Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Landesliga: Bei TSG Jockgrim ist’s im Derby keinem bange vor Spitzenreiter Büchelberg

Fußballbegeistert: die Schenfelds: Links Daniel, der in Jockgrim am Ball ist, rechts Michael, bei Knittelsheim am Ball. Neffe Le
Fußballbegeistert: die Schenfelds: Links Daniel, der in Jockgrim am Ball ist, rechts Michael, bei Knittelsheim am Ball. Neffe Leo-Maxim – Sohn von beider Bruder Erwin – kann sich mit seiner Vereins-Entscheidung noch ein wenig Zeit lassen.

Lokalkampf gegen den Ligaprimus der Landesliga Ost im Ludwig: Der Rangachte TSG Jockgrim empfängt am Samstag (18.00 Uhr) Spitzenreiter SV Büchelberg. Es ist kein Derby wie jedes andere.

Beide Teams kennen sich bestens, es gibt zahlreiche Querverbindungen. Mehrere Jockgrimer heirateten Frauen aus Büchelberg, zogen ins Bienwalddorf und waren maßgeblich am sportlichen Aufschwung des SVB beteiligt. Jürgen Friedmann ist seit vielen Jahren Sportvorstand, Beisitzer Stefan Layer war Spielertrainer beim Aufstieg in die A-Klasse, der langjährige Spielleiter Rüdiger Werling vertritt den Verein beim Verband als stellvertretender Kreisvorsitzender.

TSG-Neuzugang Dominik Jäger trifft auf seine ehemaligen Mitspieler. Das Bruderduell gegen Manuel Sachs fällt aus, der langjährige SVB-Kapitän ist ebenso verletzt wie Mittelfeldregisseur Kazuaki Nishinaka. Das Spiel ist witterungsbedingt auf dem kleinsten Kunstrasenplatz der Region. Büchelbergs Spielertrainer Daniel Geiger fordert: „Wir müssen diese Besonderheiten annehmen, die Zweikämpfe motiviert führen und vor allem die gefährlichen Standards von Nico Pfrengle vermeiden.“ Im Februar gewann die TSG auf selbem Terrain mit 2:0.

Gute Abscheiden überrascht durchaus

Nach dem Verlust zahlreicher Leistungsträger überrascht das gute Abschneiden der jungen Jockgrimer Mannschaft. Trainer Martin Kremer nennt einen Grund: „Meine Spieler müssen sich damit auseinandersetzen, auf zwei verschiedenen Positionen einsetzbar zu sein. Das haben die Jungs verinnerlicht, deshalb sind wir deutlich variabler geworden.“

Ein Schwungrad der positiven Entwicklung im Ziegeldorf ist Daniel Schenfeld. Der 26-jährige Defensivspieler kam im Sommer 2020 nach acht Jahren vom TuS Knittelsheim in den Ludwig. Begonnen zu kicken hat er als kleiner Junge bei seinem Heimatverein TuS 04 Hördt. Als es dort keine Mannschaft mehr gab, ging er zu Phönix Bellheim. Der Co-Kapitän gilt als Führungsspieler, ist in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld einsetzbar. Auf der Sechserposition fühlt er sich wohler, dort kommen seine Stärken besser zur Geltung: konsequente Zweikampfführung, Passgenauigkeit und intelligente Spieleröffnung.

„Kremers Rasselbande“ gern in Außenseiterrolle

Bei der TSG fühlt Schenfeld sich wohl, in „Kremers Rasselbande“ zählt er zu den ältesten Akteuren. Er formuliert ein klares Ziel: „Ich möchte mithelfen, die Mannschaft mittelfristig im oberen Tabellendrittel der Liga zu etablieren.“ Schenfeld entstammt einer Fußballerfamilie. Sein älterer Bruder Erwin musste nach schweren Verletzungen seine Laufbahn beenden, der jüngere Bruder Michael erzielte am Dienstag den 2:1-Siegtreffer für den Ligakonkurrenten TuS Knittelsheim gegen Geinsheim.

In Kürze verlässt er sein Heimatdorf Hördt. Mit seiner Partnerin zieht er in die neu erworbene Eigentumswohnung nach Lingenfeld. Nach Abitur, einer Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann mit anschließendem berufsbegleitendem BWL-Studium arbeitet er im Außendienst für einen großen regionalen Baustoffhändler. Sein Übungsleiter Kremer fühlt sich in der Außenseiterrolle wohl: „Wir werden unsere Chance suchen und wollen die Partie auf keinen Fall verlieren.“ Geleitet wird das Spiel vom verbandsligaerfahrenen Carsten Gassmann (33, vom FV Hanhofen).

Eine weitere Partie mit südpfälzischer Beteiligung steht in der Landesliga an: DJK Phönix Schifferstadt - TuS Knittelsheim (Sonntag, 15.30 Uhr).

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