Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Blies-Festival: SPD erhöht Druck auf Reifenberg

Die Absperrgitter für das Festival sind schon in Position.
Die Absperrgitter für das Festival sind schon in Position.

Die SPD erhöht nach der Kulturausschuss-Sondersitzung vom Donnerstag den Druck auf Bürgermeisterin und Kulturdezernentin Cornelia Reifenberg (CDU), die ihre Rolle bei der Vorbereitung des am Samstag beginnenden Blies-Festivals für elektronische Musik nicht glaubhaft habe darstellen können.

Im Raum steht unter anderem der Vorwurf der finanziellen Vorteilnahme, denn Reifenbergs Sohn Felix ist in die Planung und Organisation des Rave involviert. Die SPD-Stadtratsfraktion zeigt sich „irritiert von den teils widersprüchlichen Aussagen Reifenbergs“ zur Finanzierung des Festivals. Deshalb stellt die Fraktion zur Sitzung des Hauptausschusses am Montag eine entsprechende Anfrage. „Was stimmt denn nun Frau Reifenberg? In der Sitzung des Kulturausschusses haben Sie zunächst erklärt, das Label Hardworksoftdrink (HWSD), bei dem Ihr Sohn Gesellschafter ist, habe mit der Ausrichtung des Blies-Festivals nichts zu tun. Hier sei die ,Projektgruppe Blies’ Partner der Kulturverwaltung. Auf Nachfrage haben Sie dann jedoch bestätigt, dass eine Kooperationsvereinbarung mit HWSD unterschrieben worden sei? Wieso wurde eine Kooperationsvereinbarung mit jemandem unterzeichnet, der gar nicht an dem Festival beteiligt ist?“

Gegenüber den Medien habe Reifenbergs Anwalt bestätigt, dass Zahlungen auf das Konto von HWSD geflossen seien. Allerdings nur zur „Weiterleitung“. Im Kulturausschuss habe Reifenberg gesagt, es habe keine Zahlungen an HWSD gegeben. „Was stimmt denn nun, Frau Reifenberg?“ Zudem soll für die Planungen des Festivals bereits im Dezember 2020 eine erste Zahlung geflossen sein. „Auf wessen Konto ist diese Zahlung im Dezember 2020 gezahlt worden, und in welcher Höhe?“, will die SPD wissen.

Wie viele Besucher kommen aus Lu?

Die Erklärung der Kulturverwaltung, dass bereits Ende 2020 die ersten Mittel verausgabt wurden, im Kulturausschuss im Februar und Juni aber nicht ausführlich über die Planungen für das Festival informiert worden sei, wertet die SPD als Geringschätzung diesem demokratischen Gremium gegenüber. „Vor allem vor dem Hintergrund, dass es laut Aussage von Frau Reifenberg dabei um eine Großveranstaltung ,mit Wumms’ gehen sollte, wäre eine frühzeitige Information des Kulturausschusses inklusive der Nennung des Zuschussbedarfs aus dem städtischen Haushalt unserer Auffassung nach zwingend notwendig gewesen, um von Anfang an Transparenz herzustellen“, so die SPD.

Ebenfalls bittet die SPD-Fraktion um exakte Beantwortung der bereits in der Sondersitzung des Kulturausschusses gestellten, aber ungenau beantworteten Frage, wie viele Besucher des Festivals aus Ludwigshafen kommen.

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