Ludwigshafen
Fußball: Oberligist Arminia verteilt Geschenke bei Röchling Völklingen
Selten war es wohl so leicht, beim Fußball-Stolz der einstigen Stahl-Hauptstadt zu siegen. Arminia aber hat bei Röchling Völklingen verloren – hat im Duell an der Oberliga-Kellertreppe beim 0:2 (0:1) versagt. Folgerichtig hat FC-Coach Hakan Atik danach auch arg gegrummelt.
Wenn von zwei schwach spielenden Teams das noch mieser kickende gewinnt, kann beim Verlierer nicht viel stimmen. Dabei haben die Rheingönheimer vor allem eins falsch gemacht: Nico Pantano und Co. haben im Duell zweier abstiegsgefährdeter Oberligisten (RHEINPFALZ am SONNTAG informierte) Gegners Strafraum als Tabu-Zone betrachtet. Dabei hätte sich der Sechzehner als Tummelplatz aufgedrängt; sattelfest agiert die SVR-Defensive anno 2019 nämlich nicht. Und dass der nicht gerade unumstrittene Keeper Sebastian Buhl keine einzige nennenswerte Parade hat zeigen dürfen, spricht Bände.
„Wir waren einfach nicht torgeil“, zischte der Coach. „Die können nix, aber wir müssen sie noch einladen “, zürnte Atik, der Gegentreffer eins seinem erst 19 Jahre jungen Mittelfeldakteur Marc Ehmann nicht allzu dick ankreiden wollte. Aber „auch das 0:2 war praktisch ein Eigentor“, grollte Atik über den zweiten Streich des Nico Zimmermann. Der ehemalige Profi aus Zweibrücken hat am Samstag den Unterschied gemacht.
Völklingen im Umbruch
Bei Röchling ist einiges aus dem Ruder gelaufen. Ewig-Trainer Günter Erhardt durfte nicht mehr, weil sein Arbeitgeber den Nebenjob nicht mehr toleriert hat. Sein Nachfolger Andreas Wellner, eigentlich als Co. geplant, ist nach sechs Schlappen in Serie gefeuert worden. Und nun versucht Justin-Maurice Erhardt, ein Sohn des früheren Coachs, den Karren gemeinsam mit Routinier Zimmermann wieder flott zu kriegen. Kein leichtes Unterfangen. „Ich habe gefühlte acht, neun Mal das System wechseln müssen“, stöhnte Erhardt nach dem Spiel. „Wir waren nicht gut; wir hatten Glück“, räumte SVR-Clubchef Wolfgang Brenner unumwunden ein. Klare Worte.
Die hätten sich in Rheingönheimer Ohren besser angehört, hätte die Elf die Überlegenheit umgemünzt und eine merklich verunsicherte Mannschaft häufiger in Verlegenheit gebracht. Aber nichts da: Arminia verteilte an der Saar Gastgeschenke. Drei, vier Chancen gab’s; so streifte ein Abschluss von Daniel Gulde die Querlatte (40.), dann köpfte Suraphael Mbonisi nach David Brauns Hereingabe knapp vorbei. Das war in Minute 68. „Wenn der Ausgleich fällt, gewinnen wir noch“, sagte Atik. Doch jubelten zwei Minuten später die Hausherren. Personalnot hin oder her: Da hat der FC so einiges verschenkt.