein Licht ist defekt. Aus dem Wageninneren heißt es, das Ersatzbirnchen habe man eben gekauft. Die Polizisten bitten um sofortige Montage. Der Mann steigt aus, schraubt. Nach zwei Minuten ist alles erledigt. Der Mann hebt den Daumen und lacht. Die Polizisten rufen: „Super.“ In diesem Fall lautet ihr Urteil: „Die waren nicht verdächtig. Es ist offensichtlich eine Familie. Sie sagen, sie machen hier Urlaub. Das sah alles in Ordnung aus.“ Zwischenbilanz gegen 18 Uhr: Es sind keine Einbrecher erwischt worden. Bei den Kontrollen von 45 Fahrzeugen und 30 Personen gab es 13 Mängelberichte sowie 20 Verwarnungen, weil die Fahrer nicht angeschnallt waren, der Führerschein fehlte oder die Beleuchtung defekt war. Wie gesagt, die Suche nach Einbrechern ist eine knifflige Aufgabe.

x