Fußball
Arminia Ludwigshafen hofft im Halbfinale gegen Wormatia Worms auf einen Sahnetag
Damals war der FCA ein junger Oberligist, der in der zweiten Saison in dieser Liga erstmals ins Endspiel einzog. Gegner in Bobenheim-Roxheim war Ligarivale TSG Pfeddersheim. Schnell führte die Arminia nach Toren von Daniel Eppel und Steffen Burkhard 2:0 und schien auf dem besten Weg in den DFB-Pokal. Doch die TSG glich noch vor der Pause aus. Bei diesem 2:2 blieb es in einer dramatischen Partie bis zur 90. Minute, auch weil Pfeddersheim einen Elfmeter vergab (88.). In der Verlängerung geriet die Arminia in Rückstand, aber Erik Rehhäußer glich aus. Es gab Elfmeterschießen, das die Rheinhessen für sich entschieden. Die Enttäuschung war riesig. Auf dem Weg ins Finale schalteten die Rheingönheimer die Wormatia aus Worms, die auch damals eine Liga höher spielte, in einem begeisternden Spiel auf dem engen Südwestplatz mit 3:2 aus.
Danach fremdelte die Arminia viele Jahre mit dem Verbandspokal, wo meist frühzeitig Schluss war. Erst in der vergangenen Runde schaffte sie es wieder ins Semifinale. Gegner war der damalige Regionalligist FK Pirmasens, der 1:0 gewann. „Uns hat das Spielglück gefehlt. Pasquale Marsal sieht die Gelb-Rote Karte und gleich darauf geraten wir in Rückstand“, erinnert sich FCA-Kapitän Nico Pantano. In Unterzahl rackerte die Arminia, bot dem höherklassigen FKP einen tollen Kampf und hatte Pech, dass Lennart Thum kurz vor dem Ende die Latte traf. Von den im März 2022 eingesetzten 15 Akteuren tragen elf heute noch das Arminia-Trikot.
Wormser Vergangenheit
Rund ein halbes Dutzend der Arminia-Spieler lief früher für die Wormatia auf. Die meisten nur kurz oder in der Jugend, dagegen war Pantano eineinhalb Jahre in Worms. „Ich bin damals als Jugendlicher gekommen, habe im Regionalligateam und bei den A-Junioren gespielt. Manchmal habe ich auch bei der zweiten Garnitur ausgeholfen“, blickt der Mittelfeldspieler zurück. Er bezeichnete die Zeit als sehr lehrreich, aber auch schwierig, weil er sich als junger Spieler gegen gestandene Größen durchsetzen musste. Vom heutigen Team kennt er keinen, ansonsten nur Co-Trainer Mario Cuc. Der absolvierte übrigens in der Oberligasaison 2011/12 für die Arminia 28 Begegnungen.
„Wir sind Außenseiter, aber an einem guten Tag, wenn wir an die Leistungsgrenze gehen und alles passt, können wir es schaffen“, glaubt Pantano. Der Polizeikommissar, der mit 176 Partien, in denen er 49 Tore erzielte, Oberliga-Rekordspieler der Arminia ist, wirft aber auch einen Blick zurück auf den vergangenen Samstag, als es im ersten Spiel der Abstiegsrunde gegen Ahrweiler BC eine deprimierende 0:3-Niederlage gab. „Vom Kopf her war es schwierig. Wir haben zu wenig in die Partie investiert, und Ahrweiler wollte den Sieg mehr als wir“, räumt der Spielmacher und Familienvater ein. Klar ist, dass am Mittwoch vieles passieren kann, nur darf keiner hinterher sagen können, Worms habe den Sieg mehr gewollt.
Verletztes Trio fällt aus
Trainer Andreas Brill wartet mit einer schlechten Nachricht auf. Die drei Spieler, die sich am Samstag gegen Ahrweiler verletzt haben fallen aus. „Rik Hiemeleers hat einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich, David Braun nach einem Schlag auf den Fuß große Schmerzen und Markus Schmitt hat sich eine schwere Zerrung zugezogen“, informiert der Coach. Brill, der einen 18er-Kader nominieren darf, gehen vor allem auf den Außenverteidiger-Positionen die Alternativen aus, weil auch bei Daniel Fichtner noch nicht spielen kann. So könnten Fabrizio Moncada und Mark Knäblein außen verteidigen, beide sind allerdings Linksfüßer.
„Vielleicht war die 0:3-Niederlage ein Weckruf. Die Mannschaft muss ihr Phlegma ablegen, das sie phasenweise gelähmt hat“, fordert Brill. Er hofft auf eine Trotzreaktion und dass die Aussicht auf das Finale alle elektrisiert und die Akteure über die Schmerzgrenze gehen lässt. Pantano und andere Führungsspieler wie beispielsweise Lukas Hartlieb und Yakup Polat müssten vorangehen. Im Abschlusstraining am Dienstag standen Standards auf dem Programm. Vielleicht sogar Elfmeter. Dass die wichtig sein können, zeigt die Historie.