Landau Sängerinnen aus jeder „Froschkönig“-Generation

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Aus dem Dachgeschoss des Bürgerhauses dringen klare, deutlich intonierende Frauenstimmen und begrüßen den Probenbesucher: Der Chor „Twenty Up“ übt für sein Konzert am kommenden Freitag.

Unter der Dachschräge sitzen knapp zwanzig Frauen in einem Halbkreis, singen konzentriert und trotzdem mit Leichtigkeit das klassische Lied „Da unten im Tale“ von Johannes Brahms. Es gehört zu einem längeren Medley mit Liedern des Romantik-Komponisten, das am Freitag komplett erklingen wird. Dann wird der Chor „Twenty Up“ zusammen mit seinem Dirigenten Frank Montillon anlässlich des 15-jährigen Bestehens ein Jubiläumskonzert geben. Als der letzte Ton von Brahms verklingt, geht es sofort mit dem nächsten Stück, das von Leonhard Cohen komponiert wurde und in unzähligen Chorfassungen vorliegt, weiter: Für „Twenty Up“ hat der Chorleiter eine Version von „Hallelujah“ ausgewählt, die schneller als üblich gesungen wird. Der Rhythmus weicht vom Original ab und der veränderte Schluss des bis zu siebenstimmigen Stücks erfordert gerade vom Sopran volle Konzentration. Danach sind alle für eine Pause dankbar, denn die Probe wurde auf gut vier Stunden angesetzt. „Das ist für unseren Chor so üblich“, erzählt der Dirigent. „Wir treffen uns einmal im Monat, da viele Sängerinnen nicht in Jockgrim oder in der unmittelbaren Region wohnen“, erzählt Martina Stohner. Im Chor singen aktuell 24 Frauen, ergänzt Anke Richard. Die Jüngste ist knapp 20 Jahre alt. Viele der älteren Sängerinnen seien früher im Jockgrimer Kinderchor „Froschkönige“ gewesen. Hier wurde Stimmbildung schon in den Anfangsjahren intensiv betrieben. Als sie dem Kinder- und Jugendchoralter entwachsen waren, wollten einige weiter gemeinsam singen. Deshalb schlossen sie sich zu einem Projektchor zusammen, der von vornherein diesen außergewöhnlichen Proben-rhythmus für sich wählte. Viele könnten aufgrund ihrer beruflichen oder familiären Aufgaben gar nicht häufiger die Proben besuchen. „Ich habe aber eine gute Lösung gefunden, dass jede trotzdem ausreichend proben kann“, schmunzelt Frank Montillon, der den Chor vor gut drei Jahren übernommen hat. Katrin Gehbart, neu im Chor, nickt und ergänzt: „Wir üben alle zuhause“, und auf die Frage, wie das denn praktisch aussehe, fällt das Stichwort der Audio-Datei. Jede Sängerin habe eine eigene Datei mit den Liedern des Konzerts, die sie daheim oder im Auto singend begleiten kann. Das Repertoire sei breitgefächert, „wir bewegen uns zwischen Klassik, Pop oder auch deutschen und internationalen Volksliedern, auf hohem gesanglichen Niveau“, erklärt Montillon. Für das Jubiläumskonzert hat der Chor Stücke von der Klassik bis zur Moderne ausgewählt. „Wir singen gut 60 Prozent der Lieder a-capella, bei den restlichen 40 Prozent werden wir von dem genialen Pianisten Matthias Wöschler begleitet.“ Termin Das Konzert von „Twenty Up“ findet am Freitag, 24. Juni, 19.30 Uhr im Ziegeleimuseum statt. Der Eintritt ist frei. |bic

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