Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Plan B der Gewinner für die SG Ottersheim

Trainer Christian Job wie ein Impresario. Links Markus Michel, rechts Mario Kröper.
Trainer Christian Job wie ein Impresario. Links Markus Michel, rechts Mario Kröper.

Manch einer hat die besten zwölf Minuten von der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam gesehen. Mit zwei Vorstößen entscheidet sie das Pfalzligaspiel beim TuS Heiligenstein klar. Was tut eigentlich Christian Job, wenn es läuft wie geschmiert? Als Stefan Benz liegenbleibt, denkt der Trainer an eine langwierige Verletzung.

Wie geht es Stefan Benz? Ganz genau weiß Christian Job, Trainer des Handball-Pfalzligisten SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam, das gestern nicht. Aber er hatte nach dem 37:18-Sieg beim TuS Heiligenstein eine Nachricht bekommen: eventuell eine Meniskusverletzung oder ein schwerer Bluterguss am Knie.

Mitte der ersten Hälfte gab es die Schrecksekunde: Benz verdreht sich das Knie und bleibt liegen. Da sein Knie gleich dick wird, muss er zur Untersuchung ins Krankenhaus. „Mein erster Gedanke: Das Kreuzband ist kaputt. Das wünscht man sich überhaupt nicht für so einen jungen Spieler“, fühlte Job mit. Er hatte sein Team um den Nachwuchsspieler ergänzt. Der benachrichtigte die Spielergruppe über die sozialen Medien, was die ersten Untersuchungen im Krankenhaus ergeben hätten.

Abwehrumstellung verändert das Spiel

Dass es ein Kantersieg bei der Mannschaft des Offenbachers Christoph Morio würde, war Mitte der ersten Hälfte nicht zu erahnen. Es war ein offenes Spiel. Spielverlauf aus SG-Sicht: 3:2, 4:3, 7:5, 8:6, 10:6, Halbzeit 12:8.

TuS-Linkshänder Sven Hoffmann machte der 6-0-Abwehr der SG mit seinen Durchbrüchen und Würfen Schwierigkeiten. Er war von keinem in der Südpfälzer Mannschaft zu halten. Hoffmann warf 6/4 Tore bis zur Halbzeit. Danach noch zwei Tore.

Job stellte die Abwehr um. Im 3-2-1 mit Maximilian Hauck ganz vorne und Florian Bauchhenß offensiver gegen Hoffmann änderte sich das Spiel. „Bauchhenß ist mit der beste Abwehrspieler, den ich habe, das 3-2-1 war mein Plan B und der Matchwinner“, sagt Job. Joachim Keiber von der SG beschreibt es so: „Flo begeisterte die Fans wie gewohnt mit kompromissloser Deckungsarbeit und schnellen Beinen. Bemerkenswert, dass er nicht nur auf den Punkt und hart verteidigte, sondern dabei stets fairer Sportsmann blieb. Er konnte den einzigen Rückraumschützen des TuS schachmatt setzten und benötigte hierfür noch nicht einmal eine Gelbe Karte.“

Raketenstart

Nach der Halbzeit legte die SG einen Raketenstart hin: 7:0-Lauf zum 19:8, 6:0-Lauf zum 25:9. Die wohl besten zwölf Minuten der Saison. Markus Michel (sechs Tore), Hauck (7), Elias Horn (9) und Bauchhenß (5) spielten die Heiligensteiner schwindelig.

Was macht eigentlich der Trainer, wenn es läuft wie geschmiert? „Wir haben den Anspruch, weiter dazuzulernen. Es können zwei, drei Spiele sein, die entscheidend sind. Jeder Ausrutscher kann die ganze Runde kosten“, sagt Job. Nach dem 13:26 legte seine Mannschaft wieder zu: 13:29. Axel Risser warf das 15:35.

„Drei Mannschaften auf ähnlichem Niveau“

Job („Wir spielen hohes Tempo, gehen Konter, sind mit der 3-2-1-Abwehr in einen Lauf gekommen“) hakt so was aber auch schnell ab. Er sehe drei Mannschaften, die SG, die HSG Dudenhofen/Schifferstadt und Friesenheim/Hochdorf, auf einem ähnlichen Niveau. Wie sieht er das nächste Spiel gegen den TV Offenbach II (Sonntag, 18 Uhr, Spiegelbachhalle Bellheim)? „Prinzipiell freue ich mich auf jedes Spiel“, sagt Christian Job. Ganz einfach wird es wohl nicht. Der TVO hat es einer Spitzenmannschaft gerade schwergemacht. Nach 19:18-Führung verloren die Offenbacher mit 23:27 gegen die mHSG Friesenheim/Hochdorf III, die von der SG Ottersheim am dritten Spieltag mit 27:26 besiegt worden ist. Gegen die HSG Dudenhofen/Schifferstadt, die mit ihr an erster Stelle geführt wird, spielt die SG Ottersheim/Bellheim/ Kuhardt/Zeiskam erst im neuen Jahr.

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