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Mia san mia in der Südpfalz
Der FC Bayern München hat viele Fans in der Südpfalz. Gerade zählte der Club nach eigenen Angaben knapp 360.000 Fanclub-Mitglieder in weltweit über 4400 Fanclubs. In Hatzenbühl gibt es einen Fanclub, in Insheim, in Erlenbach. Was sagen Fans zur Jahreshauptversammlung des berühmten Fußballvereins? Es gab hitzige Diskussionen und Tumulte um den Werbevertrag mit der Fluggesellschaft Qatar Airways, die dem Emirat Katar gehört. Dem Ausrichter der nächsten Weltmeisterschaft im November und Dezember 2022 werden immer wieder Korruption, Verletzung von Menschenrechten und Ausbeutung von Gastarbeitern vorgeworfen.
Ein Antrag eines Mitglieds auf Beendigung dieser Zusammenarbeit wurde nicht auf die Tagesordnung genommen. FC-Präsident Herbert Hainer geriet unter Beschuss. Uli Hoeneß sprach „von der schlimmsten Veranstaltung, die ich je beim FC Bayern erlebt habe“.
Heinz Trauth wägt ab
Der 59-jährige Heinz Trauth aus Kandel ist ein „Allesfahrer“ und gehört dem Fanclub „Champions 94 Kandel“ an. Er ist seit 41 Jahren Mitglied und sieht jedes Heim- und Auswärtsspiel in der Bundesliga und in der Champions League. Sein bester Freund ist der langjährige Bayernspieler Peter Kupferschmitt, der als Stammspieler den Europapokal (1967) und die Deutsche Meisterschaft (1969) gewann. Am vergangenen Samstag besuchte Trauth mit weiteren Mitgliedern des Fanclubs das Grab von Gerd Müller. Die Versammlung hatte er in voller Länge im clubeigenen Kanal FC Bayern.tv verfolgt.
Trauth verurteilt die Zustände in Katar. Doch er wägt ab: „Diese Millionen sind Bestandteil des Gesamtetats, der unsere sportliche Konkurrenzfähigkeit gewährleistet. Doch die Vereinsführung hätte mit diesem Thema offensiver und transparenter umgehen müssen.“ Ihm ist wichtig, dass es sich nur um ein Sponsoring handelt. Miteigentum am Stadion oder Mitspracherecht im Verein des Wüstenstaats wären für Trauth völlig inakzeptabel.
Manfred Bohlender: Komplexes Thema
Manfred Bohlender (63) ist Vorsitzender des 66 Mitglieder starken Fanclubs „Pfälzer Bazi's“ aus Erlenbach. Der Verein unterstützt oft Menschen in Not, vergangene Woche spendete er 800 Euro aus dem Erlös eines Tippspiels für Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal. Er sagt: „Es ist ein ganz komplexes Thema mit viel Politik im Spiel. Das kann der FC Bayern nicht alleine lösen. Doch die Vereinsführung hat unprofessionell agiert. Die Meinung der Mitglieder wurde abgewürgt, das ist ganz schlechter Stil.“
Xaver Kipper: Vertrag nicht verlängern
Präsident vom „Isemer Bayern Fanclub“ mit 44 Mitgliedern ist Xaver Kipper (55) aus Insheim. Auch er hat die Sitzung am Bildschirm verfolgt. Er fand sie „ganz schlecht vorbereitet“. Kipper spricht sich klar gegen diese Zusammenarbeit mit Katar aus: „Der Verein darf diesen Vertrag nicht mehr verlängern. Er könnte damit ein klares Zeichen setzen. Andere würden folgen. Als Deutschlands Vorzeigeclub würde der FCB leicht andere Sponsoren finden, die in die Bresche springen.“
Thomas Rinck (47) aus Steinweiler ist ein bekannter Groundhopper und sieht alle Partien des VfL Bochum. Die Anhänger beider Vereine, Bochum und Bayern, pflegen eine langjährige und intensive Freundschaft, sie unterstützen sich bei Spielen gegenseitig. Rinck weiß: „Die drei großen Ultragruppierungen Schickeria München, Munichs Red Pride und Isarsturm stehen zu 100 Prozent hinter dem Antrag“, die Zusammenarbeit zu beenden. „Sie waren auch geschlossen auf der Versammlung und haben ihre Meinung kundgetan.“