Fußball
Viktoria Herxheim verliert ein Spiel auf Augenhöhe
Der Cheftrainer des FC RW Koblenz, Fatih Cift, hatte am Samstag jede Menge Grund zum Feiern. Zum einen wurde der Coach und ehemalige aktive Spieler der Rot-Weißen 43 Jahre alt, und zum anderen schenkte ihm sein Team zu seinem Ehrentag in der Fußball-Oberliga einen 3:0-Erfolg in Herxheim.
Das Geburtskind gestand am Ende der 96 Minuten im Gespräch mit der RHEINPFALZ, dass das Ergebnis nicht ganz dem Spielverlauf entspreche. Ein Remis wäre wohl eher gerecht gewesen.
Die ersten Ausrufezeichen
In einem hart umkämpften Duell erlebten die 450 Zuschauer auf dem Kunstrasen eine Begegnung auf Augenhöhe, in der die Gäste ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden konnten. Lennart Liebel und Mihai-Lucien Petrescu von der Viktoria setzten erste Ausrufezeichen, doch ihre Schüsse auf das von Maximilian Grote gehütete Gehäuse verfehlten knapp das Ziel. Ähnlich erging es später Marcel Meinzer. Weitere Viktoria-Akteure versuchten es, alle ohne Erfolg. So blieb es bis zur Halbzeit beim 0:0. Die Viktoria hätte dank der besseren Chancen auf der Siegerstraße sein können, ja müssen. Vom Gast ging bis dahin kaum Gefahr aus, was Cift bestätigte: „Die ersten 45 Minuten waren von unserer Seite nichts, erst nach der Pause wurde es besser“. In der Tat steigerten sich die Rot-Weißen nach der Pause, ohne feldüberlegen zu werden.
Kalte Dusche
In der 50. Minute kam für die Viktoria die kalte Dusche. Anstatt das Leder aus der Gefahrenzone zu bugsieren, gab es völlig unnötig einen Rückpass, mit dem Armin Sivic mit seinem sechsten Saisontreffer völlig überraschend das 0:1 besorgte. Ein geschenkter Treffer. Die Viktoria hatte sich von diesem Schock noch nicht erholt, da hieß es in der 56. Minute 0:2. Ein Eckball erreichte den aufgerückten Innenverteidiger und an diesem Tag besten Akteur seines Teams. Eugene Dennis brachte mit einem wuchtigen Kopfball das Leder im Gehäuse von Kai Anschütz unter.
Auch nach dem klaren Rückstand warf die Viktoria die Flinte keineswegs ins Korn und kämpfte weiter, hatte weitere Möglichkeiten. Doch es sollte einfach nicht sein. Viktoria- Coach Ralf Schmitt zog alle Register, brachte Daniel Kopf für Lennart Liebel (60.), Luis Liebel für Mathis Mankopf (68.), Nathan Ikubu für Mihai-Lucian Petrescu und Samuel Wolf für Christoph Wörzler (beide 78. Minute). Auch die Jungs von der Bank konnten das Ruder nicht mehr herumreißen.
Schmitt: Erste Hälfte mit das Beste
In der 89. Minute kam bei den Gästen Jerome Eros Albera aufs Feld und verdiente sich in der 90. + 6 Minute mit dem 0:3 das Schulterklopfen seiner Mannschaftskameraden.
Komplimente für die Viktoria gab es nach der Partie vom gegnerischen Trainer, der ihr Anerkennung für Leidenschaft und mannschaftliche Geschlossenheit attestierte. Aufgrund des Chancenplus wäre ein Remis das gerechtere Ergebnis gewesen, so Cift. Die Viktoria konnte trotz der klaren Niederlage erhobenen Hauptes vom Platz gehen, im Wissen, dass für die Chancenverwertung noch etwas getan werden muss.
Viktoria-Coach Schmitt nach dem Spiel: „Was Reife und Kontrolle angeht, war die erste Hälfte mit das Beste, was wir bisher gespielt haben. Wir waren griffiger und präsenter als RW Koblenz“. Schmitt sprach vom Führungstreffer der Gäste als ein Geschenk, beim 0:2 sei nicht genug verteidigt worden. Gefallen hätten ihm bei seinem Team viele gute und cleveren Entscheidungen. Leider müsse das letzte Drittel ausgenommen werden. Schmitt: „Wir haben uns für ein gutes Spiel gegen einen guten Gegner nicht belohnen können“. Die Richtung stimme absolut, die Moral der Jungs sei top.