Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Historischer Sieg für die JSG-Mädels

Marlis Mader (Mitte) erzielt ein Tor für die SG Mundenheim/Rheingönheim im Spiel gegen St. Tönis.
Marlis Mader (Mitte) erzielt ein Tor für die SG Mundenheim/Rheingönheim im Spiel gegen St. Tönis.

Der weiblichen A-Jugend der JSG Mundenheim/Rheingönheim ist Historisches gelungen. Der 25:20 (10:9)-Erfolg über die Turnerschaft St. Tönis vom Niederrhein war der erste Bundesligasieg in der Geschichte der noch jungen Spielgemeinschaft.

JSG-Torhüterin Stefanie Pfau tanzte bereits zehn Minuten vor dem Ende. Nach einem parierten Ball gegen Julia Marie Fassbender nahm sie den Rhythmus der Stadionmusik auf, war kaum noch zu halten. Das galt für die gesamte JSG-Mannschaft, die sich in der Schlussviertelstunde von der eigenen Euphorie zum Sieg tragen ließ. Danach hatte es im ersten Durchgang noch gar nicht ausgesehen. „Da waren beide Mannschaften zu nervös, haben zu viele Bälle weggeworfen“, analysierte JSG-Trainer Marcus Muth. Fast die gesamten ersten 30 Minuten liefen die Gastgeber einem Rückstand hinterher. Das 3:2 von Marlis Mader (10.) war der erste Führungstreffer für die JSG, die allerdings mit einer starken Deckungsarbeit im Verbund mit Torhüterin Pfau auch nicht mehr als das zwischenzeitliche 4:6 (18.) zuließ. Praktisch mit dem Pausenpfiff gelang Linda Götz als einer von nur drei A-Jugendspielerinnen aus dem älteren Jahrgang mit dem 10:9 die zweite Führung.

Der Seitenwechsel brachte zunächst keine Beruhigung, obwohl die von der großen Kulisse fantastisch unterstützte JSG zunächst erstmals ebenfalls auf zwei Tore (12:10, 35.) vorlegte. Zufrieden war Muth damit noch nicht und sollte sich bestätigt sehen. Zu viele erzwungene Abschlüsse, zu wenig Spielintelligenz bemängelte er bei seinen jungen Damen, die sich zum Teil auch noch auf die eigene B-Jugend stützen mussten. Erst als mit dem 13:15 (42.) das Pendel zu Gunsten der erfahreneren Gäste auszuschlagen schien, besannen sich die Gastgeberinnen auf die eigenen Fähigkeiten. Lena Gantner und Marlies Mader glichen aus (44.) – und dann lief es plötzlich.

Angriffe konsequent ausgespielt

„In der letzten Viertelstunde haben wir so gespielt, wie wir uns das eigentlich von Anfang an vorgenommen hatten“, freute sich Muth. Maßgeblich daran beteiligt waren die B-Jugendlichen. Jula Koopmann zeigte von der Siebenmeterlinie keine Nerven, verwandelte vier ihrer fünf Versuche, wobei die Begegnung bei ihrem einzigen Fehlwurf beim 24:18 (55.) praktisch schon entschieden war. Nun spielten die JSG-Damen ihre Angriffe konsequenter aus, suchten und fanden auch die frei stehenden Außen oder nutzten Lücken in der Verteidigung für Abschlüsse aus dem Rückraum. Und wenn die Verteidigung doch herausrückte, wurde Luna Bohn am Kreis gefunden. So setzte sich die JSG Zug um Zug ab.

Und so tanzte in den letzten zehn Minuten nicht nur Torhüterin Pfau. Auch die Bank der JSG stand bereits Minuten vor dem Ende. Muth klatschte jede seiner Spielerinnen gleich mehrfach ab. Auch ihm war die Freude über den ersten Bundesligasieg deutlich anzumerken. Nur tanzen wollten weder er noch Co-Trainer Jürgen Ehrhardt. „Aber ich werde nachher mit einem zufriedenen Lächeln mit der Kehrmaschine durch die Halle fahren“, versprach Muth.

Mit dem Sieg hat die JSG weiter die Chance auf den zweiten Tabellenplatz in der Gruppe, der die direkte Qualifikation für eine weitere Bundesligasaison bedeuten würde. Die Entscheidung fällt im dritten Gruppenspiel (20. November) bei der SG Kappelwindeck/Steinbach.

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