Landau Ruchheim: Autobahnpolizei probt für Trauerfeier

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Fliegen Kohls Sarg am Samstag sicher von Straßburg nach Ruchheim (von links): Rüdiger Baden, Thomas Helbig, Fiona Roloff, Peter Wetzlar.

Von Bad Bergzabern aus starten am Samstag vier Hubschrauber der Bundespolizei in Richtung Straßburg zu den Trauerfeierlichkeiten für Helmut Kohl. Von dort wird der Leitende Polizeidirektor Thomas Helbig mit seiner Crew den Sarg des verstorbenen Kanzlers zum Gelände der Autobahnpolizei in Ruchheim fliegen. Am Freitag probte sie in Ruchheim das Verladen und flog dann rüber nach Bad Bergzabern. Mit an Bord: die RHEINPFALZ.

Von Bad Bergzabern aus starten morgen vier Hubschrauber der Bundespolizei in Richtung Straßburg zu den Trauerfeierlichkeiten für Helmut Kohl. Von dort wird der Leitende Polizeidirektor Thomas Helbig mit seiner Crew den Sarg des verstorbenen Kanzlers zum Gelände der Autobahnpolizei in Ruchheim fliegen. Gestern probte sie in Ruchheim das Verladen und flog dann rüber nach Bad Bergzabern. Mit an Bord: die RHEINPFALZ. Nachdem die Maschine gestartet ist, geht es mit einer Reihe von Checks los, bevor sich Helbig draußen am Landeplatz orientiert auf der Suche nach dem besten Standort. Auf der einen Seite des Hubschraubers befindet sich eine kleine Lampe, auf der anderen eine Betonnaht. Das reicht. Bei Staatsbesuchen ist es für ihn schwieriger: „Da misst das Protokoll teilweise ganz genau den Landeplatz aus. Das muss aber auch so sein wegen des roten Teppichs“, erklärt Helbig. Ruchheim kennt er nicht, denn er und sein Team sind in St. Augustin bei Bonn stationiert. Und schon geht es in die Luft Richtung Speyer. Helbig bespricht sich mit seinen Kollegen, dem Ausbildungsleiter bei der Luftschule, Rüdiger Baden, und dem Flugtechniker sowie Leiter Qualitätsmanagement, Peter Wetzlar. Hinten sitzt Fiona Roloff, die für die Presse zuständig ist. Wo war noch gleich der Schiffsanlegeplatz, der eigens auf dem Speyerer Reffenthal angelegt wurde für den Schiffskonvoi, und wo legt dieser in der Nähe des Doms an? Roloff hilft den Kollegen bei der Orientierung. Denn: Nachdem die Polizisten Kohls Sarg nach Ruchheim gebracht haben, werden sie und ein weiterer Superpuma Helmut Kohl auf ihre Art die letzte Ehre erweisen: Sie fliegen in Formation über dem Schiffskonvoi auf dem Rhein Richtung Dom. „Das wird auch für mich ein persönlicher Abschluss mit Helmut Kohl sein. Ich habe ihn seit den 1990ern viele Jahre geflogen“, sagt Helbig. Sein schönster Moment mit dem Kanzler? „Der erste Flug“, sagt er lächelnd und schweigt. Ehrensache. Von Speyer aus geht es Richtung Bad Bergzabern. In der Ferne ist ein Regenbogen zu sehen. Der Helikopter fliegt mitten durch einen Regenschauer. Die Crew nimmt es gelassen: „Jetzt werden wir auch noch mal gewaschen“, sagt einer der Drei durch den Funksprecher. Laut Helbig hält der Helikopter viel mehr aus: Er kann dort fliegen, wo Flugzeuge unterwegs sind. Keine Selbstverständlichkeit, denn die meiste Zeit des Jahres herrschen dort oben eisige Temperaturen. Geht aber alles mit dem Superpuma, denn die Rotorblätter sind an ihren Enden sogar beheizbar. 5,5 Tonnen wiegt der Koloss. Bei 8,6 Tonnen ist das Maximum erreicht. „Normalerweise fliegen 14 Kollegen in voller Montur mit, maximal 18 wären möglich“, sagt Helbig. Denn es gehört auch zu seinem Job, die GSG 9 oder andere zu Krisenherden zu fliegen. Aktuell steht aber der G20-Gipfel in Hamburg für die Bundespolizei an. Heute wird Kohls Sarg in der Mitte des Hubschraubers befestigt sein. Seine Witwe wird direkt daneben sitzen und möglicherweise noch ein enger Freund der Familie. Für mehr Leute ist außerhalb der Crew kein Platz. „Vor dem Flug denke ich darüber nach, ob wir alles haben. Während des Flugs geht es um das Fliegen ansich“, sagt Baden. Keine Zeit an die kostbare Fracht zu denken. Das kommt vielleicht, wenn alles rum ist. Es wird ihr Abschied für immer.

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