Ludwigshafen Feuerspiele und Piccolo

Der Ludwigshafener Weihnachtszirkus hat gestern Nachmittag Premiere gefeiert. Mit Späßen, Artistik und Tierdressur begeisterte er das Publikum im Zelt vor der Friedrich-Ebert-Halle.
Zirkusdirektor Stephan Riedesel lässt es sich nicht nehmen und zeigt als Artist in der Rolle des Aladin ein paar beeindruckende Feuerspiele. In seinem Mund gehen die Flammen schneller an und aus als manche Deckenleuchte. Die Hitze der finalen Feuerfontäne ist in den ersten Reihen zu spüren. Der restliche orientalische Hofstaat wirbelt im Reifen durch die elf Meter hohe Manege oder beeindruckt mit Bauchtanzeinlagen. Mit seinen gerade mal fünf Jahren steht Tyron, der Sohn des Zirkusdirektors, in der Manege. Zusammen mit seinem Onkel Gerome Frank zeigt Europas jüngster Clown Piccolo, dass er das Publikum bestens mit seinen Scherzen unterhalten kann. Von gefeierter Disco bis zum spaßigen Affentheater belustigen Slapstick und Gags. Gerome nimmt sich auch ein paar Kinder aus dem Publikum vor. Was bei der Tierdressur des Spaniers Manolo Alactraz mit Kamelen, Dromedar, Pony und Pferd schon ging, wird mit Trillerpfeife und Kindern nachgestellt. Mit Poolnudel als „Peitsche“ werden Kehrtwendung, Sitz und Tritt einstudiert, bevor bei der lustigen Reise nach Jerusalem immer mehr Stühle verschwinden. Mit solch einfachen Mitteln gibt sich Magier Jarda Ross nicht zufrieden. Er lässt in seiner Illusions-Show seine Assistentin Valla Bertini gleich mehrfach verschwinden und wieder auftauchen. Zwischenzeitlich gehen Kopf, Arme und Beine der Assistentin verschiedene Wege, bis er alles wieder zusammensetzt. Die Funny Sailors wirbeln mit dem Trampolin durch die Luft. Beim Showkampf um die hübsche Dame wollen sich die drei jungen Männer überbieten und landen dabei slapstickmäßig häufig auf der Nase. Zum Zirkusflair gehört auch die beheizte Zelt-Stadt, in der zur Pause Popcorn und Getränke verkauft werden. Die Funny Jumpers springen gerne kreativ. Dazu haben sie sich die Schläuche von Lkw-Reifen als Sprungutensilien umgebaut. Nun sehen die vier Artisten aus, als würden sie Pfälzer Leberwürste reiten. „Lassen Sie die Sorgen draußen“, heißt es zur Begrüßung. Unglaubliche Körperbeherrschung zeigt Miss Gina, die bei ihren Antipodenspielen kopfüber mit den Füßen alles von Bällen bis Feuerspeichen balanciert und jongliert. Bei der orientalischen Hula-Hoop-Revue fasziniert Miss Sylvia aus Tschechien die Menge mit einer temperamentvollen Show, bei der sie unzählige Reifen an nur allen erdenklichen Stellen des Körpers kreisen lässt. Der 17-jährige Diabolo-Jongleur Lukas Sachse kam über die Zirkus-AG seines Gymnasiums zu den Diabolos. Nun wirbelt der Nachwuchs-Artist aus Hückelhoven in Nordrhein-Westfalen das Spielgerät aus zwei Halbschalen mit dem Seil rund um seinen Körper. Er war bereits im vergangenen Jahr beim Weihnachtszirkus in Ludwigshafen dabei. Die ständig wechselnde Besetzung bietet viel Neues und bereitet Groß und Klein großen Spaß in der Manege. Zum Finale der Premiere kommen die 15 Mitwirkenden noch einmal alle gemeinsam in die Manege. Stephan Riedesel überreicht eine Spende in Höhe von 1000 Euro an die Aktion „RPR1 hilft“, die das Geld an Familien in Not spendet. Der Zirkus mit Artisten aus Deutschland, Spanien, Tschechien und Moldawien ist noch bis zum 2. Januar auf dem Vorplatz der Eberthalle zu sehen. Termine Vorstellungen vor der Friedrich-Ebert-Halle täglich. Beginn meist um 15 und zweite Vorstellung um 18 Uhr. Ausnahmen: Heiligabend (14 Uhr, freier Eintritt für Kinder), 27. und 28. Dezember (15 Uhr), Neujahr (17 Uhr) und 2. Januar (15 Uhr).