Wasserball
Fünf Rote Karten gegen den WSV und dennoch ein Sieg
„Ich bin einfach nur unglaublich stolz auf die Jungs.“ Direkt nach dem Schlusspfiff rang WSV-Trainer Pierre Hilbich um Worte. Ein parierter Strafwurf von Torhüter Benoit Guérand zweieinhalb Minuten vor dem Ende gab letztlich den Ausschlag zu Gunsten der Gäste. Es wäre der 11:11-Ausgleich gewesen. So brachte der WSV den knappen Vorsprung auf dem Nürnberger Großfeld über die Zeit.
Ein besonderer Sieg. Mit lediglich einem Verlustpunkt zogen die Ludwigshafener an Tabellenführer SV Cannstatt vorbei. Die Cannstatter hatten tags zuvor ebenfalls in Nürnberg mit 6:7 verloren. Genau an diesem Spiel machte Hilbich aber auch die einseitige Regelauslegung der Schiedsrichter fest: „Ludwigshafen und Cannstatt hatten zusammen 28 Strafzeiten und einen Strafwurf gegen sich. Nürnberg hatte in den beiden Spielen insgesamt sechs Ausschlüsse und zwei Strafwürfe.“ Sowohl Betreuer Uwe Dessloch als auch Volker Becker als Mannschaftsverantwortlicher sahen für den WSV die Rote Karte. Die Leistungsträger Johannes Schmitz (19.) und Martin Görge (17.) hatten früh ihre dritte persönliche Strafe – und flogen raus. Auch David Greine musste aus dem Becken – insgesamt fünf Rote Karten für Ludwigshafen also.
WSV fast ständig in Unterzahl
Fast ständig in Unterzahl könne der Sieg am Ende gar nicht hoch genug bewertet werden, sagte Hilbich. Görge, mit drei Toren erfolgreichster Ludwigshafener, hatte die Gäste noch mit 8:7 in Führung gebracht. Im dritten Abschnitt baute Marcel Beck mit zwei Toren die Führung auf 11:9 (24.) aus. Im Schlussabschnitt spielte die Kondition eine entscheidende Rolle. „Ich habe die Auszeiten so gewählt, dass es meine Jungs überhaupt noch in die Angriffsformation geschafft haben“, sagte Hilbich. Aber mit vereinten Kräften sicherten sich die Ludwigshafener den Sieg und die Punkte. „Nürnberg hat wirklich stark gespielt, aber die Probleme haben uns vor allem die Schiedsrichter bereitet“, fasste der WSV-Trainer zusammen. Über die heimliche Tabellenführung, der Vorwärts liegt nur noch zwei Zähler hinter Cannstatt, hat aber zwei Spiele weniger ausgetragen, freute er sich am Ende umso mehr.