Lokalsport Südpfalz Mit einem Ruhepuls von 36

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LANDAU (mame). Platz zehn sollte es schon sein für das Landauer „mein-radladen – Südwestteam“, wenn das erste Rennen der Rad-Bundesliga am Sonntag im fränkischen Cadolzburg beendet ist. Die Südpfälzer können nicht mit der Wunschformation antreten.

Der Bundesliga-Auftakt findet auf einer welligen, aber nicht allzu schweren Strecke statt. Oft kam es dort in der Vergangenheit zu einem Sprint einer großen Gruppe auf der ansteigenden und teilweise gepflasterten, etwa 500 Meter langen Zielgeraden. Wichtig ist es dann, vorne in der Gruppe um die letzte Spitzkehre zu fahren. Nach den ersten regionalen Rennen der fast komplett neu zusammengestellten Mannschaft verspürt die Teamleitung gemischte Gefühle. Auf der einen Seite scheint die Mannschaft in der Spitze kompakter zu sein als die im Vorjahr, welche die Runde als Neunter der 18 Teams abschloss; auf der anderen Seite wurde die Mannschaft jüngst von Verletzungen und Krankheiten geplagt. Daraus resultieren Formrückstände. Was den Sportlichen Leiter Wolfgang Moster zudem beschäftigt, sind teils starke Auftritte der Teams, die er zu Jahresbeginn auf Augenhöhe oder eher schwächer eingestuft hatte. „Wenn eine große Gruppe ankommt, ist ohnehin viel Glück im Finale ausschlaggebend. Mir wäre es eigentlich fast lieber, wenn wir ein richtig hartes Rennen zum Auftakt hätten wie im Vorjahr in Chemnitz, dann könnten wir den taktischen Nachholbedarf, den wir bei uns bislang registriert haben, besser kaschieren“, so Moster. Er ist sich sicher, die geforderten drei Mann für die Mannschaftswertung am Ende mindestens in einem großen Hauptfeld zu finden. Verzichten muss Moster auf zwei Fahrer, die als Fixpunkte fest eingeplant waren: Thorsten Blatz kann aus familiären Gründen nicht fahren und wird durch den Dörrenbacher Jan Schmitt ersetzt, Oliver Scholer soll das Wochenende nutzen, um gezielt seinen Formrückstand aufzuholen, um dann in den nächsten Rennen gestärkt zurückzukommen. Für ihn fährt der letzte übriggebliebene Fahrer mit C-Lizenz des Teams, Georg Brauße. Wie er sich auf diesem Niveau behaupten kann, muss man abwarten. Die Hoffnungen auf ein starkes Einzelergebnis liegen vor allem beim Oldie der Mannschaft. Andreas Schindler überzeugte im Frühjahr durchweg mit starken Leistungen, wurde am vergangenen Wochenende Zweiter bei einem Bergkriterium in Fluorn. Der 39-Jährige stieg erst im Vorjahr wieder richtig ins Renngeschehen ein, nachdem er als Junior dem Nationalkader der Mountainbiker angehörte, später Läufer war und sich vor allem bei Bergläufen hervortat. Knieprobleme brachten ihn zurück aufs Rad und im Winter im zweiten Anlauf zum Landauer Rennstall. Für beide Seiten ist das nun ein Glücksfall: „Ich habe einen durchweg guten Eindruck von der Mannschaft, es passt alles ganz gut zusammen und ich würde gerne weitermachen, wenn es meine Frau zulässt“, so der Württemberger, der in der Nähe von Stuttgart lebt. Er selbst hat sich ein Top-20-Ergebnis vorgenommen in Cadolzburg. „Vielleicht geht es auch noch etwas weiter nach vorne, wenn alles optimal läuft“, sagt der Vater einer 17 Monate alten Tochter und eines sechsjährigen Sohnes. Dass der drahtige Sportler zuletzt zweimal für je einen Tag mit Fieber im Bett lag, sei kein Problem mehr: „Mein Ruhepuls ist wieder bei 36. Ich bin fit.“ Dass er in diesem Frühjahr so durchstarten konnte, sei für ihn ein Stück weit überraschend, aber Resultat gesteigerter Trainingsumfänge. Damit der Informatiker Beruf, Familie und Leistungssport unter einen Hut bekommt, steht er oft schon um 4 Uhr auf und fährt trainieren, ehe er mit der Arbeit beginnt. Dafür will er sich nun selbst belohnen. Der Kader Marcel Weber, Heinrich Berger, Andreas Schindler, Jan Schmitt, Jonas Engel, Benjamin Körner, Lukas von Coelln, Georg Brauße.

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