Landau Warum Jesus seit zwei Jahren der Arm fehlt
„Jesus ist immer noch einarmig. Ist dieser Anblick nicht traurig?“ Das findet Susanne Moser aus Landau und bezieht sich dabei auf ein beschädigtes Hochkreuz auf dem Hauptfriedhof in Landau. Das ist schon vor mehr als zwei Jahren bei Arbeiten beschädigt worden. Neben dem Arm fehlt auch ein Teil des Querbalkens und die Spitze des Kreuzes. Trotz mehrfacher Anrufe beim Friedhofsamt und bei der Kirche tue sich nichts, was die Renovierung angeht. Dabei sei die Übernahme der Kosten gesichert, da es sich um einen Versicherungsfall handele. Moser schreibt: „Der beauftragte Steinmetz (...) kommt nicht in die Gänge.“ Das Kreuz ist Bestandteil einer Dreiergruppe (die aber aus unterschiedlichen Epochen stammt) am Friedhofseingang zwischen Zweibrücker- und Drachenfelsstraße. Auf einer Seite steht eine Apostelstatue des Heiligen Andreas, auf der anderen eine Madonnenfigur. Die Stadtverwaltung bestätigt den Sachverhalt: Das Kreuz sei im Jahr 2020 von einer Firma beschädigt worden. Mit der Reparatur sei 2021 ein örtlicher Steinmetzbetrieb beauftragt worden. Der sei wiederholt, auch in diesem Jahr, gebeten worden, die Reparatur vorzunehmen, leider bislang ohne Erfolg, so Pressesprecherin Ricarda Bodenseh.
Steinmetz Michael Graf bestätigt das alles im Wesentlichen, doch ihm seien die Hände gebunden – und das nicht nur durch das Wetter. Eigentlich sei die Reparatur keine große Sache, aber es gebe kaum Steinmetzbetriebe, und der Fachkräftemangel mache auch ihm zu schaffen. Corona und die Übersterblichkeit hätten ein Übriges getan, die Arbeit sei für die verbleibenden Betriebe kaum zu bewältigen. Die Baustelle sei zudem so gelegen, dass er da auch nicht lange ein Gerüst stehenlassen könne, doch drei bis vier Tage werde er wohl brauchen. Graf sagt, dass er die Reparatur nun fürs Frühjahr vorgesehen habe.