Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafener Lukom: Warum der Aufsichtsrat Keimes für den idealen Marketingchef hält

Christoph Keimes .
Christoph Keimes .

Christoph Keimes (44) wird spätestens zum 1. September Chef der Ludwigshafener Kongress- und Marketinggesellschaft (Lukom). Der Rhein-Galerie-Manager folgt damit auf Geschäftsführer Michael Cordier (67), der am 31. Mai nach einem Jahrzehnt an der Spitze der Lukom in Ruhestand geht. Das hat der Lukom-Aufsichtsrat am Dienstagnachmittag bestätigt.

Keimes, der am 16. März 45 wird, hat sich „aus privaten und familiären Gründen“ für den Jobwechsel entschieden, wie er gegenüber der RHEINPFALZ sagte. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern (elf, neun und sechs Jahre alt) in Plankstadt bei Schwetzingen und sei inzwischen in der Region sowie in Ludwigshafen stark verwurzelt und bestens vernetzt.

Seit elfeinhalb Jahren bei ECE

Für Center-Betreiber ECE ist er seit elfeinhalb Jahren tätig, am Standort Ludwigshafen mit über 100 Shops seit 2013. In der Regel werden Center-Manager von ECE nach einer gewissen Zeit an andere Standorte versetzt. Keimes war in Ludwigshafen schon etwas länger als üblich verantwortlich, aktuell für 25 Mitarbeiter. Bei der Lukom, die ihren Sitz in der Walzmühle hat, wird er künftig mehr als doppelt so viele Männer und Frauen führen.

Belegschaft am Dienstag informiert

Die Center-Belegschaft hat Keimes am Dienstagmittag über seinen Schritt informiert. Zu seiner neuen beruflichen Herausforderung sagte er: „Das ist eine spannende Aufgabe. Ich kenne mich aus in der Stadt.“ Die Stadttochter Lukom betreut das Stadtmarketing, verwaltet Parkplätze, managt den Pfalzbau und die Eberthalle sowie die Bürgerhäuser.

35 Bewerber, fünf in der engeren Auswahl

Wie am Dienstag bekannt wurde, stimmte der Lukom-Aufsichtsrat bereits Mitte Februar für die Berufung des gelernten Diplom-Kaufmanns. Insgesamt waren für die Geschäftsführung 35 Bewerbungen eingegangen, fünf Kandidaten waren in der engeren Auswahl. Eine vom Aufsichtsrat eingesetzte Findungskommission wählte sie aus und führte die Vorstellungsgespräche. Letztlich kam Keimes zum Zug.

„In erfahrenen Händen“

„Mit seiner Verpflichtung liegt die Lukom-Geschäftsführung in erfahrenen und auch mit den Ludwigshafener Gegebenheiten bestens vertrauen Händen“, begründete Kämmerer Andreas Schwarz (SPD) als Vorsitzender des Aufsichtsrats die Personalie. „Wir freuen uns, dass mit dem qualifizierten Nachfolger für Michael Cordier die erfolgreiche Arbeit der Lukom nahtlos fortgesetzt werden kann. Vom Wechsel an der Spitze der Geschäftsführung erhoffe ich mir frische Impulse, um die Position der Lukom als bedeutende Veranstalterin in der Metropolregion zu stärken“, so Schwarz.

Studium in Düsseldorf

Nach dem Fachabitur schloss der gebürtige Düsseldorfer Keimes seine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel bei der Industrie- und Handelskammer 1997 in seiner Heimatstadt ab. Danach folgte ein einjähriger Auslandsaufenthalt in den USA und ein Wirtschaftsstudium an der Düsseldorfer Hochschule (2002 bis 2006), das er als Diplom-Kaufmann (FH) beendete.

Keimes-Nachfolge offen

Wer Keimes als Center-Manager folgt, ist noch offen. Keimes selbst hatte vor sechseinhalb Jahren Andrea Poul abgelöst, die ins ECE-Center Milaneo nach Stuttgart wechselte. Die Rhein-Galerie wurde im Herbst 2010 eröffnet. Das Investitionsvolumen lag bei über 200 Millionen Euro. Mit dem Rathaus-Center betreibt das Hamburger Unternehmen ein zweites Einkaufszentrum in Ludwigshafen, das Ende 2021 geschlossen wird. Die Stadt hat es für 46 Millionen Euro gekauft, um freie Hand bei der Sanierung der Hochstraße Nord und bei der Entwicklung des geplanten Quartiers „City West“ zu haben.

Cordier: Sehr gute Entscheidung

Von einer „sehr guten Entscheidung“ sprach Michael Cordier. Er kenne Keimes „als sehr engagierten Gesprächspartner“ und wünsche ihm alles Gute und viel Erfolg. „Das ist ein guter Tag für unsere Stadt und unser Unternehmen.“

Kommentar: Gute Wahl, schwieriger Job

Christoph Keimes hat das Format, die Stadt und ihre Spielhäuser attraktiv zu vermarkten. Einfach wird’s dennoch nicht für ihn.

Keine Frage, die Fußstapfen, die „Mister Ludwigshafen“ Michael Cordier hinterlässt, sind ziemlich groß. Er hat sich zu 100 Prozent mit dem Job und der Stadt identifiziert. Dennoch ist Christoph Keimes zuzutrauen, rasch in die Aufgabe hineinzuwachsen. Er kennt die Stadt inzwischen, ist gut vernetzt, betriebswirtschaftlich erfahren, parteipolitisch unverdächtig und bringt auch die nötige Distanz und den Blick von außen mit, um Ludwigshafen einerseits nicht schöner zu reden, als es ist. Andererseits weiß er auch, dass viel Potenzial in der angeblich hässlichsten Stadt Deutschlands steckt. Nicht entgangen sein dürfte ihm auch, dass es bei der Lukom einige interne Baustellen gibt, die Vermarktung der Veranstaltungshäuser auf neue Füße gestellt und der Sanierungsfall Eberthalle ohne Scheuklappen kritisch unter die Lupe genommen werden muss. Wie geht’s weiter mit den Bürgerhäusern? Wie kann die Struktur der Stadttochter verschlankt werden? Wie geht sie mit der Parkplatzsituation um, wenn sich die Hochstraßenfrage zuspitzt? Oder: Müssen Formate wie das Parkfest auf den Prüfstand, weil sie in dieser Form einfach nicht mehr zeitgemäß sind? Das sind Fragen, die Keimes bald beantworten muss. Kein leichter Job.

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