Ludwigshafen
Handball: Mappes feiert starkes Debüt bei den Eulen
Es war sein erstes Heimspiel in der Friedrich-Ebert-Halle: Beim 23:26 gegen die Rhein-Neckar Löwen fand sich Dominik Mappes aber gleich gut in seine Rolle als Spielmacher bei den Eulen Ludwigshafen ein, organisierte und dirigierte. Trotz der Niederlage kann er dem Bundesliga-Start der Eulen viel Positives abgewinnen.
Über eine Dreiviertelstunde lang hielten die Eulen gut mit im ersten Spiel der Handball-Bundesliga-Saison 2019/2020, aber dann ließ die Kraft gegen Derbygegner Rhein-Neckar Löwen doch nach. Gerade in der ersten Halbzeit zeigte die Heimmannschaft ein tolles Spiel, was zu großen Stücken auch am neuen Spielmacher der Eulen lag: Dominik Mappes. Der 24-Jährige kam im Sommer vom Liga-Rivalen HC Erlangen nach Ludwigshafen, um Alexander Feld als Regisseur abzulösen, der nach Wetzlar wechselte. In Erlangen lief es für Mappes in der vergangenen Saison nicht rund: Formtief, Verletzungen und dann die Leistungsexplosion von Nico Büdel, der jetzt auch in der Nationalmannschaft spielt.
Das erste Heimspiel in der Friedrich-Ebert-Halle hat Mappes nun – trotz der Niederlage – genossen: „ Das war sehr schön, auch wenn das Endergebnis nicht positiv für uns war. Aber ich denke, wir haben uns 50, 55 Minuten überragend verkauft, waren hier mit einem, der Meister werden will, auf Augenhöhe.“ Es fing auch alles gut an. Nachdem Jerome Müller das erste Saisontor für die Eulen erzielte, legte Mappes zum 2:1 nach. Die erste Unterzahl überstanden die Ludwigshafener ohne Gegentor und hielten dann die Löwen, die nicht so richtig ins Spiel kommen wollten und viele Bälle am Tor vorbei warfen, ziemlich konstant auf einem Zwei-Tore-Vorsprung. Erst mit dem Pausenpfiff schaffte es der Favorit, wieder den 11:11-Ausgleich zu erzielen.
„Löwen hatten fast nie eine Lösung“
Das lag besonders an der starken Abwehrleistung der Eulen. „Unsere Abwehr war super. Ich glaube, die Löwen hatten fast nie eine Lösung“, analysierte Mappes. Er selbst wechselte in der Defensive auf die Linksaußenposition. Sein Gegenspieler, kein Geringerer als Patrick Groetzki, kam gegen Mappes gar nicht zum Zug, erzielte seine Treffer fast nur über Tempogegenstöße.
Spielmacher Mappes war während des Spiels vor allem viel am Reden, Absprachen treffen und organisieren. Wichtigste Ansprechpartner waren für den Neuling Kapitän Gunnar Dietrich und Trainer Ben Matschke. „Da ging es hauptsächlich um taktische Sachen. Was man vielleicht mal ausprobieren kann, was man im Spiel testen kann“, erzählt Mappes nach der Partie. Und das taten die Eulen auch lange mit Erfolg.
Zu viele Zeitstrafen
Was sie vor allem ausbremste, waren die vielen Zeitstrafen. „Zehn Zeitstrafen, das sind zu viele“, urteilte Mappes und haderte auch ein bisschen mit den Schiedsrichtern. Da hätte er sich an der einen oder anderen Stellen „ein bisschen Fingerspitzengefühl“ gewünscht. Auch mit seiner eigenen Leistung war der 24- Jährige, der drei Tore erzielte, nicht ganz zufrieden: „Ich habe ein, zwei blöde Fehler gemacht, die zu einfach waren. Das darf mir nicht passieren, aber ich brauche auch noch ein bisschen Zeit.“
Dem gesamten Team von Ludwigshafen ging ab der 45. Minute etwas die Luft aus. Vorne schien es immer schwieriger zu werden, ein Tor zu erzielen, hinten gelangen den Löwen nun auch mal einfache Treffer. Am Ende gewinnen die Gäste aus Mannheim 26:23. Trotzdem ist Mappes mit dem Auftritt der Eulen im Gesamten zufrieden: „Ich bin sehr sehr positiv gestimmt mit so einem Start. Das war schon gut.“
Der Zeitplan für die nächsten Tage steht auch schon fest: „Morgen erholen, dann Dienstag, Mittwoch sehr gut trainieren und Donnerstag gewinnen.“ Dann haben die Eulen nämlich schon ihr nächstes Heimspiel in der Bundesliga und empfangen um 19 Uhr die HSG Wetzlar.