Handball
Eulen reisen mit „richtig Bock“ nach Hüttenberg
Zufriedene Gesichter, wohin man am Mittwochabend in der Eberthalle schaute: Die Zuschauer feierten den überzeugenden 37:31 (18:14)-Erfolg ihrer Eulen Ludwigshafen gegen den TV Großwallstadt, auch den Spielern war ihre Freude über den dritten Sieg in Folge deutlich anzusehen. Es war auch nicht nur der Erfolg als solcher, der für die exzellente Stimmung aller sorgte, sondern die Art und Weise, wie die Eulen ihn sich verdient hatten. Engagiert und konzentriert in der Abwehr, vor allem in der ersten Halbzeit, und beeindruckend konsequent – über die ganze Spielzeit – in den Angriffsaktionen.
Da hatte letztlich auch Eulen-Trainer Michel Abt rein gar nichts auszusetzen. „Wir haben als Team sehr, sehr gut verteidigt“, sagte der 32-Jährige zufrieden. Und freute sich vor allem über eine „super geschlossene Mannschaftsleistung“. Einen hob der Trainer aber dann doch extra hervor: Lion Zacharias. „Wir hatten einen überragenden Linksaußen“, lobte Abt den Auftritt des 19-Jährigen. Die Löwen-Leihgabe erzielte elf Tore, verwandelte dabei auch ganz cool alle seine vier Siebenmeter.
Hüttenberg geht ausgeruhter in die Partie
Doch viel Zeit, den Erfolg zu genießen, bleibt den Eulen nicht. Denn am Samstag steht bereits das nächste Spiel beim TV Hüttenberg an. Der derzeitige Tabellenelfte (9:11 Punkte) hatte zuletzt am vergangenen Sonntag in Coburg mit 31:25 gewonnen und am Mittwoch kein Spiel, kann also ausgeruhter in die Partie gegen die Eulen gehen. Aber wohl kaum gelassener, angesichts der Leistung des Abt-Teams gegen Großwallstadt. Hüttenbergs Trainer Johannes Wohlrab dürfte da genau hingeschaut haben. „Mit den Eulen kommt eine sehr robuste und körperlich sehr starke Mannschaft auf uns zu“, warnt der 36-Jährige, der bereits seit 2018 den TVH coacht. Zum Saisonbeginn musste Wohlrab einen großen Verlust hinnehmen. Denn sein zum besten Spieler der vergangenen Zweitliga-Saison gekürtes Rückraum-Ass Dominik Mappes wechselte in die Bundesliga zum VfL Gummersbach. Stolze 211 Tore hatte der 27-Jährige, der zuvor zwei Jahre für die Eulen gespielt hatte, für Hüttenberg in der vergangenen Saison erzielt.
Dennoch erwartet Julius Meyer-Siebert, mit sieben Treffern gegen Großwallstadt zweitbester Torschütze, keinen Spaziergang. Der Gegner habe zwar seinen besten Spieler verloren, aber auch die jetzige, sehr junge Mannschaft habe „sehr viel Qualität“, so der 22-Jährige. Und es käme noch etwas anderes hinzu: „In Hüttenberg ist es immer sehr unangenehm zu spielen“, berichtet Meyer-Siebert. „Es ist eine kleine, enge Halle und immer sehr laut.“ In der vergangenen Saison gab es dort auch eine 24:28-Niederlage für die Eulen.
Falk freut sich auf Duell mit Hofmann
Da spielte Jannik Hofmann noch für die Ludwigshafener. Nun steht er auf der anderen Seite, nachdem der 27-jährige Linksaußen nach vier Jahren im Eulen-Trikot im Sommer wieder zu seinem Heimatverein Hüttenberg gewechselt war. Somit kommt es für Pascal Durak oder Alexander Falk, je nachdem, wer am Samstag auf Rechtsaußen bei den Eulen spielt, zum direkten Duell mit Hofmann. Ein Duell, das es in den vergangenen vier Jahren unzählige Male für beide im Training gegeben hatte.
Falk freut sich jedenfalls schon darauf. „Mit ,Hoffe’ komme ich sehr gut klar“, sagt der 25-Jährige. „Wir haben auch noch viel Kontakt. Aber am Samstag wird die Freundschaft auf dem Feld dann 60 Minuten ruhen.“ Zugleich macht Falk klar, dass die Eulen ihre Siegesserie ausbauen wollen: „Wir fahren jedenfalls nicht nach Hüttenberg, um die zwei Punkte dort zu lassen. Der nächste Sieg ist ganz klar das Ziel. Es wird aber schwer gegen die unangenehme 3-2-1-Abwehr, die sie spielen.“
Dass die englischen Wochen ihren Tribut zollen, befürchtet er nicht – jedenfalls nicht für sich selbst: „Ich merke das noch nicht so sehr. Ich fühle mich noch fit und habe richtig Bock!“ Vor allem wohl auch Bock auf das nächste Erfolgserlebnis. Denn das würde am Samstag wieder für zufriedene Gesichter sorgen. Auch bei den etwa 50 Eulen-Fans, die ihr Team nach Hüttenberg begleiten werden.