Landau Facebook-Hetzer entlarvt sich selbst

Weil er auf Facebook gegen Flüchtlinge gehetzt hat, ist ein 42-Jähriger aus der Verbandsgemeinde Landau-Land vom Amtsgericht Landau wegen Volksverhetzung zu vier Monaten Haft, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährungsstrafe, und 1000 Euro Geldbuße verurteilt worden (wir berichteten). Auf der Facebook-Seite der RHEINPFALZ hat der Mann sich zeitweise zu erkennen gegeben.

Im September 2015 hat der verheiratete Handwerker und Vater von vier Kindern ein Foto eines völlig überfüllten Flüchtlingsbootes mit der Frage „Wo ist der weiße Hai, wenn man ihn braucht?“ veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft warf ihm in der Verhandlung am Dienstag vor, Flüchtlinge mit Haifutter gleichzusetzen und ihnen dadurch das Lebensrecht abzusprechen. Der Mann beteuerte, er habe sich während einer Diskussion über die deutsche Flüchtlingspolitik zu dieser Tat hinreißen lassen. Um die Persönlichkeit des Verurteilten zu schützen – dazu sind Medien verpflichtet, wenn es sich nicht um Personen eines gesteigerten öffentlichen Interesses handelt – haben wir in unserer Berichterstattung bewusst keine Angaben zu Name, Beruf oder Herkunft gemacht. Das hat der Verurteilte dann indirekt selbst übernommen. Die Online-Redaktion der RHEINPFALZ hat den Artikel am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht und damit eine rege Diskussion über die Tat und das Strafmaß angestoßen. Unter den Kommentierenden: der Verurteilte. „Dieser Hetzer bin ich... Hatte gestern die Verhandlung...“, schrieb er. Keine Stunde später war der Beitrag wieder von der Seite verschwunden. Der Verurteilte hat ihn offenkundig selbst entfernt. |bje

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