Lokalsport Südpfalz Mindestens einer gibt die weiße Weste ab
«JOCKGRIM.» Ist es schon ein Spitzenspiel, gar richtungweisend? In jedem Fall ist das Aufeinandertreffen der TSG Jockgrim und des TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim heute um 19.30 Uhr ein echter Leckerbissen in der Fußball-Bezirksliga.
Beide Teams haben bisher eine reine Weste. „Ich denke, die Liga bleibt lange spannend, weil ich sechs, sieben Teams sehe, die annähernd gleichstark sind. Da wird man sich immer mal wieder gegenseitig die Punkte wegnehmen“, sagt Billigheims Trainer Jens Bodemer. Den Gastgeber hat er bei dessen Pokalspiel in Frankweiler beobachtet, der Erkenntnisgewinn sei mager gewesen. Er freut sich nun auf ein Spiel auf einem „tollen Platz bei bestem Fußballwetter“ und kann mit unverändertem Kader ins Spiel gehen: „Wir sind auf einem guten Weg, aber ich sehe auch noch viel Steigerungspotenzial, gerade taktisch beim Gegenpressing.“ Gravierende Unterschiede zwischen dem Gegner und seiner Elf seien keine zu erkennen, meint der Coach. Die Feinheiten kennt Ralf Bittig. Er kam im Sommer aus Queichhambach zu Jockgrim, spielte zuvor in Billigheim. „Ich denke, wir sind etwas stärker im Umschaltspiel, Billigheim hingegen kommt mehr über die Kompaktheit und hat mit Felix Forstner einen sehr guten Mann fürs spielerische Element“, schätzt Bittig. Der 30-Jährige ist froh, die Rolle als spielender Co-Trainer abgegeben zu haben: „Ich war zuletzt voll am Limit als junger Vater, habe noch nebenbei den Betriebswirt gemacht. Aber die Erfahrung war gut.“ Das Studium zum Betriebswirt hat er mit Billigheims Offensivfloh Nicklas Hau absolviert. „Klar, dass man sich da vor dem Spiel auch mal gegenseitig aufzieht“, sagt Bittig. Tagesform und Kleinigkeiten würden den Ausschlag gegen, einen Favorit gebe es ganz sicher nicht in diesem Spiel, sagt der „Sechser“ mit neuem Lebensmittelpunkt in Bellheim. In Jockgrim fühlt sich Bittig schon gut aufgenommen. Dazu beigetragen hätten Arbeitseinsätze bei den Dorfmeisterschaften und dem Stabhochsprung-Meeting, die ihm Spaß gemacht und die neuen Mitspieler nähergebracht haben. Was die Bedeutung des Spiels angeht, geht Bittig einen Schritt weiter als Bodemer: „Sicher fällt da noch keine Entscheidung über den Ausgang der Meisterschaft, aber der Gewinner wird in seiner Favoritenrolle gestärkt. Von daher ist es schon ein wenig richtungweisend, auch wenn noch 27 Spiele folgen.“ Auf Jockgrimer Seite ist Matthias Deamrich wieder aus dem Urlaub zurück. Benjamin Hörner ist nach wie vor angeschlagen. Sonst sei der Kader mit dem, der in Frankweiler einen 3:1-Erfolg feierte, identisch, so TSG-Coach Daniel Ochsenreither.