Tennis RHEINPFALZ Plus Artikel „Bundesliga ist eine andere Hausnummer“

Alexander Erler hat den Doppelfluch des BASF TC Ludwigshafen beendet.
Alexander Erler hat den Doppelfluch des BASF TC Ludwigshafen beendet.

Mit 5:1 gegen HTC Blau-Weiß Krefeld feiern die Herren des BASF TC Ludwigshafen den ersten Sieg in der Bundesliga. Alexander Erler ist ein entscheidender Faktor. Der 24 Jahre alte Österreicher steuert mit seinem Sieg im Einzel den ersten Zähler für die Ludwigshafener bei. Seine Einschätzung dazu: „Des taugt mir schon.“

Knapp anderthalb Stunden benötigte Alexander Erler für seinen 6:4, 6:4-Erfolg über den Krefelder Tom Schönenberg. Die beiden Sätze verliefen dabei nahezu deckungsgleich. Erler schaffte ein frühes Break, beim 4:4 lagen beide Spieler gleichauf, danach brachte der 1,95 Meter große Doppelspezialist – er steht in der Doppel-Weltrangliste aktuell auf Platz 73 – das eigene Aufschlagsspiel sicher durch und schaffte ein weiteres Break zum Satz-, beziehungsweise Matchgewinn. „Im Großen und Ganzen war das ein gutes, solides Match von mir“, bilanzierte er nach dem verwandelten Matchball.

Erler erfüllte nicht nur damit die in ihn gesetzten Erwartungen. „Wir erhoffen uns von ihm auch eine Verstärkung in den Doppeln“, gab BASF-Cheftrainer Steffen Neutert das Ziel vor. Neutert hätte den Österreicher gerne schon früher eingesetzt, doch Erler war bei Turnieren erfolgreich gewesen und musste so für die Spiele des BASF TC in Gladbach und Essen-Bredeney absagen. Doch in dem so wichtigen Duell gegen Krefeld am Sonntag lieferte der 24 Jahre alte Österreicher. Und zwar doppelt. An der Seite von Tristan Lamasine sicherte das Duo mit dem BASF TC beim 6:4, 6:7 und 10:7 den Zähler zum 5:1. Mit diesem Doppelerfolg besiegte Ludwigshafen zudem den Doppelfluch. Es war der erste Doppeltriumph in dieser Saison.

Angetan von der Atmosphäre

Es war eine gelungene Premiere, denn für Alexander Erler war es nicht nur der erste Auftritt für den BASF TC, sondern zugleich auch die Bundesliga-Premiere. Mit Iphitos München war er zuletzt drei Jahre lang in der Regionalliga unterwegs. „Aber Bundesliga ist nochmal eine ganz andere Hausnummer“, sagte er. Das bezog sich noch nicht einmal auf die Spielstärke des Gegners. Im Spitzeneinzel hatte er auch in der Regionalliga namhafte Gegner, sondern vor allem auf die Rahmenbedingungen. „Es macht richtig Spaß vor so vielen Zuschauern.“ Und dann kommt der klassische Satz österreichischer Begeisterung: „Des taugt mir schon.“

Dabei konnte er sich zumindest schon auf die Berichte der Kollegen verlassen. Der Kufsteiner trainiert bei Wolfgang Thiem, Vater des US-Open Siegers Dominic, der beim Nachbarn aus Mannheim zumindest wieder gemeldet ist. Und auch die Kollegen aus dem Davis-Cup-Team der Alpenrepublik sind in Deutschland in der Bundesliga aktiv. „Es macht hier einfach mehr Spaß. In Österreich spielt die Bundesliga manchmal vor 30 Leuten. Da steht man auf dem Platz und fragt sich, was man hier tut. Aber hier spürt man die Zuschauer und die Unterstützung.“

Thiems Vater ist sein Trainer

Ob er sie in dieser Saison noch einmal spüren wird, hängt ganz sicher nicht an Steffen Neutert, der gerne auf den Doppelspezialisten und spektakulären Angriffsspieler zurückgreifen würde. „Ich muss schauen, wie die Spiele in meinen Turnierplan passen“, sagt Erler.

Mit der besonderen Schwierigkeit, dass der 24-Jährige im Einzel an Position 515 in der Weltrangliste steht und damit für Turniere, in denen er es mit seiner Position 73 im Doppel auf Anhieb ins Hauptfeld schaffen würde, schon Probleme mit einem Platz in der Qualifikation hätte. „Daran will ich arbeiten“, sagt er und meint damit vor allem sein Ranking im Einzel. Denn obwohl Aufschlag und Volley zu seinen absoluten Stärken zählen, er sich gegen Schönenberg in dieser Kategorie kaum einen Fehler leistete, was indirekt den Doppelspezialisten durchschimmern ließ, sieht er sich auch im Einzel noch lange nicht am Ende der Entwicklung. „Ich bin jetzt 24 Jahre. Dann kann schon noch etwas passieren“, betont Erler. Ziel sind auch ohne Partner die Top 100 in der Welt. Ein Vorhaben, das auch viele andere Profispieler haben. Aber auch dann würde er sich gerne weiter in Ludwigshafen präsentieren. „Es taugt mir hier“, sagt Erler.Sport

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