Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Fahrradstraßen für Friesenheim?

Wie bereits in Oppau und Edigheim soll auch Friesenheim sogenannte Fahrradstraßen erhalten, etwa in der Leuschnerstraße.
Wie bereits in Oppau und Edigheim soll auch Friesenheim sogenannte Fahrradstraßen erhalten, etwa in der Leuschnerstraße.

Klingt erst mal vielversprechend: Wie Oppau und Edigheim soll auch der Stadtteil Friesenheim perspektivisch Fahrradstraßen erhalten. Doch die mögliche Wegeführung innerhalb der Pendlerradroute Ludwigshafen-Worms ist umstritten.

Waren die in Oppau (Bad-Aussee- zwischen Rhein- und Bürgermeister-Trupp-Straße) sowie Edigheim (Im Zinkig) im Juli eingeweihten Fahrradstraßen vor allem dem Einsatz zweier ehrenamtlicher Fahrradpaten zu verdanken, so könnte Friesenheim innerhalb der Umsetzung der Pendlerradroute Ludwigshafen-Worms in den Genuss von Fahrradstraßen kommen. Neben der konfliktfreieren Fortbewegung und mehr Platz bieten sie Radlern vor allem eins: mehr Sicherheit.

Bei der von Beate Roesner (Stadtplanung) am Dienstagabend im Ortsbeirat vorgestellten Route Worms-Frankenthal-Ludwigshafen geht’s um eine Gesamtstrecke von 23 Kilometern. Neun davon liegen auf Ludwigshafener Gemarkung, 2,5 Kilometer auf Friesenheimer Gebiet. Noch gibt es mehrere Optionen der Streckenführung – etwa vom Willersinngebiet via Oggersheim, Mannheimer- und Frankenthaler Straße in die Innenstadt. Oder vom Frankenthaler Strandbad über das Weihergebiet via Stern- und Erzbergerstraße in die Innenstadt. Oder eben über Pfingstweide/Edigheim/Oppau entlang der Brunckstraße, abzweigend in die Ruthenstraße und via Ruthenplatz in die Leuschnerstraße Richtung Goerdelerplatz in die Nördliche Innenstadt. In der Leuschnerstraße wäre dann beispielsweise eine Fahrradstraße denkbar, so Roesner. Diese biete sich als Schul- und Kita-Standort dafür an. Einen Zeitplan nannte Roesner nicht.

„Unausgegorene Idee“

Auf Widerstand stieß insbesondere letztere Variante bei Reinhard Herzog (CDU). Diese führe über gefährliches Kopfsteinpflaster am Stauknotenpunkt Ruthenplatz. „Das wäre ein Wahnsinn.“ Er plädierte für eine längere Radwegeführung entlang von Brunck- und Carl-Bosch-Straße, um dann etwa erst via Karl-Müller-Straße in dichter besiedeltes Gebiet abzubiegen. Herzog sprach von einer „unausgegorenen Idee“. Roesner entgegnete, die Pläne seien nicht in Stein gemeißelt. Egbert Fecht (CDU), Inhaber des gleichnamigen Fahrradgeschäfts, plädierte dafür, erfahrene Radfahrer sowie Vereine bei den Planungen von Radschnellwegen mit ins Boot zu nehmen, weil diese letztlich am besten wüssten, worauf es ankomme. Roesner verwies darauf, dass das Land Herr der Verfahrens sei, sicherte aber zu, die Anregungen weiterzugeben. Grundsätzlich wurde die Idee für eine Fahrradstraße in der Leuschnerstraße aber positiv aufgenommen.

Nach Roesners Angaben haben das Land und die Metropolregion Rhein-Neckar ihre jeweils vor rund zehn Jahren nach Potenzialanalysen und Machbarkeitsstudien entwickelten Pläne für Radschnellwege, Radschnellverbindungen und Pendlerradrouten wegen der Synergieeffekte zusammengeführt. Landesweit wurden nach Faktoren wie Einwohnerzahl oder Arbeitsplatzdichte sieben Korridore ausgewiesen, darunter der Oberrheingraben, Ludwigshafen als zweitgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz und die Nord-Süd-Route Worms-Frankenthal-Ludwigshafen weiter bis nach Schifferstadt. Der Metropolregion war die Radwegebeziehung der Oberzentren wichtig: Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen und südlich weiter nach Schifferstadt.

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