Ludwigshafen Gott liebt die Städte

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Wussten Sie, dass Gott Städte liebt? Es stimmt. Städte bieten gewöhnlich Raum für allerlei gottferne Betätigungen: Glücksspiel und andere Formen von Sucht, Prostitution und andere Formen von Ausbeutung, Götzendienste wie den heute besonders virulenten Kult des Mammon und so weiter. Dennoch scheint Gott nicht mehr so zornig zu reagieren wie damals auf Sodom und Gomorra oder auf das verrufene Babylon. Nein, Gott liebt die Städte. Und es ist keineswegs so, dass er sich nur auf Jerusalem festgelegt hätte. Sicher liegt ihm Jerusalem sehr am Herzen, und im Alten Testament heißt es, wenn einst der himmlische Frieden sich auf Erden ausbreite, dann werde er von Zion, von Jerusalem ausgehen. Und im Neuen Testament heißt es, dass es ein neues himmlisches Jerusalem geben werde. Übrigens eines mit viel Grün und optimaler medizinischer Versorgung, nachzulesen in der Johannesoffenbarung. Gott liebt große Städte. So jedenfalls offenbart er es dem Jona in dem gleichnamigen biblischen Prophetenbuch. Gott hatte zuerst durch Jona die Stadt Ninive zur Umkehr aus ihren Verirrungen aufrufen lassen. Danach hatte sich dieses damalige urbane Machtzentrum der Welt tatsächlich geändert: Die Menschen waren ins Nachdenken gekommen und hatten neu angefangen. Gott begründete seine Milde gegenüber der großen Stadt mit folgenden Worten: „Mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt, in der mehr als hundertundzwanzigtausend Menschen sind, die nicht wissen, was rechts oder links ist, dazu auch viele Tiere?“ Ob Gottes Wort auch für unsere Stadt Ludwigshafen gilt, mit seinen mittlerweile 170.000 Menschen, mit seinen Tauben, Ratten, Schoßhündchen, grünen Halsbandsittichen und Kaninchen? Der Autor Stefan Bauer, 52, ist Pfarrer in der Jona-Kirchengemeinde . |Archivfoto: Kunz

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