Fussball Bisher bestes Saisonspiel der Arminia

Armine gegen Ex-Armine: Der im defensiven Mittelfeld stark aufspielende Ludwigshafener Yakup Polat (rechts) behauptet sich im Zw
Armine gegen Ex-Armine: Der im defensiven Mittelfeld stark aufspielende Ludwigshafener Yakup Polat (rechts) behauptet sich im Zweikampf mit dem früheren Arminia-Spieler Laurenz Graf.

Abstiegskandidat gegen Aufstiegsaspirant. Die Ludwigshafener überraschen in allen Bereichen mit einer Topleistung und ziehen Wormatia Worms den Zahn.

Dank einer großartigen Mannschaftsleistung hat der FC Arminia Ludwigshafen das Oberligaderby gegen Wormatia Worms 2:1 (2:0) gewonnen. Der Sieg geht vollauf in Ordnung und ließ Trainer Matteo Monetta durchatmen: „Diesen Erfolg hat sich die Mannschaft erspielt und erkämpft. Die drei Punkte haben wir gebraucht.“ Auch dem Sportlichen Leiter Markus Impertro war die gute Laune anzumerken, als er nach dem Abpfiff den Akteuren gratulierte. „Vor einer Woche war noch alles schlecht und wir lagen am Boden. Jetzt haben wir binnen drei Tagen sechs Punkte geholt – Wahnsinn“, sagte Impertro und strahlte über das ganze Gesicht.

Wieder einmal wurde ersichtlich, welch große Bedeutung im Sport dem Selbstvertrauen zukommt. Bis einschließlich der 0:5-Abreibung beim TuS Koblenz wirkte der FCA verunsichert und agierte oft ohne Esprit. Der überzeugend herausgespielte 4:1-Sieg in Eppelborn am vorigen Mittwoch bewirkte einen Umschwung, die Brust wurde deutlich breiter. „Das hat man daran gesehen, dass wir sofort im Spiel waren und mit einem wunderschön herausgespielten Tor in Führung gegangen sind“, verdeutlichte Monetta, der exakt dieselbe Elf aufbot, die auch in Eppelborn spielte.

Hartlieb eröffnet

Das angesprochene 1:0 war in der Tat ein Treffer, der zeigt, wozu die Arminia spielerisch in der Lage ist. Nach einer prima Spieleröffnung von Lukas Hartlieb folgte eine Kombination über die Stationen Maximilian Krämer, Kevin Selzer und Yassin Memokoh, ehe der 19-jährige Stürmer seinen Nebenmann Krämer bediente, der mit einem wuchtigen Schuss ins lange Eck erfolgreich war (13.). Die vor der Pause restlos enttäuschenden Wormser agierten lethargisch, ohne Schwung, Ideen und Spielwitz.

Dennoch gab es eine Schlüsselszene, bei der die Partie hätte kippen können. Den Strafstoß, den Wormatia-Kapitän Altin Vrella viel zu lasch schoss, sodass der überragende Torhüter Kevin Urban keine Mühe hatte, zu parieren (17.). „Ich habe die Ecke geahnt, hatte aber schon mit einem festeren Schuss gerechnet“, sagte der Keeper und grinste. Der routinierte Torwart, der in der zweiten Halbzeit in zwei direkten Duellen gegen David Schehl (71.) und Noah Maier (78.) großartig reagierte und sichere Gegentore verhinderte, hat eine Lösung für solche Szenen parat: „Man muss die Distanz zum Stürmer möglichst schnell verkürzen, damit er sich nicht die Ecke aussuchen kann.“

Da stand es aber schon 2:0 für den FCA. Dies entsprang einem Treffer, der Monetta besonders erfreute. „Wir reden immer über die Bedeutung der so genannten zweiten Bälle. Das war ein Paradebeispiel dafür, dass man nicht abschalten darf“, analysierte der Coach. Nach einem abgewehrten Freistoß hob Kevin Selzer, der an beiden Toren beteiligt war, den Ball in den Strafraum. Während die Gäste im Tiefschlaf verharrten, war Memokoh hellwach und traf im Nachsetzen per Kopf (37.). „Wie in Eppelborn haben wir uns als Team präsentiert und den Spaß am Kämpfen entdeckt. So haben wir das Momentum auf unsere Seite gezogen“, erklärte Malte Moos, der rechts offensiv ein Aktivposten war.

Özkaya gestaltet

Nach Wiederbeginn wurde Worms stärker, investierten mehr ins Spiel und erhöhte den Druck. Spielmacher Mert Özkaya wurde zum Dreh- und Angelpunkt, war oft Initiator der sich nun häufenden Chancen. „Die Wormatia schlug viele lange Bälle und drückte uns hinten rein“, beschrieb Urban das Geschehen, das sich zu großen Teilen in der Arminia-Hälfte oder gar im Strafraum abspielte. „Wir haben versucht, die Räume eng zu machen, aggressiv zu sein und mit Konterangriffen Nadelstiche zu setzen. Wir haben gut verteidigt und uns gegenseitig geholfen“, schilderte Yakup Polat die zweiten 45 Minuten. Der lauf- und spielstarke Sechser zeigte seine stärkste Saisonleistung und bildete mit Selzer ein gutes Gespann.

Nach dem Anschlusstreffer des Ex-Arminen Noah Maier glichen die restlichen neun Minuten plus die fünfminütige Nachspielzeit einer Abwehrschlacht. Worms hatte offensiv gewechselt und nagelte die Arminia im eigenen Strafraum fest, doch das Abwehrbollwerk hielt dem Ansturm stand. „Vielleicht hätte ich wegen der englischen Woche früher wechseln sollen“, überlegte Monetta, der wieder mehr Alternativen hat.

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